Auf dieser Reise kümmert sich keiner, ob du lebst oder stirbst: Missbrauch, Schutz und Recht auf den Routen zwischen Ost- und Westafrika und der afrikanischen Mittelmeerküste
Der Bericht des UNHCR, der IOM und des MMC hebt die extreme Gewalt und die Menschenrechtsverletzungen hervor, denen die Menschen auf den Landrouten über den afrikanischen Kontinent, insbesondere in Richtung Mittelmeerküste, ausgesetzt sind. Der Bericht zeigt, dass mehr Menschen auf der Flucht die Sahara durchqueren als das Mittelmeer, wobei die Zahl der Todesfälle in der Wüste schätzungsweise doppelt so hoch ist wie auf dem Meer. In den drei Jahren, in denen die Daten erhoben wurden, hat sich die Zahl der Menschen, die diese gefährliche Überfahrt auf dem Landweg wagen, deutlich erhöht. Grund dafür sind die sich verschlechternden Bedingungen in ihren Heimat- und Aufnahmeländern, wie neue Konflikte in der Sahelzone und im Sudan, der Klimawandel sowie weit verbreiteter Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
Der Bericht beschreibt die schwerwiegenden Risiken und Misshandlungen, denen die Menschen ausgesetzt sind, darunter Folter, körperliche Gewalt, willkürliche Inhaftierung, Tod, Entführung zur Erpressung von Lösegeld, sexuelle Gewalt, Versklavung, Menschenhandel und Zwangsarbeit. Diese Übergriffe werden in erster Linie von kriminellen Banden, bewaffneten Gruppen und sogar von Sicherheitskräften und Grenzschutzbeamten verübt. Trotz internationaler Zusagen zum Schutz und zur Unterstützung dieser Menschen bestehen entlang der zentralen Mittelmeerroute nach wie vor erhebliche Schutz- und Hilfslücken, die durch unzureichende Finanzierung und Beschränkungen des humanitären Zugangs noch verschärft werden. Diese Situation zwingt die Menschen dazu, sich auf noch gefährlichere Reisen zu begeben. Der Bericht fordert umfassende, routenbasierte Schutzstrategien, um Leben zu retten und Leiden zu lindern und die Ursachen von Vertreibung und irregulärer Migration zu bekämpfen.
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Sprache(n): Englisch / English
Region(en): Nordafrika, Afrika
