Bericht: Prozess gegen Hamza Haddi & Mohamed Haddar

Hamza Haddi und Mohamed Haddar wurden nach ihrer eigenen Flucht dafür angeklagt, zwei andere Marokkaner, u. a. den Bruder von Hamza Yassine Haddi, illegal nach Griechenland befördert zu haben. Außerdem wurden sie wegen ihrer eigenen illegalen Einreise belangt. Erschwerend wurde ihnen zu Last gelegt, aus Gewinnstreben gehandelt zu haben. Der Fall von Hamza und Mohamed ist kein Einzelfall, sondern paradigmatisch für eine weitere Facette der europäischen Grenz- und Abschottungspolitik, bei der Geflüchtete und Migrant*innen durch die willkürliche Anwendung von Anti-Schmuggel-Gesetzen kriminalisiert werden. Die Verhandlung fand am 04.02.20 in Komotini, Griechenland, statt.

Sprache(n): Deutsch / German

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Prozessbericht: Kheiraldin, Abdallah und Mohamad: #Paros3 zu ingesamt 439 Jahren Haft verurteilt, weil sie das Boot steuerten

Am 05. Mai fand der Prozess gegen die #Paros3 auf der griechischen Insel Syros statt. Obwohl sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Richter*innen zustimmten, dass die drei Angeklagten weder die Schmuggler waren noch aus Gewinnstreben gehandelt hatten und auch keine Schuld am Tod der 18 Menschen trugen, wurden die drei Väter dennoch wegen "Beihilfe zur unerlaubten Einreise" verurteilt, was zu einer Strafe von 187 Jahren für den "Kapitän" und 126 Jahren für jeden der beiden "Helfer" führte.
Sprache(n): Griechisch / ελληνικά

Bericht Prozess Samos2: Die #Samos2 sind frei!

Am 18. Mai verkündete die Strafkammer des Regionalgerichts Samos ein außergewöhnliches Urteil im Fall von Hasan und N., den #Samos2.: Das Ergebnis, dass die beiden "frei" sind, ist ein Sieg für die Angeklagten, ihre Verteidigung, der gemeinsamen Kampagne zahlreicher Gruppen und Organisationen aus ganz Europa und damit für den Kampf gegen die Kriminalisierung von Menschen auf der Flucht insgesamt.
Sprache(n): Italienisch / Italiano

Griechenland: Weil ein 58-jähriger Familienvater seinen Töchtern nach Berlin folgen wollte, drohen ihm 100 Jahre Haft

Weil er versucht hatte, seinen Töchtern nach Berlin zu folgen, steht H. Sabetara, 58-jähriger Familienvater aus dem Iran, am 21.6. in der griechischen Stadt Thessaloniki vor Gericht. Seine Töchter hatten zuvor mithilfe eines Studierendenvisums den Iran verlassen können. Da ihm dieser Weg versperrt war, bezahlte er einen Schmuggler. Dieser ließ ihn und weitere Mitreisende an der Landesgrenze zwischen der Türkei und Nordgriechenland allein zurück. Weil Sabetara ein Auto Richtung Landesinnere fuhr, wurde er wegen Schmuggel verhaftet. Ihm drohen 100 Jahre Haft.
Sprache(n): Griechisch / ελληνικά