Unsere Arbeit auf Lesvos

Auf der Insel Lesbos befinden sich zurzeit mehr als 17.000 geflüchtete Menschen, die meisten von ihnen, rund 15.000 leben in und um den „Hotspot“ Moria, darunter mindestens 700 unbegleitete Minderjährige (Stand August 2020). Die Menschen leben zusammengepfercht auf engsten Raum, haben erschwerten Zugang zu sanitären Anlagen, medizinischer Versorgung, Bildung und leben in täglicher Unsicherheit über ihre Situation. Die lebensgefährlichen Zustände in Moria haben schon diverse Menschen das Leben gekostet. Proteste gegen die Lebensbedingungen werden oft sehr repressiv beendet. Seit mehreren Monaten befinden sich die Camps auf der Insel außerdem unter Ausgangsperre wegen des Corona Virus. 

Mit unserer Außenstelle Borderline-Lesvos unterstützen wir Geflüchtete in folgenden Projekten:

Welcome Office: 

Im Welcome Office in der Hauptstadt Mytilini werden Geflüchtete bei bürokratischen und administrativen Hürden unterstützte. Es stellt außerdem einen Ort des Austauschs und der Vernetzung dar – unter Geflüchteten, aber auch mit lokalen Einwohner*innen. Das Angebot beinhaltet:

Eine zuverlässige Anlaufstelle für Geflüchtete mit regelmäßigen Öffnungszeiten

Hilfe beim Erwerb einer Steuernummer, einer Sozialversicherungsnummer oder einem Arbeitslosenausweis, sowie beim Ausfüllen von Dokumenten

Unterstützung bei der Job- oder Wohnungssuche

Hilfe beim Finden von Bildungs- und Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche

Anregen von neuen Ideen, die Kollektivität und Gemeinschaftsgefühl fördern

Welcome Lessons:

Bei den Welcome Lessons wird Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren der Zugang zu einer Grundausbildung ermöglicht. Der Unterricht wird von ausgebildeten Lehrer*innen abgehalten, welchen es am Herz liegt eine fundierte und langfristige Beziehung zu den Kindern aufzubauen. Ziel ist es, die Kinder für die Anmeldung an einer öffentlichen Schule vorzubereiten. Das Angebot beinhaltet:

Grundlegende Sprachkenntnisse in Griechisch und Englisch

Mathematik und Geographie Grundkenntnisse

Kreative Kunst-Workshops

Proti Stassi:

Im Nordosten der Insel werden Menschen in ankommenden Booten mit trockener Kleidung, Wasser und ersten Informationen versorgt. Außerdem besteht das Angebot sie zu einer Erstaufnahme oder einer anderen Aufenthaltsmöglichkeit zu transportieren. Je nach Lage und Anzahl der ankommenden Boote wird versucht mit Locals und ortsansässigen Organisationen eine gute Kooperation zu erreichen, um so eine Art Willkommenskultur zu unterstützen. Durch die sich ständig verändernden politischen Struktur in Bezug auf die Erstaufnahme von Geflüchteten im Norden der Insel, variiert unsere Unterstützung sehr stark. Zurzeit wird uns fast jeder direkte Zugang zu den Neuankommenden verwehrt und wir werden Zeugen vieler Illegaler Deportationen in die Türkei. 

Öffentlichkeitsarbeit:

Borderline-Lesvos ist Anlaufstelle für Hintergrundinformationen, wie z.B. Wissen über andere Organisationen vor Ort und arbeitet an Berichten zu verschiedenen Themen mit. Netzwerkarbeit und Monitoring gehören ebenfalls zu ihrer Arbeit. Um eine wirkliche Veränderung der Situation von Geflüchteten auf Lesbos herbeizuführen ist es unabdinglich die politische Situation hinter den dortigen Umständen zu hinterfragen. 

Verlinkte Publikationen

Interview Alice und Stratos: https://www.borderline-europe.de/sites/default/files/readingtips/Intervi...

Brief aus Lesbos #1: https://www.borderline-europe.de/unsere-arbeit/ohne-worte-–-ein-brief-aus-lesbos

Link zu unserer Webseite: www.borderlinelesvos.org