Fokus Marokko: Die Asymmetrie der EU-Grenzexternalisierung
Die Auslagerung der europäischen Verantwortung
Die Außengrenze der Europäischen Union endet längst nicht mehr an den Küsten des Mittelmeers. Durch massiven politischen Druck, restriktive Visapolitik und finanzielle Konditionalitäten hat die EU ihr Grenzmanagement systematisch in den Globalen Süden ausgelagert. Dieses Schirmprojekt von borderline-europe dokumentiert und analysiert die weitreichenden Konsequenzen der europäischen Externalisierungspolitik entlang der spanischen Landgrenzen von Ceuta und Melilla sowie auf der westlichen Mittelmeerroute.
Wir richten unseren kritischen Blick auf die wahren Architekten dieses Grenzregimes: die Europäische Kommission, Frontex und den spanischen Staat. Anstatt ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen, überlässt die EU die Transitländer des Globalen Südens den sozioökonomischen und politischen Konsequenzen der europäischen Abschottung.
Unsere Themenschwerpunkte
1. Das koloniale Erbe: Spanische Pushbacks in Ceuta & Melilla
Die spanischen Enklaven in Nordafrika bilden die einzigen Landgrenzen zwischen der EU und dem afrikanischen Kontinent. Wir dokumentieren kritisch die Militarisierung dieser Grenzen durch den spanischen Staat. Unser Fokus liegt auf den illegalen Kollektivausweisungen (devoluciones en caliente) und den Menschenrechtsverletzungen, die von der spanischen Guardia Civil im Namen der europäischen Sicherheit begangen werden.
2. Die Instrumentalisierung von Schengen-Visa
Bewegungsfreiheit ist stark rassifiziert. Wir beobachten, wie die EU Artikel 25a ihres Visakodex als diplomatische Waffe gegen marokkanische Staatsbürger*innen einsetzt. Die systematische Einschränkung von Visa für Studierende, Fachkräfte und Familien dient Brüssel als Hebel, um Kooperationen bei Abschiebungen und Grenzkontrollen zu erzwingen.
3. Konditionalität von EU-Geldern
Durch Instrumente wie NDICI (Global Europe) knüpft die EU essenzielle Entwicklungshilfe an die Abwehr von Migration. Wir verfolgen diese Finanzflüsse und setzen uns für einen dekolonialen Ansatz ein, bei dem Hilfsgelder nicht zur Finanzierung von "Smart Borders" und biometrischer Überwachung auf Kosten regionaler Entwicklung zweckentfremdet werden.
Solidarität braucht Ihre Hilfe
Den europäischen grenzindustriellen Komplex zur Verantwortung zu ziehen, erfordert kontinuierliches, unabhängiges Monitoring. Ihre Spende an borderline-europe ermöglicht es uns, spanische Grenzgewalt aufzudecken und dauerhafte Allianzen mit Basisnetzwerken aufzubauen.
