Zitate
Horst Köhler, Bundespräsident, 2009
"Ich fürchte, wenn sich nichts ändert, wird sich die Zahl der Bootsflüchtlinge noch drastisch erhöhen. Die Grenzen Europas dagegen abzuriegeln, ist weder politisch noch moralisch eine Lösung."
Navi Pillay, UN-Kommissarin für Menschenrechte, 2009
"Heute fahren größere Schiffe einfach an kleinen Booten vorbei und ignorieren alle Hilferufe, weil sie automatisch davon ausgehen, dass darin illegale Migranten sitzen. Das verstößt gegen das Völkerrecht!"
Jörg Alt, Jesuitenpater, 2009
Nicht böse Schlepper und Schleuser haben Schuld an den Flüchtlingsdramen, sondern unsere Migrationspolitik.
B. De Rubeis, Bürgermeister von Lampedusa, 2009
"Die Regierung wendet ihr Gesicht ab, tut so, als ob sie nichts bemerke, und lässt die Immigranten ertrinken."
Günter Nooke, Menschenrechtsbeauftragter, 2009
"Ich glaube, dass an den Außengrenzen der Europäischen Union das größte Menschenrechtsproblem überhaupt existiert (...) Wir können nicht zulassen, dass dort Menschen ertrinken, wenn die Möglichkeit besteht sie zu retten."
Katholische Bischofskonferenz Italiens, 2009
"Im Meer unserer Ferien sterben die Leute. Das ist die Verletzung eines alten Gesetzes, die unsere eigenen Wurzeln bedroht - die Idee, was der Mensch wirklich ist und was sein unendlicher Wert bedeutet"
Friedrich Nietzsche, Philosoph (1844-1900)
"Ihr führt Krieg? Ihr fürchtet euch vor einem Nachbarn? So nehmt doch die Grenzsteine weg -- so habt ihr keinen Nachbarn mehr. Aber ihr wollt den Krieg und deshalb erst setzet ihr die Grenzsteine."
Roberto Maroni, italienischer Innenminister, 2009
"Um die illegale Einwanderung zu bekämpfen, darf man nicht zu gutherzig sein. Im Gegenteil: gemein muss man sein, streng und gesetzestreu."
Louis Michel, EU-Kommissar, 2008
"Manche Politiker möchten die Migrationsproblematik durch schärfere Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der 'Festung Europa' in den Griff bekommen. Das soll die Öffentlichkeit von den schockierenden Bildern Hunderter zu Tode erschöpfter Afrikaner abzulenken, die wie Treibgut an die Strände gespült werden."
Bundeskanzlerin Angela Merkel, 2007
"Wir werden den Terrorismus und die organisierte Kriminalität und die illegale Einwanderung gemeinsam bekämpfen."
Heidrun Friese, Ethnologin, 2009
"Lampedusa ist ein Testgelände für unsere Selbstdefinition als Europäer, für unser Verständnis von Europa. Dieser Fels im Mittelmeer ist so etwas wie ein Brennglas der Gegenwart."
Ilkka Laitinen, FRONTEX Direktor, 2009
"Wenn wir in internationalen Gewässern oder im Hoheitsgebiet von Drittstaaten patrouillieren, dann können Einwanderer dort kein Asyl beantragen."
Ilija Trojanow, Schriftsteller, 2009
"Es geht nicht darum, wie viele Afrikaner man aufnimmt, sondern darum, wie wir uns überhaupt noch als Zivilisation definieren. Der fast vollständige Abbau des Asylrechts ist für mich ein Schritt in die Barbarei."
Antonio Camacho Vizcaino, spanischer Staatssekretär, 2006
"Unsere Bürger können nicht akzeptieren, dass sich unsere Meere zu Massengräbern entwickeln."
Kofi Annan, 2003
"Einwanderer brauchen Europa, aber Europa braucht auch Einwanderer. Diese stille Krise der Menschenrechte beschämt unsere Welt."
Wolfgang Schäuble, Bundesinnenminister, 2007
"Natürlich müssen wir die Hilflosen retten. Wir können ja nicht akzeptieren, dass im Mittelmeer oder auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln die Menschen ertrinken."
Franco Frattini, EU-Justizkommissar, 2007
"Letzten Sommer sind etwa 3000 Menschen im Mittelmeer und im Atlantik ums Leben gekommen. Europa hat die Verantwortung und die Pflicht, Menschenleben zu retten. Das ist eine Selbstverständlichkeit."
Peter Sodann, 2008
"... wenn ich gar nichts habe und hungere, dann setze ich mich in ein Boot und fahre von Afrika über das Mittelmeer."
Tonio Borg, Innenminister Maltas, 2007
"Ich finde es unglaublich, dass wir vor den Toren Europas eine so tragische Situation erleben und nicht genug dagegen getan wird."
Alpha Oumar Konaré, Präsident der Afrikanischen Union, 2007
"Diese jungen Leute, die wir heute vor den Stacheldrahtzäunen und Mauern stehen sehen, das sind keine Diebe, keine Banditen."
Franz Kamphaus, ehem. Bischof von Limburg, 2007
"Wir haben die gemeinsame Verpflichtung, nicht an einer Festung Europa zu bauen, sondern die Grenzen durchlässiger zu machen ­ auf Afrika und andere Kontinente hin."
Henning Mankell, 2007
"Überall in Europa werden Krankenschwestern aus Afrika beschäftigt, die in Afrika fehlen. Früher haben sich die Europäer in Afrika das Gold geholt, heute sind es die Krankenschwestern: Wir sind immer noch Räuber!"
Antonio Guterres, UN-Flüchtlingshochkommissar, 2006
"Es gibt zu viele Opfer, die bei dem Versuch sterben, von Somalia nach Jemen zu kommen, von Libyen nach Lampedusa, von Senegal auf die Kanarischen Insel oder von Marokko nach Gibraltar. Zu viele Tote! Es gibt praktisch jeden Tag Tote. Wenn die Menschen ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um zu überleben, dann ist das eine Art Alarmsignal, das die internationale Gemeinschaft dazu bringen müsste sich zu fragen: „Warum geschieht das? Wie können wir diese verzweifelte Situation ändern?“
Navid Kermani, 2005
"Wer von Menschen wie von einer Seuche spricht, hat Europa verraten, indem er es zu schützen vorgibt."
Bundespräsident Horst Köhler, 2006
"Ob wir unser Wohlergehen in Europa langfristig sichern können, hängt auch vom Wohlergehen Afrikas ab... Die Bootsflüchtlinge zeigen: Armut braucht zum Reisen keinen Pass."
Umberto Bossi, Minister der Regierung Berlusconi, 2003
"Schießt die kleinen Boote doch ab, bevor sie in italienische Gewässer gelangen!"
Henning Mankell, 2007
"Die Hauptstadt von Europa ist Lampedusa, wo jeden Morgen tote afrikanische Flüchtlinge an Land treiben. Da zeigt sich das wahre, unmenschliche Gesicht dieses privilegierten Kontinents. Ich hasse dieses Europa!"
Michael Braun, taz, 2006
"Hauptzweck der Abschottungspolitik ist und bleibt es, die Elendsflüchtlinge aus Europa draußen zu halten. Europäische Solidarität könnte sich auf noblere Weise bewähren als in einer gemeinsamen Abwehrstrategie, die den Tod im Mittelmeer zum Alltag werden lässt. Es ist höchste Zeit, dass Europa über sichere Wege der Einwanderung nachdenkt."
Heinrich Böll, Der Spiegel, 1981
"Ich bin der Meinung, daß man Menschenleben retten soll, wo man sie retten kann. Und keine Institution, die Leben zu retten vermag, darf auf offener See Selektion betreiben. Das hieße ja, Menschen willkürlich zum Tode zu verurteilen."
Jean-Paul Sartre, 1979
"Wir müssen eine wertvolle Gesellschaft wiederfinden, in der man für die anderen und sich selbst leben kann. Man kann zu dieser wertvollen menschlichen Gesellschaft nur kommen in einer Aktion, in der Aktivität eines jeden, einer moralischen Aktion übrigens, denn die Aktivität für die anderen ist immer eine moralische Tat."
Bundespräsident Horst Köhler, 2006
"Ich möchte einfach nicht auf Dauer erleben, dass afrikanische junge Menschen über das Wasser Mittelmeer kommen und ertrinken. Wir müssen helfen, im eigenen Interesse, dass sie zu Hause bleiben können, dort Arbeit finden."
Rupert Neudeck, "Radikale Humanität", 1986
"Wenn man einmal die Winke und Rufe von Halbverhungerten, von der Sonne Verbrannten, Ausgetrockneten im Südchinesischen Meer gesehen und gehört hat, weiß, daß es diese Menschen in schrecklicher Not weiter gibt – und nichts tut, wird man schuldig."
Helmut Schmidt, Bundeskanzler, 1980
"Viele Menschen (...) die auf dem Meere aufgefischt werden in irgendwelchen kleinen, lächerlichen Booten, in denen sie zu ertrinken drohen. Das sind Menschen, die Asyl brauchen."
Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, 2004
"Wer an schiffbrüchigen Flüchtlingen vorbeifährt und sie ersaufen läßt, ist ein Unmensch. Der Mensch aber, der sie aus dem Meer fischt und an Land bringt, wird verhaftet. Diese teuflisch-absurde Alternative kennzeichnet Geist und Praxis des europäischen Asylrechts."
Rupert Neudeck, 2003
"Die Küsten von Gran Canaria, von Teneriffa, von Melilla, Tarifa liegen manchmal schon jetzt voll von Leichen, die bleich geworden sind durch das salzige Meerwasser. Schaut man genauer hin, sind es aber alle Schwarzafrikaner, die da tot angeschwemmt worden sind."
Hartmut von Hentig, 1986
"Ich sehe ein großes Schiff im Schutze der Flagge eines großen reichen Landes, und ich sehe die kleinen überladenen, seeuntüchtigen Boote mit verzweifelten Menschen darauf; sie haben außer der großen Hoffnung auf ein Wunder zu wenig Proviant und zu viele Dinge mitgenommen, die ihnen wichtig waren. (...) Eine winzige Chance bleibt: die Cap Anamur."