Historie

Gründungsgeschichte

Die Gründung unseres Vereins borderline-europe erfolgte 2007 als Reaktion auf die zunehmende Abschottung der „Festung Europa“. Wir machten es uns zur Aufgabe, die menschenfeindliche Flüchtlingspolitik der EU öffentlich zu machen. Die Gründer_innen des Vereins, die schon lange im Bereich der Flüchtlingspolitik tätig waren, schlossen sich mit anderen Aktiven zusammen und legten den Grundstein für eine gemeinsame Zusammenarbeit.

Elias Bierdel und Stefan Schmidt wurden kontaktiert. Die beiden hatten 2004 mit dem deutschen humanitären Rettungsschiff „Cap Anamur“ ein Flüchtlingsboot mit 37 Männern aus verschiedenen afrikanischen Ländern, z.B. Ghana und Eritrea, in Seenot gerettet. Der Kapitän des Schiffes, Stefan Schmidt, der damalige Leiter des Komitees Cap Anamur, Elias Bierdel, sowie der erste Offizier Vladimir Daschkewitsch standen dafür fünf Jahre lang in Italien wegen angeblicher „Beihilfe zur illegalen Einreise“ und „Schlepperei“ der 37 Menschen, die sie vor dem Tode bewahrt hatten, vor Gericht.

Es bestand akut Handlungsbedarf. Mit der angeklagten „Prominenz“, die die Medienwelt in Atem hielt, legten Judith Gleitze und Harald Glöde mit weiteren Aktivist_innen aus Berlin und Brandenburg den Grundstein für borderline-europe.

 

Pressestimmen zum Prozess (Auswahl)

Menschen "verschwinden, ertrinken, verdursten", Retter in Not, Justiziable Flüchtlingspolitik, Wer hilft, wird bestraft, Bierdel-Prozess dokumentiert "den größten Menschenrechtsskandal", Grenzen humanitärer Hilfe, Diese Toten sind Botschafter jenes großen Unrechts, Hoffnung auf ein besseres Leben, Flüchtlingshelfer sollen in Haft, Sonntagsreden zur EU-Abschottung, Nach der Irrfahrt auf der langen Bank gelandet, Exempel auf Sizilien, Wir sind keine Schlepper, Italien: Prozess gegen früheren Cap-Anamur-Chef eröffnet, Nach Flüchtlingsrettung vor Gericht, Vorwurf Schlepperei

 

10 Jahre Cap Anamur

2004 verliess die "Cap Anamur", Hilfs- und Rettungsschiff der gleichnamigen humanitären Organisation, ihren Heimathafen Lübeck, um Menschen in Not beizustehen. Zehn Jahre - und unzählige Tote - später wollen wir diskutieren, was sich am Umgang mit Flüchtlingen und MigrantInnen im Mittelmeer seitdem geändert hat und was sich dringend ändern müsste. Bei einer Veranstaltung am 20. Juni 2014 in der Jakobikirche in Lübeck wurde sowohl die EU-Politik der Abschottung und Abschreckung als auch der behauptete, afrikanische "Massenansturm" auf die Wohlstandsfestung Europa hinterfragt und diskutiert. Am 20. Juni 2014 - genau zehn Jahre nachdem die Cap Anamur im Mittelmeer 37 Menschen aufnahm - blickten wir zurück. Hier finden sich einige gesammelte Presseberichte zur Geschichte der "Cap Anamur": 10 Jahre Cap Anamur

 

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Sahara: Externalisierung der EU-Grenzen

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Kriminalisierung von Migration und Solidarität

Migration und Solidarität mit migrierenden Menschen wird zunehmend kriminalisiert. Widerstand gegen diese Kriminalisierung zu leisten, ist zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Wir recherchieren zu und dokumentieren gesellschaftspolitische Entwicklungen und Fälle von Kriminalisierung. Dabei leisten wir konkrete Unterstützungsarbeit für Betroffene und betreiben Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Form von Infomaterialien, öffentlichen Veranstaltungen und Kampagnen.

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Seit 2015 unterstützen wir Geflüchtete auf Lesbos aktiv in diversen Bereichen, wie Bildung, Erstversorgung und bürokratischen Hürden. Seit 2009 sind wir außerdem an verschiedenen Berichten über die Situation in Griechenland und der Ägäis beteiligt gewesen. Übergeordnete Werte und Ziel unserer Arbeit ist es für Menschenrechte ohne Grenzen einzutreten.

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