11.01.2022

Event: Relocation - Die EUropäische Lösung für Geflüchtete?

Eine online Veranstaltung auf Zoom. Hier geht es zum Livestream.

Desaströse Zustände an den europäischen Außengrenzen, überfüllte und menschenunwürdige Lager auf griechischen Inseln und in Italien oder Seenotrettungsschiffe, die mit hunderten Menschen an Bord auf offenem Meer ausharren, da ihnen der Zugang zu einem sicheren Hafen verweigert wird. Diese Bilder lassen immer wieder die Forderung nach Relocation (zu Deutsch Umverteilung) und Aufnahme laut werden. Relocation wird von einigen zivilgesellschaftlichen Akteuren als Konsequenz gefordert, die sich aus dem Dublin System und dem Versuch ergeben, die europäischen Grenzen immer weiter zu externalisieren. Sie erscheint auf den ersten Blick eine gute Alternative zu sein, insbesondere in Anbetracht der zahlreichen Städte, die sich europaweit zur Aufnahme von aus Seenot Geretteten bereit erklären.

Auch auf politischer Ebene wird Relocation als Lösung für ein gerechteres Aufnahmesystem präsentiert. Im Vorschlag für den neuen EU-Pakt zur Migration und Asyl aus dem vergangenen Jahr wird die Notwendigkeit zur Kooperation unter Mitgliedstaaten betont und die freiwillige Aufnahme von Menschen aus den Hotspots an den Außengrenzen alias Relocation dabei als Instrument für eine “solidarische” Zusammenarbeit hervorgehoben.

Ebenso bekräftigt die neue Bundesregierung im Koalitionsvertrag die Intention, Relocation-Vereinbarungen zu verstärken. Zumal die Aufnahme von geflüchteten Menschen in vermeintlichen Krisensituationen, wie zum Beispiel nach dem Brand im Lager Moria, der Bundesregierung dazu dient, sich als helfende Hand mit moralischer Vorbildfunktion zu inszenieren.

Kopie von Human rights without borders-4.png

Doch was verbirgt sich tatsächlich hinter den Relocation-Vereinbarungen? Was geschieht mit den Menschen, die nach Seenotrettung oder dem Brand in Moria von Deutschland aufgenommen wurden? Was mit denjenigen, die nach tagelangen Standoffs auf offenem Meer nach Deutschland umverteilt werden sollen? Bedeutet Relocation tatsächlich den Eintritt in ein Leben in Sicherheit?

Diesen und weiteren Fragen gehen wir in unserem Online Event am 20.01.2021 nach. Menschen, die selbst durch das Relocation Verfahren gegangen sind, berichten von ihren Erfahrungen und diskutieren gemeinsam mit weiteren Expert:innen über die Herausforderungen und Probleme der europäischen Relocation Verfahren auch in Bezug auf die deutsche Politik.

Es diskutieren:

  • Clara Bünger, Juristin und Mitglied des Deutschen Bundestages
  • Khalifa Musa, von Italien nach Deutschland umverteilt, nachdem er aus Seenot gerettet worden war
  • Lucia Gennari, Juristin (ASGI - Vereinigung für juristische Studien über Migration)
  • Peter Ogenyi, von Malta nach Deutschland umverteilt und anschließend nach Nigeria abgeschoben
  • Nicki Georgiou, Equal Rights Beyond Borders

Moderation: Nora Brezger, Flüchtlingsrat Berlin e.V.

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