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borderline-europe Menschenrechte ohne Grenzen e. V.
12.06.2026, Mediendienst Integration
Ab dem 12. Juni 2026 gelten EU-weit die neuen Regelungen zur Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems — das Reformpaket umfasst neun Verordnungen und eine Richtlinie. Zentral sind die neuen Grenzverfahren an den Schengen-Außengrenzen sowie die Möglichkeit, Asylanträge in sehr vielen Fällen im Schnellverfahren zu bearbeiten. In Deutschland gibt es künftig sogenannte Sekundärmigrationszentren, in denen Geflüchtete, für deren Verfahren ein anderer Mitgliedstaat zuständig ist, untergebracht und von dort überstellt werden sollen — eine Regelung, die über die europäischen Vorgaben hinausgeht. Schnellverfahren bedeuten erheblich geringeren Rechtsschutz für Asylsuchende. Mehr lesen
Sprache(n): Deutsch / German Region(en): Europa, Europäische Union
12.06.2026, PRO ASYL
Ab dem 12. Juni 2026 greift die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems in Deutschland und EU-weit — für Menschen, die in die EU fliehen, wird es damit noch schwerer werden, Schutz zu bekommen. PRO ASYL hatte die GEAS-Reform bereits 2024 als „historischen Tiefpunkt für den Flüchtlingsschutz in Europa" kritisiert — viele Asylanträge werden künftig in beschleunigten Verfahren mit eingeschränktem Rechtsschutz geprüft, mit der absehbaren Folge, dass sie oft fälschlicherweise abgelehnt werden. PRO ASYL beantwortet die wichtigsten Fragen zu den neuen Regelungen. Mehr lesen
12.06.2026, tagesspiegel
Der europäische Asylpakt tritt heute in Kraft, ein echter Fortschritt, kommentiert der Tagesspiegel. Die begleitende Rückführungsverordnung hingegen sei ein gefährlicher Irrweg und ein Geschenk an die Rechtspopulisten. Wer Menschen in Länder ohne Rechtsstaatlichkeit abschieben wolle, gebe den Gedanken auf, dass Würde universell sei, die Rückführungsverordnung sei kein Rezept gegen rechte Stimmungsmache, sondern deren Bestätigung. Viele Fragen blieben ungelöst, etliche Mitgliedstaaten seien bei der Umsetzung in Verzug — auch Deutschland. Mehr lesen
12.06.2026, Tagesspiegel
Fast zehn Jahre wurde am GEAS gearbeitet — ab heute gilt in allen 27 EU-Mitgliedstaaten ein einheitlicher Rahmen: Alle Ankommenden werden biometrisch erfasst, Verfahren beschleunigt, und Grenzstaaten sollen durch innereuropäische Solidarität entlastet werden. Für Menschen aus Ländern mit niedriger Anerkennungsquote sollen Asylverfahren künftig innerhalb von zwölf Wochen in Lagern an den Außengrenzen durchgeführt werden — bei Ablehnung folgt unmittelbar ein Rückführungsverfahren. Für Schutzsuchende bedeutet die Reform erhebliche Einschnitte in Verfahrensrechte und Schutzgarantien. Mehr lesen
11.06.2026, Human Rights Watch
Der neue EU-Migrations- und Asylpakt bringt weitreichende Änderungen mit sich, die das Recht auf Asyl systematisch untergraben, erklärte Human Rights Watch. Besonders alarmierend: Der Pakt gefährdet den Schutz von Asylsuchenden mit Behinderungen — beschleunigte Grenzverfahren und verkürzte Fristen machen es für vulnerable Personen noch schwerer, ihre Rechte geltend zu machen. „Der neue EU-Asylpakt schlägt Menschen, die Würde und ein faires Verfahren verdienen, die Tür vor der Nase zu", so Judith Sunderland von Human Rights Watch. Mehr lesen
Sprache(n): Englisch / English Region(en): Europa, Europäische Union
11.06.2026, Deutscher Bundestag
Das Deutsche Institut für Menschenrechte kritisierte, der Entwurf des GEAS-Anpassungsgesetzes berücksichtige die europarechtlichen Spielräume zugunsten von Schutzsuchenden nicht ausreichend — gleichzeitig würden die Möglichkeiten zur Beschränkung von Rechten weitgehend ausgeschöpft, sodass Inhaftierungen von der Ausnahme zur Regel werden. Prof. Constantin Hruschka von der Evangelischen Hochschule Freiburg erklärte, die Art und Weise, wie das Gesetz gemacht sei, mache es „unlesbar" — die GEAS-Reform bedeute den tiefsten Einschnitt ins deutsche Asylrecht seit 1993 und einen massiven Rückschritt für den Flüchtlingsschutz in Europa. Mehr lesen
11.06.2026, MiGAZIN
Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt ist laut UN-Flüchtlingshilfswerk die Zahl der Menschen auf der Flucht im Jahresverlauf gesunken. Ende 2025 habe es weltweit 117,8 Millionen Geflüchtete und Vertriebene gegeben, erklärte das UNHCR am Donnerstag in Genf. Das seien 5,4 Millionen Männer, Frauen und Kinder oder vier Prozent weniger als Ende 2024. Mehr lesen
Sprache(n): Deutsch / German Region(en): Weltweit
10.06.2026, Rheinische Post
Die EU-Asylreform kommt – doch für Innenminister Dobrindt läuft nicht alles rund. Leistungskürzungen kassiert, Abschiebungen abgesagt. Im Bundestag muss er Rede und Antwort stehen. Mehr lesen
Sprache(n): Deutsch / German Region(en): Deutschland, Europa, Europäische Union
10.06.2026, Deutsche Welle
Präsident Cyril Ramaphosa will nach gewaltsamen Protesten die irreguläre Migration nach Südafrika eindämmen. Doch Migrationsgegner*innen überzeugt das noch nicht. Bereits jetzt sind einige Migrant*innen bei Zusammenstößen mit Bürgerwehren ums Leben gekommen. Mehr lesen
Sprache(n): Deutsch / German Region(en): Afrika
10.06.2026, Infomigrant
Nach Angaben der spanischen Nichtregierungsorganisation „Caminando Fronteras“ sind in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 mehr als 1.300 Migranten bei dem Versuch, die spanische Küste zu erreichen, ums Leben gekommen. Mehr lesen
Sprache(n): Englisch / English Region(en): Afrika, Spanien
10.06.2026, ECRE
Der EU-Asylpakt beschränkt den Zugang zu Asyl in Europa, senkt die Grundrechtsgarantien für Asylsuchende und hält Schutzbedürftige an den EU-Außengrenzen fest — so ECRE in einer Erklärung vom 10. Juni 2026, zwei Tage vor dem Inkrafttreten des Pakts. Viele Mitgliedstaaten haben einen selektiven Umsetzungsansatz gewählt: Sie haben sich auf Strafmaßnahmen konzentriert und die Anforderungen des Pakts überschritten — etwa bei der Inhaftierung — während sie gleichzeitig ihre Grundrechtspflichten ignorieren und Schutzgarantien für Kinder und vulnerable Personen vernachlässigen. ECRE bestätigt, dass die Umsetzung ungleichmäßig und problematisch verläuft. Mehr lesen
10.06.2026, kirche-und-leben.de / katholisch.de
Als erstes Kirchenoberhaupt überhaupt sprach Papst Leo XIV. am 8. Juni vor dem spanischen Parlament, neben dem Thema Lebensschutz standen Flucht und Migration im Mittelpunkt seiner historischen Rede. Leo XIV. hatte Spaniens Bischöfen bereits im November geraten, sich klar von den extremen Rechten des Landes zu distanzieren, die unablässig gegen den Migrationskurs der Regierung wettern, und auf den Kanarischen Inseln traf er Geflüchtete persönlich. Die Abgeordneten aller Fraktionen quittierten die Rede mit minutenlangem stehendem Applaus, ein seltenes Zeichen der Einigkeit in einem tief gespaltenen Land. Mehr lesen
Sprache(n): Deutsch / German Region(en): Europa, Europäische Union, Spanien
10.06.2026, migazin.de / Vatican News
Papst Leo XIV. besucht heute die Kanarischen Inseln als Abschluss seiner Spanien-Reise — er trifft Geflüchtete im Aufnahmezentrum Las Raíces auf Teneriffa und hört Berichte von lebensgefährlichen Überfahrten auf der Atlantikroute. Am Hafen von Arguineguín — Symbol des humanitären Zusammenbruchs an Europas Südgrenze im Jahr 2020 — legt er Blumen nieder und erfüllt damit den posthumen Wunsch seines Vorgängers Franziskus, der Tragödie der Kanarischen Route zu gedenken. Der Besuch findet zwei Tage vor dem Inkrafttreten des EU-Asylpakts statt und sendet ein klares Signal gegen die Externalisierungspolitik der EU. Mehr lesen
10.06.2026, Human Rights Watch
Human Rights Watch hat ein Dokument in Form von Fragen und Antworten veröffentlicht, in dem die wichtigsten Änderungen der EU-Asylgesetze und -verfahren sowie die damit verbundenen Risiken für die Rechte der Menschen erläutert werden. Mehr lesen
Sprache(n): Englisch / English Region(en): Europäische Union
09.06.2026, euronews
Obwohl die EU-Kommission einen gemeinsamen Umsetzungsplan mit konkreten Aufgaben für nationale Regierungen erstellt hat, fehlt es vielen Ländern an Unterbringungsplätzen für die neuen Schnellverfahren an den Außengrenzen. Grenzländer stellten zwar neue Grenzbeamt*innen und Dateneingabekräfte ein, während nördliche Länder ihre Asylunterbringungsfinanzierung umstrukturierten — dennoch berichten mehrere Mitgliedstaaten von technischen Problemen bei der biometrischen Erfassung und personellen Engpässen. Der neue Überwachungsmechanismus der EUAA soll potenzielle Mängel frühzeitig erkennen und verhindern, dass Probleme systemische Folgen haben. Mehr lesen
09.06.2026, GGUA
Die Bundesregierung setzt ihren Kurs der Integrationsverhinderung, Entrechtung und Isolation von Menschen fort: Kurzfristig hat die Regierungskoalition Änderungsvorschläge zur GEAS-Umsetzung vorgelegt, die schon am Freitag verabschiedet werden sollen. Mehr lesen
Sprache(n): Deutsch / German Region(en): Deutschland, Europäische Union
09.06.2026, Zeit
Mit der Verschärfung des EU-Asylrechts sollten Kontrollen an Binnengrenzen beendet werden, verlangt der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler. Die CDU nennt dies verfrüht. Mehr lesen
08.06.2026, European Commission / ECRE
Der EU-Pakt zu Migration und Asyl tritt am 12. Juni 2026 vollständig in Kraft und reformiert Grenzschutz, Asylverfahren und Rückführungen durch zehn miteinander verknüpfte Rechtsakte. Mehrere Mitgliedstaaten, darunter Belgien, Bulgarien und Kroatien, haben die erforderliche nationale Gesetzgebung noch nicht verabschiedet. Menschenrechtsorganisationen warnen vor gravierenden Schutzlücken, insbesondere bei der Behandlung vulnerabler Gruppen an den Außengrenzen. Mehr lesen
08.06.2026, neues Deutschland
Vor der Küste Maltas ist in der Nacht zum Sonntag ein aus Libyen kommendes Schlauchboot gesunken. 53 Menschen überlebten, mindestens elf ertranken. Mehr lesen
Sprache(n): Deutsch / German Region(en): Europa, Europäische Union, Italien / Malta
08.06.2026, Frankfurter Rundschau
Das Mittelmeer ist ein Massengrab für Geflüchtete. Drei Frauen über Rettungseinsätze auf hoher See, die Angst vor der libyschen Küstenwache und die Arbeit in einem männlichen Umfeld Mehr lesen
Sprache(n): Deutsch / German Region(en): Deutschland, Europa, Europäische Union, Libya
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