Die täglichen Dramen

Artikel aus 03.2009

31.03.2009, Tages Anzeiger

Kanal von Sizilien wird zum Grab

Das Tor zwischen Afrika und Europa steht an einem unwirtlichen Ort. Fünf Meter ragt es in die Höhe, ein Torbogen aus Keramikplatten. Ein Besteck hängt daran, zerbrochene Schüsseln und Schuhe, Masken und Totenhände. Das Mahnmal «La Porta», am südlichsten Zipfel der Insel Lampedusa, ist den unbekannten Migranten gewidmet, das einzige seiner Art in Europa. Durch den Torbogen hinaus sieht man aufs Meer. Dahinter liegt Afrika. Immer mehr Menschen machen sich von dort auf, um nach Europa zu kommen. Und immer mehr verschluckt das Meer auf der Überfahrt.

31.03.2009, Radio Vatikan

Vatikan: Keine Waffen mehr für Afrika

Reiche Länder sollten keine Waffen mehr an Afrika verkaufen. Das forderte der Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Erzbischof Robert Sarah, im Gespräch mit dem Osservatore Romano. Wer Waffen an Afrika verkaufe, der tue dies um im Gegenzug Bodenschätze auszubeuten, so der aus Guinea stammende Erzbischof gegenüber der Vatikanzeitung. Hauptverantwortlich für die Ausbeutung des afrikanischen Kontinents seien die Staatsführer und ihre Mitarbeiter, „die das Elend der Menschen nicht sehen und daher diesen Handel mit Waffen treiben“.

31.03.2009, Die Welt

Mittelmeer wird zum Massengrab für Flüchtlinge

Drei völlig überladene Schleppkähne mit Flüchtlingen sind am Wochenende vor der Küste Libyens gesunken. Noch immer werden leblose Körper geborgen. 300 bis 500 Menschen haben die Sehnsucht nach Europa mit dem Leben bezahlt. Italien und Libyen wollen den Flüchtlingsstrom mit Seepatrouillen zurückdrängen.

31.03.2009, Reuters

300 Tote bei Unglücken vor Libyen befürchtet

Beim Untergang mehrerer Flüchtlingsboote vor der libyschen Küste sind offenbar mehr als 300 Menschen ertrunken. In der Nähe von drei Wracks habe die Küstenwache mindesten 23 Leichen geborgen, berichtete die libysche Zeitung "Oea" am Dienstag. Die Flüchtlinge seien von Sidi Belal nahe der Hauptstadt Tripolis vermutlich mit dem Ziel Italien losgefahren. Ein viertes Boot mit mehr als 350 Menschen an Bord sei in der Nähe des vor der Küste gelegenen Ölfelds Buri in Seenot geraten. Die Küstenwache habe das Schiff aber in den Hafen von Tripolis schleppen und alle Passagiere retten können.

31.03.2009, Der Standard

Kanal von Sizilien: 10.000 Tote in 10 Jahren

Täglich fahren Fischerboote ab, die nach abenteuerlichen Reisen in rauer See die Küsten Siziliens oder der Mittelmeerinsel Lampedusa erreichen. Viele Seefahrten enden tödlich. Der Kanal von Sizilien ist zu einem Friedhof geworden, in dem nach Schätzungen italienischer Medien in zehn Jahren mindestens 10.000 Menschen gestorben sind.

31.03.2009, Wiesbadener Kurier

EU erwartet mehr Flüchtlinge wegen Krise

Die EU erwartet wegen der Wirtschaftskrise noch mehr Armutsflüchtlinge aus Afrika. Nach Angaben der Europäischen Kommission hat die Zahl der Einwanderer in die Union schon seit zwei Jahren zugenommen. Wegen der aktuellen Krise dürfte sich das noch verstärken. Die Kommission äußerte ihr Bedauern über die jüngste Flüchtlingstragödie auf dem Mittelmeer.

31.03.2009, Pro Asyl

Größte Flüchtlingskatastrophe in Geschichte der EU

"Wer Hunderte von Bootsflüchtlingen bei stürmischer See ohne Rettungsboote aufs Meer schickt, ist ein Verbrecher. Aber auch die, die alle Fluchtwege nach Europa um jeden Preis blockieren wollen, machen sich mitschuldig am Tod der Bootsflüchtlinge", so Karl Kopp, Europareferent von PRO ASYL. "Der hundertfache Tod vor der Küste Libyens ist Resultat einer menschenverachtenden Schlepperindustrie, aber auch einer zynischen, doppelbödigen europäischen Flüchtlingspolitik."

31.03.2009, FAZ

Lampedusa: Sechs, sechzig, sechshundert ...

Vor der Mittelmeerinsel Lampedusa sind sechs Flüchtlinge aus Afrika ertrunken. Sechs Flüchtlinge? Schon lange wäre dies in kaum einer Nachrichtensendung, kaum einer Zeitung noch der Erwähnung wert. Vor der Küste Lampedusas sind sechzig illegale Einwanderer aus Afrika ertrunken. Melden oder nicht? Vielleicht. Vor Lampedusa sind 600 illegale Einwanderer ertrunken. Das berührt.

31.03.2009, dpa

500 Flüchtlinge im Mittelmeer vermisst

Flüchtlingsdrama im Mittelmeer: Zwischen Libyen und Italien wird weiter nach bis zu 500 Menschen gesucht. Sie hatten sich am vergangenen Wochenende mit überladenen Fischerbooten auf den Weg von Afrika nach Europa gemacht. Bislang konnten nur 21 Menschen gerettet werden. 23 Leichen wurden geborgen.

31.03.2009, Deutschlandfunk

"Diese Menschen können kaum zurück"

Rupert Neudeck, Gründer der Hilfsorganisationen Cap Anamur und Grünhelme, hat ein radikales Umdenken in der europäischen Flüchtlingspolitik gefordert. Die Migrantenströme könnten nur durch eine veränderte Entwicklungspolitik in Zusammenarbeit mit afrikanischen Regierungen eingedämmt werden. Immer noch werde auf Abschreckung gesetzt, doch die halte Menschen ohne Perspektive nicht ab, die gefährliche Überfahrt zu wagen.

31.03.2009, Basler Zeitung

Über 300 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

In der Hoffnung auf ein besseres Leben sind im Mittelmeer 300 afrikanische Flüchtlinge ertrunken. Sie befanden sich auf dem Weg von Libyen nach Italien. Die bis zu drei Schiffe seien vermutlich in einen Sturm geraten, sagt Jean-Philippe Chauzy, Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Die IOM geht davon aus, dass die afrikanischen Flüchtlinge von Libyen nach Italien gelangen wollten. Im vergangenen Jahr kamen rund 33'000 Flüchtlinge von Nordafrika auf die süditalienische Insel Lampedusa.

30.03.2009, IslaCanaria.net

60 afrikanische Bootsflüchtlinge erreichen Teneriffa

Am Sonntag erreichte ein mit 60 Personen besetztes Cayuco die Kanareninsel Teneriffa. Das Flüchtlingsboot wurde erst kurz vor Erreichen des Strandes von La Tejita von einem Patroullienboot der Guardia Civil abgefangen und in den Hafen begleitet. Mindestens 5 Immigranten haben nach Angaben der Behörden das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet.

30.03.2009, polskanews

Schiff mit 257 Menschen sinkt vor Libyen

Ein Schiff mit 257 illegalen Migranten auf dem Wege nach Europa ist 30 Kilometer vor der Küste von Libyen gesunken, teilt Ägyptens Nachrichtenagentur MENA am Montag mit. Demnach sei die Fähre bereits am Sonntag bei Sidi Bilal in der Nähe der libyschen Hauptstadt Tripoli untergegangen. Was die Opfer und Überlebenden der Katastrophe angeht sind die Meldungen aus der Region unklar und sehr unterschiedlich in den Zahlen. Dreiundzwanzig Menschen afrikanischer und arabischer Nationalität sollen von der libyschen Küstenwache gerettet worden sagen die Behörden vor Ort. Nachrichten Agenturen sprechen aber von 257 Illegalen Migranten die an Bord eines oder mehreren Schiffen gewesen seien, von denen über 20 ertrunken und der Rest vermisst werde.

30.03.2009, meltingpot

200 Ankünfte, 100 nach Kalabrien verlegt

Aus der Presse ist zu entnehmen, dass von den 200 auf Lampedusa Angelandeten und nur schlecht medizinisch Versorgten ca. 100 in das Großlager nach Crotone verlegt worden sein sollen. Grund ist die anhaltende Spannung im Lager Lampedusa, die Neuankömmlinge wurden aufgrund der Überfüllung , es befinden sich schon wieder knapp 800 Menschen dort, nicht willkommen geheißen. Ein Kommentar von Fulvio Vassallo Paleologo (Artikel in ital. Sprache)

30.03.2009, Corriere della sera

Sizilien: 600 Flüchtlinge in 2 Tagen

Wieder landen Flüchtlinge direkt an der sizilianischen Küste. An der Südküste bei Ragusa landeten 100 MigrantInnen, von der Küstenwache dorthin begleitet, 250 kamen sm südlichsten Zipfel Siziliens an. Ein Boot hatte ihnen den Weg an die Küste gewiesen. Weitere 250 MigrantInnen, unter ihnen 40 Frauen und 10 Kinder, erreichten aufgrund schwerer See mit Schwierigkeiten Lampedusa. Der Bügermeister beschwerte sich über die unwürdige medizinische Versorgung an der Mole, mit Ärzte ohne Grenzen sei das besser gelaufen. (Artikel in ital. Sprache)

30.03.2009, Kleine Zeitung

Flüchtlinge vor Lampedusa aus Seenot gerettet

Südlich der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa sind am Sonntag wieder 250 Flüchtlinge aufgegriffen worden, darunter auch zehn Minderjährige und 40 Frauen. Ihr Boot war in Seenot geraten und von der italienischen Küstenwache in Sicherheit gebracht worden, meldeten die sizilianischen Behörden.

29.03.2009, Daily Times

42 Pakistaner aus Türkei abgeschoben

42 Pakistaner wurden aus der Türkei nach Pakistan abgeschoeben, wie die Federal Investigation Agency (FIA), Abteilung Immigration, bekanntgab. Sie seien mit gefälschten Papieren in die Türkei eingereist, um weiter nach Europa zu reisen. Die Deportierten kommen aus Lahore, Gujrat, Gujranwala und Faisalabad. Sie werden derzeit nach einer kurzen Identifizierung gefangen gehalten und erst freigelassen, wenn man sie als nicht schuldig befindet. (Artikel in engl. Sprache)

29.03.2009, Migreurop

Neue Ankünfte auf Sizilien

Einige Tage nach der Unterzeichnung des Memorandums zwischen Libyen und Malta zur Festlegung der Seenotrettung in den SAR-Zonen im Kanal von Sizilien kommen neue Boote an der sizilianischen Küste an. Lampedusa ist immer noch als Gefängnisinsel im Gespräch und die Boote nehmen eine weitere Route in Kauf, um eine Blockade auf Lampedusa zu vermeiden. Wie immer schauen die libyschen und maltesischen Behörden zu und lassen die MigrantInnen durch ihre Gewässer Richtung Sizilien fahren. (Artikel in ital. und franz. Sprache)

28.03.2009, Deutschlandfunk

"Opfer nicht dein Leben im Todesboot"

Die Hoffnung auf ein besseres Leben treibt viele Afrikaner dazu, mit unsicheren Booten den Weg nach Europa anzutreten. Die Flucht vor Hunger und Bürgerkrieg endet oft mit dem Tod. Im Senegal gibt es nun eine Initiative, die sich gegen die Migration und für das Überleben im eigenen Land einsetzt.

28.03.2009, dpa

Spanien: 2900 Flüchtlinge gestorben

Etwa 2900 Flüchtlinge sind nach Angaben der spanischen Menschenrechtsgruppe APDH im vergangenen Jahr bei dem Versuch gestorben, von Afrika nach Spanien zu gelangen. Fast 600 von ihnen seien beim Untergang ihrer Boote auf der Überfahrt zu den Kanarischen Inseln oder vor der Südküste Spaniens ertrunken, die restlichen seien auf der Reise durch Afrika verdurstet oder verhungert. Fast drei Viertel der Opfer stammen aus Ländern südlich der Sahara. Spaniens Regierung geht von nur 74 Toten aus. Sie zählt nur die auf spanischem Gebiet geborgenen Leichen.

27.03.2009, Ekathimerini

MSF: Situation Griechenland besorgniserregend

Eine Mission von Ärzte ohne Grenzen (MSF), die die Situation der undokumentierten Flüchtlinge in Griechenland untersuchte, bestätigt die sehr schlechten Bedingungen der MigrantInnen im Haftzentrum und den Lagern in Patras. So gebe es z.B. keinerlei medizinische Versorgung für besonders Schutzbedürftige. (Artikel in engl. Sprache)

27.03.2009, dw-world

Festung Europa - Vorposten Lampedusa

Im vergangenen Jahr war Lampedusa für fast 32.000 Bootsflüchtlinge das Tor nach Europa. Jetzt lässt die Regierung Berlusconi auf der winzigen Insel ein Abschiebezentrum bauen. Der Vorposten wird Teil der Festung Europa. Fotostrecke mit Kommentar.

27.03.2009, El Annabi

120 Flüchtlinge aus Algerien in Türkei in Haft

Um die 120 Flüchtlinge, die aus Algerien gekommen waren, wurden fünf Tage im Gefängnis in Adana (Türkei) inhfatiert. Sie wurden von den türkischen Sicherheitskräften aufgehalten und der illegalen Einwanderung sowie des illegalen Versuchs, die griechische Grenze zu überqueren, angeklagt. laiut gut informierten Kreisen ist Istanbul das neue Ziel für Algerier, um nach Athen zu gelangen. Die Kosten betragen 900-1200 Euro. (Artikel in franz. Sprache)

27.03.2009, L'espresso

Die neue Welle - Flüchtlingsroute in Afrika

Fabrizio Gatti, der "Flüchtling", der sich in Lampedusa einschlich und auf die Situation im Lager aufmerksam machte, folgt der Route der Flüchtlinge in Niger. An die 10.000 Afrikaner fliehen von dort Richtung Europa. Der Krieg um das Uran und die Alleanz Ghaddafi-Sarkozy helfen den Schleusern. Und die Abkommen Italien-Libyen werden zur Farce. Exklusiv im Espresso ein Video "auf der Straße nach Agadez". Unter den Augen des libyschen Militärs, das die Piste kontrolliert, fahren die Flüchtlingslaster. Film und interaktive Mappe der Uran- und Flüchtlingsroute. (Artikel in ital. Sprache)

27.03.2009, Romandie news

Amnesty klagt Haftsituation von Migranten in USA an

Amnesty International hat einen Bericht über die Haftbedingungen von ImmigrantInnen in den USA herausgegeben. Es befinden sich auch Asylsuchende und besonders vulnerable Gurppen in Haft. Seit 1996 hat sich die Zahl der Inhaftierten verdreifacht, allein 2008 waren es 30.000 Personen. "Gefangene ohne Rechte: die Haft der ImmigrantInnen in den Vereinigten Staaten" heißt der Bericht. Laut ai werden die Zahlen 2009 steigen. Die Haftbedingungen respektieren nicht die internationalen Normen. (Artikel in franz. Sprache)

27.03.2009, Al Bayane

Marokko und EU arbeiten immer besser zusammen

Im Rahmen eines Abkommens zwischen Marokko und der EU, dass Marokko den "status anvancés", also "fortgeschrittener Status", verleiht werden 14 Journalisten verschiedener marokkanischer Medien nach Brüssel reisen, um die europäischen Institutionen kennenzulernen. Die Beziehungen zwischen Marokko und der EU verbessern sich ständig, Marokko gilt als privilegierter Partner. (Artikel in franz. Sprache)

26.03.2009, Frankfurter Rundschau

BND zapfte irakische Asylbewerber an

Der Bundesnachrichtendienst hat im großen Stil irakische Asylbewerber in Deutschland ausgeforscht und dabei offenbar auch kriegsrelevante Informationen an amerikanische Dienste weiterge- geben. Trotz der offiziellen Ablehnung des Irak-Kriegs durch die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder seien die Informationen der Exil-Iraker vom BND an den US-Militärgeheimdienst DIA weiter geleitet und zur Zielplanung im Irak-Krieg benutzt worden.

26.03.2009, Times of Malta

Libyen erkennt Seenotrettungsgebiet an

Das “Memorandum of Understanding”, das Malta und Libyen unterzeichnet haben, ist das erste offizielle Dokument, dass die Grenzlinie von Libyens SAR-Zone (Search an Rescue, Seenotreetungszone) klar definiert, erklärte Emmanuel Mallia, Colonel der maltesischen Armee. Das Memorandum wurde letzte Woche unterzeichnet. Es besagt, dass beide Länder ihre Seenotrettungsaktionen koordinieren und sich gegenseitig unterstützen. (Artikel in engl. Sprache)

26.03.2009, courrier international

Guantanamo in Calais?

Im Hafen von Calais soll ein Haftlager für Flüchtlinge errichtet werden. Es soll unter britischer Verwaltung stehen. Paris und London wollen so Asylsuchende schneller abschieben können. Frankreich hört den Begriff "Haftlager" aber nicht so gern, es soll "Zurüchaltungslager" genannt werden. Die englische Border Agency ist erfreut über das Projekt: endlich kann man die Grenzen besser schützen. (Artikel in franz. Sprache)

26.03.2009, Times of Malta

Malta: TBC-kranke Flüchtlinge dürfen Lager verlassen

Flüchtlinge, die an Tuberkulose oder anderen Infektionskrankheiten leiden, sollen künftig das geschlossene Lager Safi verlassen dürfen. Das teilte Gesundheitsminister John Dalli gestern dem Parlament mit. Die Freilassung sei notwendig, damit Sozialarbeiter die regelmäßige Medikamenten-Einnahme der Patienten überwachen könnten, so der Minister. (Artikel in englischer sprache)

26.03.2009, Kathimerini, Athen

"Illegale": Inselbewohner fühlen sich alleingelassen

Bewohner der winzigen Ägäis-Insel Agathonisi haben aus Protest die gestrige Parade zum Unabhängigkeitstag boykottiert. Sie untersagten ihren Kindern die Teilnahme an der traditionellen Parade, um auf das Problem der illegalen Einwanderung aufmerksam zu machen. Die Insulaner fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen. Agathonissi mit seinen 150 Einwohnern wurde in den letzten Monaten Ziel hunderter Bootsflüchtlinge. (Artikel in englischer Sprache)

26.03.2009, ZDF

Das kleine Glück beginnt in Friedland

Die erste Woche Deutschland liegt hinter ihnen. Eine Woche Friedland für 122 Flüchtlinge aus dem Irak. Sie haben die Erfahrungen von Flucht, Terror und Tod in ihr neues Leben mitgebracht. Doch ihre Hoffnungen sind groß. Die Hoffnung heißt Sicherheit.

26.03.2009, Kölner Stadt Anzeiger

PRO ASYL: „Wir haben uns abgeschottet“

Interview mit dem Geschäftsführer von PRO ASYL, Günter Burkhardt: "Deutschland ist für Asylsuchende kaum noch erreichbar. Flüchtlinge landen heute in der Regel in Griechenland, in Malta, in Zypern, auf Lampedusa. Deutschland beteiligt sich im Vergleich zu den 80er und 90er Jahren nicht ausreichend an der Aufnahme von Flüchtlingen. Stattdessen wird die Verantwortung auf die Grenzstaaten der Europäischen Union abgewälzt, die damit allein überfordert sind."

25.03.2009, Times of Malta

Illegale wollten mit falschen Pässen nach Spanien

Vier illegale Einwanderer wurden heute zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt, nachdem sie vor Gericht zugegeben hatten, daß sie am vergangenen Dienstag versuchten, die Insel mit gefälschten Pässen in richtung Spanien zu verlassen. Die Migranten aus Niger, Liberia, Burkino Faso und Ghana waren am Flughafen festgenommen worden. Ihr Anwalt bat um Milde, da die Männer lediglich die Absicht gehabt hätten die Insel auf der Suche nach einem besseren Leben zu verlassen. (in englischer Sprache)

25.03.2009, Die Presse

Malta: Rebellion in schlimmsten Flüchtlingslagern

Der EU-Zwerg Malta erlebte seine bisher ärgste Flüchtlingsrevolte, die Polizei und Militär erst nach Stunden unter Kontrolle bekamen. Steine, Flaschen und Dosen flogen, Zelte und Matratzen brannten, Stacheldrahtzäune wurden niedergerissen: Rund 500 afrikanische Immigranten gingen zu Wochenbeginn im maltesischen Abschiebe- Lager Safi auf die Barrikaden, um gegen die Lebensbedingungen im überfüllten Haftzentrum und gegen die Abschiebung zu protestieren. „Sie warfen alles aus den Zelten raus“, berichtete ein Augenzeuge.

25.03.2009, Südtirol.Online

Oliver Twist in Mailand: "Illegale" in der Kanalisation

Die Polizei in Mailand hat ein „Hotel“ in einem Abwasserkanal geschlossen. Der Eingang bestand in einer eisernen Luke im Gehsteig, wie die Tageszeitung „La Repubblica“ am Mittwoch berichtete. Gut versteckt unter dem Gehsteig befand sich ein Appartement, das an Charles Dickens’ Roman „Oliver Twist“ erinnerte: Über sechzig teils illegale chinesische Einwanderer - Männer, Frauen und Kinder - seien in dem Loch untergebracht gewesen.

25.03.2009, Vorarlberg.Online

Jemen: Flüchtlinge gezwungen über Bord zu springen

Vor der Küste Jemens haben Schlepper mehr als 90 äthiopische Bootsflüchtlinge mit Waffengewalt gezwungen, über Bord zu springen. Mindestens neun Männer hätten es nicht geschafft, an Land zu schwimmen und seien ertrunken, sagte die Küstenwache. 83 Menschen, darunter auch Frauen, konnten sich an Land retten.

24.03.2009, indymedia.org

Köln - Livorno: Gemeinsam gegen Rassismus

Heute besetzt Mario Borghezio eine hohe Position in der Partei „Lega Nord”, ist Präsident der „Grünen Volontäre” (Volontari Verdi), einer Organisation, die früher unter dem Namen „Grüne Hemden” (Camicie Verdi) wegen des Aufbaus paramilitärischer Strukturen und Verschwörung gegen die Einigkeit des Staates Italien verboten wurde. (...) Borghezio forderte, dass “Bahnwaggons für die Migranten versiegelt werden” und “Schiffskapitäne auf Flüchtlingsboote im Mittelmeer schießen sollen”.

24.03.2009, Times of Malta

Malta: 500 Illegale brechen aus Lager aus

Rund 500 abgelehnte Asylbewerber haben gestern mit Gewalt einen Ausbruch aus dem Flüchtlingslager Safi gewagt, wobei drei Mitarbeiter der Sicherheitsdienste leicht verletzt wurden. Es entstand erheblicher Sachschaden. Der Armee gelang es, die Flüchtlinge ins Lager zurückzudrängen, dabei wurde nach Militärangaben "angemessene Gewalt" angewendet. (Artikel in englischer Sprache)

24.03.2009, Times of Malta

Migrant nach Aufstand vor Gericht gestellt

Einer der mutmaßlichen Anführer des gestrigen Aufstands im Flüchtlingslager Safi wurde heute dem Magistratsgericht vorgeführt. Der Beschuldigte bestritt jede Beteiligung an den Ausschreitungen mit dem Hinweis, er habe zum fraglichen Zeitraum geschlafen. Jawey Berdi, ein Einwanderer aus Guinea, wurde wegen Sachbeschädigung, Befehlsverweigerung und Gründung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Er bleibt in Haft. (Artikel in englischer Sprache)

24.03.2009, Österreichischer Rundfunk

FPÖ drängt erneut auf Zuwandererstopp

Für Landesrätin Barbara Rosenkranz (FPÖ) sind die aktuellen Zahlen bei der Jugendarbeitslosigkeit ein deutliches Zeichen dafür, dass der heimische Arbeitsmarkt gerade jetzt in Krisenzeiten keine weitere Zuwanderung vertrage. Ihrer Ansicht nach belaste die Einwanderung das Sozialsystem. Die Integration, so wie sie bisher gelaufen sei, könne in keiner Weise zum Erfolg führen, sagte Rosenkranz.

24.03.2009, Berliner Morgenpost

DGB: Neues Zuwanderungskonzept gefordert

Ausländerverbände und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) haben zum Wahljahr 2009 ein neues Zuwanderungskonzept gefordert. Im Mittelmeer und im Atlantik müssten die Seenotrettungsdienste der europäischen Staaten für die Flüchtlinge zuständig sein, nicht die EU-Grenzüberwachungsorganisation Frontex. Sie missachte Menschenrechte, etwa indem sie Flüchtlinge auf dem Meer zurückweise, ohne festzustellen, ob diese schutzbedürftig seien.

24.03.2009, taz

"Frontex abschaffen" - "Boatpeople welcome"

Sie trugen ein kleines Holzschiff den Sielwall hinauf, "Frontex abschaffen" und "Boatpeople welcome" stand darauf. Mit dieser symbolischen Aktion erinnerte das Bremer "Bündnis gegen Frontex" an die Mitverantwortlichkeit der Bremer Raumfahrtunternehmen EADS und OHB Technology bei der Flüchtlingsabwehr im Mittelmeerraum.

24.03.2009, Täglicher Anzeiger

UNO: Mehr Asylanträge durch weltweite Konflikte

Die Zahl der Asylanträge in den Industriestaaten ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) mitteilte, wurden 2008 in 51 Industrieländern insgesamt 383.000 neue Anträge gestellt - zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Als Grund für den Anstieg nannte das UNHCR die wachsende Zahl schutzsuchender Menschen aus Konfliktgebieten wie Afghanistan und Somalia.

23.03.2009, Bild.de

Malta: Revolte in Flüchtlingslager

In einem Flüchtlingslager auf der Mittelmeerinsel Malta haben Insassen rebelliert. Die protestierenden Flüchtlinge setzten große Teile des Lagers in Brand. Mehreren Lagerinsassen gelang es, zu fliehen, mindestens ein Mensch wurde verletzt. Auf Malta gibt es mehrere geschlossene, von Militär und Polizei kontrollierte Auffanglager, in denen die Bootsflüchtlinge bis zu 18 Monate festge- halten werden dürfen. Die Lager haben einen extrem schlechten Ruf.

23.03.2009, Domradio, Köln

Flüchtlingsorganisationen warnen vor Abschottung

Mehrere Flüchtlingsorganisationen warnen angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise vor Abschottung und Ausgrenzung. Die anstehenden Herausforderungen könnten nur in einer offenen und vielfältigen Gesellschaft bewältigt werden. Das erklärten der Interkulturelle Rat, Pro Asyl und der DGB. Die Politik müsse den Schutz für Flüchtlinge verbessern sowie Rassismus und Diskriminierung bekämpfen.

23.03.2009, Tagesanzeiger, Zürich

USA: Im Pub sitzen und illegale Einwanderer jagen

Die USA haben eine ungewöhnliche Methode entwickelt, wie die mexikanische Grenze besser überwacht werden kann. Die Bürger werden dazu animiert, mittels Webcams selber Jagd auf Immigranten zu machen. Und wer einmal anfange, Immigranten zu jagen, könne nicht mehr damit aufhören, schreibt die Zeitung «The Guardian»: Die freiwilligen Möchtegern-Sheriffs verbringen Stunden mit dem Studieren des Grenzgebietes, um bei der kleinsten ungewöhnlichen Regung die Behörden informieren zu können.

23.03.2009, Times of Malta

Aufstand in Safi - Flüchtlinge verhaftet

Zwei Offiziere vom Wachpersonal und ein Armeesoldat wurden bei einem Aufstand im Haftlager Safi verletzt, als heute morgen 500 bis 600 Migranten revoltierten. Gegen 7 Uhr heute morgen versuchten die abgelehnten Asylsuchenden aus dem Lager auszubrechen, was ihnen wohl nicht gelang. Es heißt, die Anführer seien verhaftet worden. (Artikel in engl. Sprache)

23.03.2009, tagesschau.de

Revolte in Flüchtlingslager auf Malta

Malta ist - neben Lampedusa - eine der europäischen Inseln, die von vielen Flüchtlingsschiffen aus Afrika angesteuert wird. Die Situation in den Flüchtlingslagern dort ist schlecht. Die Insassen des maltesischen Lagers Safi haben degegen rebelliert und Teile des Lagers angezündet. Es ist der zweite Aufstand in einem der geschlossenen Flüchtlingslager auf Malta innerhalb weniger Wochen. Heute morgen gegen 7 Uhr versuchten bis zu 600 Bootsflüchtlinge aus dem Haftlager Safi auszubrechen. Sie steckten zwei Gebäude in Brand, darunter einen größeren Aufenthaltstrakt, in dem viele Lagerinsassen schlafen. Die Schäden sollen erheblich sein.

23.03.2009, Memminger Zeitung

Europa - Menschenrechte im Fokus

Auch mit der Einhaltung der Menschenrechte in Europa steht es nach Meinung der Autorin Margareth Obexer nicht immer zum Besten. Als Beispiel wurde der Umgang mit Flüchtlingen genannt, die mit Booten nach Italien gelangen wollen. Dort machten heimische Fischer mittler- weile sogar einen Bogen um in Not geratene Flüchtlinge, um Anzeigen wegen Beihilfe zur illegalen Einreise aus dem Weg zu gehen. Denn die Strafen dafür wögen schwerer als die für unterlassene Hilfeleistung.

22.03.2009, Times of Malta

Tunis: Flüchtlingstragödie fordert viele Opfer

Entgegen den offiziellen Angaben, die beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der tunesischen Küste weiterhin von sieben Toten sprechen, gehen tunesische Medien von einer weit höheren Zahl von Opfern aus. Die in Tunis erscheinende Zeitung "Achourouk" schreibt, an Bord des Bootes hätten sich mindestens 100 Menschen aus verschiedenen afrikanischen Ländern befunden, als es kenterte. Bisher seien 17 Tote geborgen worden, 33 Flüchtlinge konnten lebend gerettet werden, weitere 50 gelten als vermisst. (englisch)

22.03.2009, Times of Malta

Libyen bittet um Hilfe zur "Grenzsicherung"

Libyen hat Großbritannien um ein spezielles Trainingsprogramm zur Grenzsicherung gebeten, um wirkungsvoller die "Infiltration" von Schleppern und illegalen Einwanderern unterbinden zu können. Die Kurse sollen in Libyen und im Vereinigten Königreich stattfinden. Die Anfrage erfolgte im Rahmen der Gespräche mit EU-Staaten über das Problem der illegalen Einwanderung. (Artikel in englischer Sprache)

22.03.2009, Die Welt

Afrikanische Bootsflüchtlinge vor Jemen ertrunken

Vor der Küste der arabischen Halbinsel sind womöglich Dutzende Elendsflüchtlinge aus Afrika ertrunken. Wie am Samstag aus Sicherheitskreisen im Jemen verlautete, bargen Rettungsteams vor der Küste neun Leichen, nachdem ein Boot mit nahezu 100 Flüchtlingen an Bord gekentert war. 17 Menschen seien gerettet worden, nach Dutzenden werde noch gesucht, hieß es.

21.03.2009, Die Zeit

Jemen: Flüchtlingsschiff kentert im Hafen

Mindestens acht Afrikaner ertranken, wie aus Kreisen der jemenitischen Küstenwache in Aden verlautete. Mehrere Flüchtlinge seien verletzt worden. Das nach einem Maschinenschaden antriebslose Boot war von einem französischen Marineschiff etwa 65 Meilen vor Aden treibend entdeckt und in Schlepptau genommen worden. Die Männer und Frauen an Bord stammten zumeist aus Somalia.

21.03.2009, Die Presse, Wien

Tunesien: Flüchtlingsboot kentert - "viele Tote"

Das Kriegsmarine habe Überlebende geborgen. Die Zahl der Toten soll weit höher liegen. An Bord des Bootes sollen etwa 100 Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen Ländern gewesen sein. 33 Menschen seien gerettet worden, 50 würden noch vermisst. Die Flüchtlinge dürften am Montag von Libyen aus zur Überfahrt nach Italien aufgebrochen sein. Donnerstag kenterte das Boot vor Tunesien.

21.03.2009, Focus

Mindestens 7 Tote vor Tunesiens Küste

Vor der Küste Tunesiens sind mindestens sieben Menschen ertrunken, als sie mit einem Schlauchboot nach Europa flüchten wollten. Die Angaben über die Zahl der Flüchtlinge und der Ertrunkenen gehen auseinander. Tunesische Quellen sprechen von mindestens 17 Toten.

20.03.2009, Agence France Presse

Menschenrechtler: Wirtschaftskrise schürt Rassismus

Die Wirtschaftskrise schürt nach Ansicht von europäischen Menschenrechtsgremien Rassismus und Fremdenfeindlichkeit besonders gegen die schwächsten Bevölkerungsgruppen. Die Krise nähre "die rassistische und fremdenfeindliche Intoleranz", warnten die Grundrechteagentur der Europäischen Union, das Europäische Komitee gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) vom Europarat sowie die entsprechende Abteilung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in einer gemeinsamen Erklärung.

20.03.2009, Deutsche Welle

Lampedusa: "Lebensbedingungen sind unerträglich"

Die italienische Regierung will auf Lampedusa ein Abschiebezentrum einrichten. Dort sollen Bootsflüchtlinge aus Afrika bis zu einem halben Jahr festgehalten werden können. Das wird heftig kritisiert.

20.03.2009, Reuters

UN lobt Vorreiterolle bei Irak-Flüchtlingen

Die Vereinten Nationen haben die europäische Gemeinschaft aufgerufen, wie Deutschland in diesem Jahr irakische Flüchtlinge aufzunehmen. Er hoffe, dass andere europäische Länder dem Beispiel Deutschlands folgten, sagte der Sprecher des UN-Flüchtlings- kommissariats, Ron Redmond, am Freitag auf einer Pressekonferenz in Genf. Die EU hat sich bereiterklärt, 2009 bis zu 10.000 Iraker aufzunehmen. Deutschland wll 2500 Flüchtlinge übernehmen. Die ersten 122 waren am Donnerstag in Hannover eingetroffen.

20.03.2009, dpa

NATO-Gipfel: Kontrollen an Grenzen und Flughäfen

Wegen des bevorstehenden NATO-Gipfels kontrolliert die Bundespolizei ab sofort wieder an den deutschen Land- und Seegrenzen sowie auf den Flughäfen. Die vorübergehende Wieder- einführung solcher Kontrollen sei erforderlich, um im Vorfeld des Spitzentreffens in Straßburg (Frankreich) und Kehl (Deutschland) am 3. und 4. April die Sicherheit zu gewährleisten, hieß es.

19.03.2009, Handelsblatt

Briten verlangen Eintrittsgeld für Migranten

Afrikanische Fußballstars, australische Zahnärzte, philippinische Krankenschwestern - Nicht-EU-Bürger, die ab 1. April legal in Großbritannien arbeiten wollen, müssen zusätzlich zu den Visa- Gebühren eine "Einwanderersteuer" in Höhe von 50 Pfund bezahlen.

19.03.2009, Die Welt

Hamburg: Großeinsatz gegen Schleuserbande

Zeitgleich haben in der Nacht zum Mittwoch Bundespolizisten in Hamburg, Osnabrück, Hannover und Schneverdingen 15 Wohnungen und Unterkünfte durchsucht. Der Großeinsatz, an dem etwa 200 Beamte beteiligt waren, galt einer Schleuserbande, die im großen Stil illegal Iraner, Afghanen und Kosovaren nach Deutschland brachten. Die drei Köpfe der Bande konnten in Hamburg festgenommen werden.

19.03.2009, FOCUS online

Erste 120 Irak-Flüchtlinge in Deutschland

Deutschland hat die ersten 120 Flüchtlinge aus dem Irak aufgenom- men. Insgesamt können 2500 Flüchtlinge in die Bundesrepublik kommen, unabhängig davon, ob es sich um Christen handelt oder nicht. Die meisten von ihnen waren nach Syrien oder Jordanien geflohen, weil in ihrer Heimt Gewalt und Unsicherheit herrschten. Die Iraker werden im Rahmen eines Resettlement-Programms aufgenommen. Das heißt, sie sollen langfristig in Deutschland leben.

19.03.2009, Badische Zeitung

Filmtipp: "La forteresse - die Festung"

Die Bilder, die dieser Tage in den Medien auftauchen, gleichen sich. Auf der italienischen Insel Lampedusa oder an der EU-Außengrenze in Polen bleiben Flüchtlinge auf dem Weg nach Mitteleuropa in staat- lichen Fangnetzen hängen und landen allenfalls in Auffanglagern. Verurteilt zum Nichtstun, halb geborgen, halb gefangen, warten sie zwischen Mitleid und Misstrauen auf Entscheidungen.

19.03.2009, Times of Malta

"Kein Flüchtlingsboot soll mehr EU erreichen"

Bei einer Debatte zur illegalen Einwanderung im maltesischen Parlament forderten Abgeordnete aller Parteien ein entschlosseneres Vorgehen. Ein Sprecher der Nationalisten sagte: "Frontex ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es braucht größere Anstrengungen, damit keine Flüchtlingsboote mehr einen europäischen Hafen erreichen." Auf Malta wurden im letzten Jahr 2755 Ankünfte gezählt. (Artikel in englischer Sprache)

19.03.2009, taz

Das umstrittene Reiseverbot für Flüchtlinge

Die Residenzpflicht von Asylsuchenden ist Flüchtlingsinitiativen seit je ein Dorn im Auge. Eine Sozialwissenschaftlerin hat nun die Auswirkungen untersucht. Auch sie plädiert für die Abschaffung.

18.03.2009, Megawelle Canarias

Spanien: Verbesserung der Grenzkontrollen

Die spanische Regierung will bis Ende 2010 mit EU-Subventionen von 90 Millionen Euro für die Verbesserung der Grenzkontrollen und den Rückgang illegaler Einwanderung sorgen. Die meisten Projekte haben direkte Auswirkungen auf die Kanarischen Inseln. Die Gesamtmittel für Spanien bis zum Jahr 2013 werden 356 Millionen Euro betragen. In diesen Budgets sind auch die Mittel für den Frontex- Einsatz eingeschlossen. Im Jahr 2008 wurden auf dem Archipel 8.024 Immigranten in ihre Herkunftsländer abgeschoben (2007: 5.613).

17.03.2009, swissinfo.ch

Senegal: Migration als Karrieremodell

Senegal ist Ausgangspunkt von Bootsflüchtlingen aus ganz Afrika. Safiatou Baldé arbeitet für eine Organisation, die mit Unterstützung von Schweizer Hilfswerken versucht, den Menschen in der Heimat eine Perspektive zu geben: "Europäische Flotten haben das Meer vor der Küste leer gefischt. Als es kaum noch Fische gab, sind sie gegangen. Unsere Fischer taten dasselbe oder organisierten Überfahrten, um Geld zu verdienen. Was sollten sie sonst tun?"

17.03.2009, Kleine Zeitung, Graz

53 Bootsflüchtlinge in der Ägäis aufgegriffen

Die griechische Küstenwache hat am Dienstag insgesamt 53 Bootsflüchtlinge vor der kleinen Ägäis-Insel Agathonisi aufgegriffen. Die Menschen waren mit zwei Schlauchbooten von der wenige Kilometer entfernten türkischen Küste gestartet. Wegen des starken Seegangs drohten die Boote zu kentern.

17.03.2009, Radio MegaWelle

Kanaren: Abgeschobene versuchen die Überfahrt erneut

15% bis 20% der illegalen Immigranten die per Boot vor oder an den Kanarischen Inseln aufgegriffen und abgeschoben werden, versuchen die Überfahrt erneut. Das ist einem Polizeibericht zu entnehmen, demnach die Beamten mehr als hundert Immigranten per Finger- Abdruck oder Gen-Probe eindeutig als Wiederholungstäter identi- fizieren konnten.

17.03.2009, Deutsche Welle

Aufgewühlte Flüchtlingsinsel Lampedusa

Der 85-jährige Fischer Giovanni Bilecci erzählt, dass er die Menschen in ihren Booten früher eigenhändig gerettet und versorgt hat, als Polizei und Militär noch nicht im Einsatz waren und als es auf Lampedusa noch keine Lager gab. Der alte Fischer kann die jungen Flüchtlinge verstehen. "Die wollen ein besseres Leben", sagt er und erzählt, dass einer seiner Brüder nach Kanada ausgewandert ist. "Wir machen es doch nicht anders. Wir sind früher ausgewandert und wir wandern heute noch aus. So ist die Welt."

17.03.2009, ANSA

Wieder Anladung auf Sizilien - "Schlepper" verhaftet

Fünf Somalis zwischen 18 und 35 Jahren wurden wegen Schlepperei verhaftet. Es handelt sich um die Anlandung von 182 Menschen, darunter drei Kindern und 25 Frauen, die gestern am südlichstens Zipfel Siziliens, Porto Palo di Capo Passero, ankamen. Elf von ihnen wurden in Krankenhäuser in Noto und Avola gebracht. (italienisch)

17.03.2009, Times of Malta

Malta verweigert geretteten Migranten die Landung

Der Streit zwischen maltesischen und italienischen Behörden um 76 gerettete Bootsflüchtlinge geht weiter: die Schiffbrüchigen, darunter 13 Frauen, waren von einem italienischen Kriegsschiff vor Lampedusa gerettet worden. Malta hatte die Einreise untersagt und die Korvette "Minerva" zum Abdrehen gezwungen. Auf Malta hieß es nun, man habe eine ältere Version jener internationalen Konvention unterzeichnet, die die Rettung von Schiffbrüchigen regelt. (englisch)

17.03.2009, Kathimerini, Athen

Griechenland: Taxifahrer mit "Illegalen" verhaftet

Die Polizei in Igoumenitsa, im Nordwesten des Landes, hat gestern einen Taxifahrer festgenommen, der beschuldigt wird, zwei illegale Einwanderer aus Albanien eingeschmuggelt zu haben. Die Beamten beschlagnahmten das Taxi und 1.650 Euro in bar. (englisch)

17.03.2009, www.comprendes.de

Spanien: EU gibt 356 Millionen zur Grenzsicherung

Spanien kann in den Jahren 2009 und 2010 mit einer Beihilfe von 90 Millionen Euro der Europäischen Union für die Verbesserung der Grenzkontrollen und die Bekämpfung der illegalen Einwanderung rechnen. Die meisten geplanten Projekte haben direkte Auswirkungen auf die Kanarischen Inseln und kommen den Behörden vor Ort zu Gute. Die Gesamtmittel für Spanien bis zum Jahr 2013 werden 356 Millionen Euro betragen. Gerade auch im europäischen Maßstab trägt hier der Solidaritätsgedanke gegen die illegale Einwanderung.

16.03.2009, Radio MegaWelle

Kanaren: Zwei illegale Immigranten geflohen

Zwei illegale Immigranten sind aus dem Auffanglager im Süden Teneriffas geflohen. Das provisorische Lager bietet keine ausreichenden Sicherheitsanlagen. Bereits sechs Personen konnten in diesem Jahr aus dem Komplex der in der Nähe der Comisaria in Playa Las Americas liegt fliehen. Auf bis zu 220 Immigranten kommen lediglich zwei Sicherheitsbeamte, viele von ihnen befinden sich noch in der Ausbildung. Die Gewerkschaft der Polizei fordert seit Monaten mehr Personal für die Sicherheit.

16.03.2009, Deutsche Welle

Dokumentarfilm: "Wie ein Mensch auf Erden"

Dagwami wurde in Libyen mit vielen anderen in einen Container gepfercht und hinaus in die Wüste gefahren. Die Hitze im Container war unerträglich, er hatte Angst zu ersticken. "Die behandeln dich wie ein Stück Vieh", erzählt er. Dag hat den Container und das Mittelmeer überlebt. Wie viele die Odyssee mit dem Leben bezahlen, ist ungewiss. Auf jeden Flüchtling, der es schafft, kommen drei, die es nicht schaffen, schätzen Experten. (siehe "TV- und Radiobeiträge")

16.03.2009, Kathimerini, Athen

Griechenland: "Illegale" auf Lkw abgefangen

Die Hafenbehörden in Igoumenitsa haben am Wochenende 59 illegale Einwanderer und drei als Schlepper verdächtigte Personen festgenommen. Alle befanden sich auf zwei Lkw, die für die Fähre nach Italien gebucht waren. Die Herkunft der geschmuggelten Flüchtlinge ist noch nicht geklärt. (Meldung in englischer Sprache)

16.03.2009, Reuters

Malta weist italienisches Schiff mit Flüchtlingen ab

Malta hat einem italienischen Kriegsschiff mit 65 Bootsflüchtlingen an Bord die Einfahrt in seine Hoheitsgewässer verwehrt. Die Flüchtlinge seien 40 Meilen (knapp 80 Kilometer) vor Lampedusa aufgegriffen worden und müssten daher internationalen Verpflichtungen zufolge auch auf die italienische Insel gebracht werden, teilten die Streitkräfte Maltas am Montag mit. Malta liege mit 116 Meilen weiter vom Ort des Geschehens entfernt.

16.03.2009, tagesschau.de

EU-Kommissar wirft Malta Rassismus vor

EU-Innenkommissar Barrot hat die Behandlung von Bootsflüchtlingen auf Malta mit drastischen Worten kritisiert. Der Umgang mit ihnen sei ziemlich rassistisch, sagte er der Nachrichtenagentur ANSA. Zuvor hatte Barrot mehrere Lager inspiziert - schnelle Hilfe konnte er dabei nicht versprechen.

16.03.2009, no-racism.net

Griechenland: 1.100 Tote in der Ägäis

Lesbos ist ein zentrales Eingangstor für Tausende Flüchtlinge und MigrantInnen, die nach Europa wollen. Sie stapeln sich in kleinen Plastikbooten, bei ihrem Versuch, die Wassergrenze Türkei-Griechenland zu überwinden. Manche schaffen es nie. In den letzten 20 Jahren haben mindestens 1.100 Flüchtlinge und MigrantInnen ihr Leben in der Ägäis verloren. Jetzt führen Frontex-Offiziere im Lager von Pagani die Verhöre der dort inhaftierten Bootsflüchtlinge.

15.03.2009, Times of Malta

Malta: Armee soll Flüchtlingsboote "weiterleiten"

Der Parteichef der oppositionellen Arbeiterpartei, Joseph Muscat, fordert einen härteren Kurs gegen illegale Einwanderer. Vorwürfe, er instrumentalisiere angesichts von 600 Ankünften afrikanischer Flüchtlinge die Ängste der Bevölkerung, wies Muscat zurück: "Wenn wir Populisten wären, würden wir sagen, rettet einfach keine Bootsflüchtlinge mehr! Aber das sagen wir ja nicht." Seine Partei will offenbar die Armee anweisen, Flüchtlingsboote aufzutanken und nach Italien weiterzuleiten. (Artikel in englischer Sprache)

15.03.2009, Süddeutsche Zeitung

Flüchtlinge vor Australien abgefangen

Die australische Marine hat 54 wahrscheinlich afghanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Australien kurz vor der Küste abgefangen. Ein Ranger hatte das Boot nordöstlich von Darwin entdeckt, wo es illegal in australische Gewässer fuhr, berichteten die Behörden. Die Marine nahm die Flüchtlinge an Bord und wollte sie auf die Weihnachtsinsel im Pazifik bringen, die zu Australien gehört. Dort ist ein Aufnahmelager, wo Asylanträge gestellt werden können.

15.03.2009, borderline-europe - Sizilien

Ankünfte auf Lampedusa

Wie von 2 Mitgliedern von borderline-europe beobachtet werden konnte landete ein Schlauchboot mit 70 MigrantInnen direkt auf Lampedusa. Nach Angaben des Bürgermeisters handelte es sich um Flüchtlinge vom Horn von Afrika. Die in den Felsen verstreuten Habseligkeiten der Flüchtlinge deuten darauf hin, dass Kleinstkinder an Bord waren. Das ca. 8 m lange Schlauchboot lag ohne Motor vor den Felsen der Isola dei Conigli. Anscheinend wurden die 70 Flüchtlinge aus dem Schlauchboot, so berichtete man borderline-europe, ohne jegliche Untersuchung und Identifkation - und damit ohne jegliche Feststellung der Minderjährigkeit - am heutigen Morgen mit unbekannten Ziel auf das Festland ausgeflogen. Das verstößt gegen jegliche asyl- sowie kinderschutzrechtliche Verordnungen.

15.03.2009, ANSA

Weitere Anlandungen auf Lampedusa

Nachdem in den vergangenen Tagen schon mehr als 300 Flüchtlinge auf Lampedusa angelandet waren wurde ein Schlauchboot mit 68 Menschen, darunter 13 Frauen vom Zoll 2 Seemeilen vor Lampedusa gestoppt und dann in den Hafen geleitet. Ein Mann wurde wegen Atemproblemen in die Poliklinik gebracht. Es ist das vierte Boot in den letzten Stunden. Gestern Abend erreicht ein Schlauchboot mit 70 MigrantInnen den Strand "Isola dei conigli" auf Lampedusa. 2 weitere Boote mit 220 Menschen landeten auf der Nachbarinsel Linosa. (Artikel in ital. Sprache)

14.03.2009, Hamburger Abendblatt

Melilla: Ein Stück Europa an Afrikas Küste

Melilla, der winzige Appendix Europas am Rande Nordafrikas. Ein Traumziel für Touristen, umgeben von einem sechs Meter hohen, streng bewachten Zaun. Und die Flüchtlinge aus Afrika? Die meisten Menschen in Melilla würden nichts von ihnen bemerken, sagt Señor Rodanés. Und das sei auch gut so, meint er, denn wer als Urlauber nach Melilla kommt, soll sonnenbaden, schwimmen oder tauchen. Soll gut essen, durch die mittelalterliche Altstadt bummeln und die schmucken Jugendstilhäuser in der Neustadt bewundern. Keine Realität soll ihn daran hindern.

14.03.2009, Salzburger Nachrichten

Italien: Ärzteproteste gegen Einwanderungsgesetz

Italienische Ärzteverbände protestieren gegen einen umstrittenen Artikel des neuen Sicherheitspakets der Regierung Berlusconi. Dieser erlaubt medizinischem Personal, Daten von illegalen Migranten an Behörden weiterzugeben. Mit der Vorschrift will die Mitte-Rechts-Regierung den Kampf gegen die illegale Immigration verschärfen. Gruppen von Ärzten demonstrierten indes vor der Abgeordnetenkammer.

13.03.2009, Associated Press

Wieder Flüchtlinge auf den Kanaren eingetroffen

Ein Boot mit 64 afrikanischen Flüchtlingen an Bord hat die spanische Insel Teneriffa erreicht. Nach Angaben des Innenministeriums gelangte das Boot am Mittwochabend unbemerkt von den Behörden an den Strand der Ortschaft Granadilla de Abona. Erst am Dienstag hatte die spanische Küstenwacht im Bereich der Kanareninsel El Hierro ein weites Flüchtlingsboot mit 65 Menschen an Bord abgefangen. Unter ihnen waren 14 Minderjährige, wie die Sprecherin des Innenministeriums am Donnerstag erklärte

13.03.2009, Agence France Presse

EU fordert mehr Einsatz gegen Flüchtlinge

Die Regierungen Nordafrikas sollen sich nach dem Willen der EU-Kommission stärker im Kampf gegen die illegale Einwanderung nach Europa engagieren. Zugleich müssten die Lebensbedingungen in europäischen Flüchtlingslagern verbessert werden, forderte EU-Justizkommissar Jacques Barrot vor seiner Reise auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa in einem Gespräch mit der Nachrichten- Agentur AFP. Barrot will sich dort und auf Malta ein Bild von der Situation in den Aufnahmelagern für illegale Einwanderer machen.

12.03.2009, africanmanager

Maghrebstaaten wollen keine Abkommen mit EU

Die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den drei Maghrebstaaten Libyen, Marokko und Algerien, sind "schwierig" geworden, denn diese Länder weigern sich, Rückübernahme- Abkommen mit der EU zu uterzeichnen, so am Dienstag Jacques Barrot, Innen- und Justizkommissar der EU und für das Thema Migration zuständig. Die Rückübernahmeabkommen erlauben es den Europäischen Staaten, irreguläre Migranten in die Heimat- oder Transitländer zurückzuschicken. Man solle die Grenzen dichter machen und gegen die "Schleuser" vorgehen. (Artikel in franz. Sprache)

12.03.2009, Kleine Zeitung

Maroni: "2 Millionen Menschen wollen nach Italien"

Zwei Millionen Migranten haben vor, von der libyschen Küste Richtung Italien zu fahren. Dies berichtete der italienische Innenminister Maroni in einem Radiointerview am Donnerstag. Im Rahmen eines bilateralen Abkommens zur Bekämpfung der illegalen Migration wird Italien in den nächsten Wochen Libyen sechs Schiffe liefern, die zur Patrouillierung der Küsten dienen sollen. An den Kontrollfahrten werden sich auch Italiener beteiligen. "Sobald die Patrouillierung beginnen, wird es keine Migration mehr nach Süditalien geben", versicherte Maroni.

11.03.2009, Associated Press

Kanaren: Boot mit Jugendlichen abgefangen

Die spanische Küstenwacht hat im Bereich der Kanarischen Inseln ein weiteres Flüchtlingsboot abgefangen. Bei den meisten der 65 Insassen handelte es sich um Minderjährige. Kinder kommen zwar oft mit ihren Eltern in Flüchtlingsbooten nach Spanien, doch ist es Beobachtern zufolge ungewöhnlich, dass sie allein nach Europa geschickt werden. Im Gegensatz zu Erwachsenen werden Minderjährige allerdings nicht umgehend abgeschoben, sondern in Lagern untergebracht.

11.03.2009, meltingpot

Lampedusa: weitere Ankünfte trotz Abkommen

Wieder Ankünfte auf Lampedsusa, wieder spricht das gegen die Abkommen mit Libyen und Tunesien. Und schon wieder eskaliert die Situation im Auffanglager der Insel, das nach Entscheidung des italienischen Innenministers zur Abschiebungshaft wurde. Während man noch auf die ersten Entscheidungen der Richter gegen die Zurückweisungen wartet, setzt Italien schon mal die Rückführungsrichtlinie in Kraft - gegen europäisches und italienisches Recht. (Artikel in ital. Sprache)

11.03.2009, Bundespolizei

Schwerpunktkontrollen gegen illegale Migration

Vier Festnahmen wegen unerlaubter Einreise (...), so lautet die Bilanz der ersten gemeinsamen Kontrollen der AGIM in der Region Saarbücken. "Illegale Einreisen sind für die Polizei immer schwieriger zu erkennen, unsere Fahndungseinsätzen passen wir dem Verhalten der Straftäter an. Durch das gemeinsame Tätigwerden kann ziel- gerichtet mehr Personal eingesetzt, mehr und intensiver kontrolliert werden", hieß es. Die Festnahmen belegten dies eindeutig.

11.03.2009, Bild.de

Wieder 300 Flüchtlinge auf Lampedusa

Auf dem süditalienischen Island Lampedusa zwischen Sizilien und Nordafrika sind erneut über 300 Flüchtlinge gestrandet. Einem Boot mit 332 Migranten - darunter 23 Frauen -gelang es in der Nacht direkt im Hafen der Insel einzulaufen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Über die Nationalität der Bootsflüchtlinge wurde bisher nichts bekannt. Mit den Neuankömmlingen sind nach Angaben der Inselverwaltung derzeit rund 2000 Einwanderer auf Lampedusa.

11.03.2009, Europäisches Parlament

Mehr Schutz und Solidarität im europäischen Asylrecht

Nachdem die EU-Kommission im Februar eine Verordnung zur Novellierung des EU-Asylrechts vorgelegt hat, hat das Europäische Parlament sich heute in einem Initiativbericht zu dem Thema geäußert. Dieser unterstützt die Vorschläge der Kommission, fordert aber zusätzlich mehr Schutz und Rechte für die Flüchtlinge und geht mit der bestehenden Dublin-II-Verordnung hart ins Gericht.

10.03.2009, bbc news

Italien vom Emigrations- zum Immigrationsland

Edward Ampadu steht mit seinen Kollegen in einer alten, verlassenen Fabrik, in der im Winter mehr als 600 Afrikaner Zuflucht finden. Es gibt nur einen Wasserzulauf, und die Männer leben in einem Heim aus Kisten und Pappkartons (...) Sie suchen Arbeit auf den Zitrusplantagen in Kalabrien, dem Südzipfel Italiens. Die meisten sind auf einer gefährlichen Route durch die Sahara und über das Mittelmeer gekommen, und die meisten haben keinen legalen Aufenthalt in Italien. "Jeder kämpft hier", sagt Edward, ein 42-jähriger Ghanaer. (Artikel in engl. Sprache)

10.03.2009, Cyprus Mail

Zypern soll Priorität in Asylfragen genießen

Zypern und Malta sollen in Zukunft Priorität in Asylfragen genießen, so der zypriotische Innenminister Neoclis Sylikiotis gestern. Er teilt mit, dass die europäische Kommission Jacques die beiden Staaten als Erste mit dem European Asylum Support Office unterstützen will. "Das ist sehr wichtig für uns (...). Wir haben zwei Gruppen: die erste Gruppe kommt illegal über die türkischen Küstenteil der Insel und reist weiter in den südlichen Teil, missbraucht das Asylsystem, so haben wir Tausende von anhängigen Asylanträgen. Die anderen sind Flüchtlinge, die den Schutz nötig haben", so Sylikiotis. (Artikel in engl. Sprache)

10.03.2009, Mugak/El páis

Die Südgrenze geht bis Gambia

Die Küste Gambias hat sich in einen der Hauptpunkte der Abfahrt und des Transits von afrikanischen MigrantInnen entwickelt, die von hier versuchen, illegal Europa zu erreichen. Bis noch vor einigen Monaten war sie aber auch die am wenigsten bewachte. Gestern hat die spanische Regierung zwei Boote an die gambische Regierung übergeben, um vor der Küste zu patrouillieren. Ein Abkommen für Kooperationsprojekte wurde ebenfalls abgeschlossen. Auch wenn man sich noch über die konkreten Punkte des Abkommens einigen muss, wurden schon vier Millionen Euros für diverse Projekt zur Verfügung gestellt. Eines der beiden Boote verließ gestern erstmals den Hafen der Hauptstadt Banjul. (Artikel in span. Sprache)

09.03.2009, Deutsche Welle

Rumänien als sicherer Hafen für Flüchtlinge

Ihre Reise verlief vom Sudan über den Irak nach Rumänien. Erst hier fanden sie Schutz. 157 Sudanesen leben zurzeit im weltweit ersten Transitlager der Vereinten Nationen und warten auf ihre Einreiseerlaubnis in die USA. Die Gastfreundschaft der Menschen von Temeschwar hilft den Flüchtlingen. Aber nicht nur ihnen, räumt der Chef des Lagers ein: "Sicherlich geht es auch um das Image Rumäniens im Ausland. Ich glaube, dass die Tatsache, dass wir diesen Menschen hier helfen, Rumänien weltweit positiv angerechnet wird."

09.03.2009, Die Welt

Weltbank sieht schwarz für Entwicklungsländer

Die Weltbank warnt vor einer globalen Rezession. Der Welthandel dürfte den stärksten Rückgang seit 80 Jahren erleben – und die armen Länder driften in eine extreme Kreditklemme. Nach einer Analyse der entwicklungspolitischen Organisationen erlassjahr.de und Kinder-Nothilfe droht sieben afrikanischen Staaten bereits die Zahlungs-Unfähigkeit. Dazu gehören Benin, Burundi, Liberia und Niger.

09.03.2009, dpa

Fehmarn: Schleusung nach Skandinavien verhindert

Der Polizei ist auf Fehmarn ein weiterer Schlag gegen die Schleuserkriminalität geglückt. Bei einer Kontrolle im Fährhafen Puttgarden entdeckten Beamte am Sonnabend in einem Kleinlaster 21 Flüchtlinge, teilte die Bundespolizei am Montag mit. Sie sollten nach Skandinavien geschleust werden. Ein Mann saß auf dem Beifahrersitz, die 20 anderen (16 bis 45 Jahre) waren unter menschenunwürdigen Verhältnissen ohne Getränke und Lebensmittel auf der Ladefläche. Der mutmaßliche Schleuser wurde festgenommen.

09.03.2009, Frankfurter Rundschau

Paris: Disput über Vergleich zur Judenverfolgung

Ein Film über illegale Einwanderer hat in Frankreich eine heftige politische Kontroverse ausgelöst, nachdem der Regisseur Philippe Lioret einen Vergleich zur Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg gezogen hat. Lioret hofft, dass sein Film zur Abschaffung eines Gesetzes aus dem Jahre 1945 führt, das Hilfen für Illegale mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft. Mit seinem Film "Welcome" weist Lioret auf die Lage der etwa 700 illegalen Einwanderer hin, die bei Calais in Nordfrankreich auf eine Passage nach Großbritannien warten.

09.03.2009, Times of Malta

Malta: Weitere Tunesier abgeschoben

Eine weitere Gruppe von 10 Tunesiern ist in der vergangenen Nacht in ihre Heimat abgeschoben worden. Von den 262 Migranten, die am 1. Februar auf Malta gelandet waren, wurden damit bisher 63 repatriiert. Im Innenministerium hieß es, 28 Tunesier und 35 Ägypter seien ausgeflogen worden, weitere würden folgen, sobald die Papiere aus ihren Heimatländern eingetroffen sind. 50 Tunesier befinden sich derzeit noch im Lager Safi. (Artikel in englischer Sprache)

09.03.2009, Frankfurter Rundschau

Offenbach: DNA-Test für Flüchtlinge aus Burma

Seit elf Monaten leben sie in Offenbach, flohen aus der Nähe der burmesischen Hauptstadt hierher. Der Mann lebt sei sechs Jahren hier. Und kämpfte eine ganze Weile mit der Ausländerbehörde, weil sie seine Familie nicht einreisen lassen wollte. Die Papiere hätten nicht gestimmt, sagte der Leiter des Ausländeramtes. Vor Gericht stimmte er dann einem Kompromiss zu: Frau und die Töchter dürfen einreisen, müssen hier aber einen Verwandtschaftstest machen.

07.03.2009, Kalima Tunisie

Algerische Migranten in Tunesien festgehalten

Das Problem in Tunesien festgehaltener algerischer Auswanderer ist eine sensible Angelegenheit und hält die Öffentlichkeit in Algerien in Atem. So kritisierte Kemal Balabed, offizieller Sprecher der "Kooperation zur See vermisster Haraga*" (*maghrebinisch für jemanden, der "illegal" auswandert, Anm. d.Übers.), in einem Beitrag für die algerische Zeitung El-Ouatan den Umgang der algerischen Behörden mit dem Problem, die die klandestine Migration kriminalisierten. Balabed schrieb, 68 "Haraga"-Auswanderer hätten Algerien vor zwei Monaten verlassen, und er hätte Kenntnis darüber, dass die 68 Personen von den tunesischen Behörden festgehalten würden, was diese jedoch geheim hielten. Balabed erklärte, seine Organisation hätte Beweise dafür, dass sich die fraglichen Personen bei tunesischen Staatlichen Stellen befänden, die jedoch mit seiner Vereinigung darüber nicht sprechen und ihr keine offiziellen Informationen herausgeben wollten.

06.03.2009, Spanien Bilder

Melilla: Sturm reißt Grenzzaun um

Zweimal wehte der Wind so heftig, dass der Grenzzaun umfiel. Das erste Mal erwischte es 60 Meter des äußeren Gitters der doppelten Umzäunung von Melilla und zwar auf der südlichen Seite. Stunden später am Nachmittag stürzten dann noch einmal 100 Meter Grenzzaun um. Die Behörden setzten sofort Instandhaltungstruppen ein, um die Sturmschäden auszubessern, außerdem wurden vermehrt Patrouillen eingesetzt, um die Zone vor Immigranten zu schützen.

06.03.2009, Zenit

Vatikan beklagt den Tod von 1.500 Flüchtlingen

Die dramatische Situation zahlreicher Flüchtlinge, die in Europa Zuflucht suchen, erfordert internationale Solidarität. Diesen Appell hat der Heilige Stuhl an das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) gerichtet. Anlass ist der Tod von 1.500 Flüchtlingen, die ihr Ziel Europa nicht erreicht haben. Das Schicksal dieser Menschen zeige, wie dringend erforderlich nationale und internationale Regelungen seien, bekräftigte Erzbischof Silvano Tomasi CS, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf.

06.03.2009, Radio Vatikan

"Europa missachtet Menschrechte der Flüchtlinge"

In vielen europäischen Ländern werden die Menschenrechte der Flüchtlinge missachtet. Das stellte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls beim UNO-Sitz in Genf fest. Erzbischof Silvano Tomasi sprach anlässlich der 44. Versammlung des UNO-Flüchtlingskom-missariats. Der Vatikan-Vertreter fügte hinzu, dass jeder Staat seine eigene Migrationspolitik führen könne. Dennoch müssen die Staaten auch den Einwanderern alle Menschenrechte garantieren.

06.03.2009, 20minutes

Kanaren: Erst die Hoffnung, dann der Schiffbruch

Trotz des angeblichen Rückgangs der illegalen Einreisen nach Spanien und trotz der ultramodernen Kontrollmaßnahmen kommen die Boote mit MigrantInnen weiterhin an den spanischen Küsten an. Mitte Februar dann einer der größten Schiffsbrüche der letzten 10 Jahre: 24 Maghrebiner sterben kurz vor der Küste Lanzarotes. Nur aufgrund des Eingreifens von Surfern haben fünf Menschen überlebt. Der Vize- Präsident der Kanarischen Inseln kritisiert das Sicherheitssystem, Frontex funktioniere nicht. (Artikel in französischer Sprache)

06.03.2009, Kathimerini, Athen

Athen: Anwohner suchen Unterkünfte für "Illegale"

In der Athener Innenstadt suchen Anwohner und Hilfsorganisationen Unterkünfte und sanitäre Einrichtungen für Flüchtlinge. Im Bezirk Aghios Panteleimonas forderten sie Behörden und die Orthodoxe Kirche auf, Gebäude für rund 250 - überwiegend afghanische - Flüchtlingsfamilien zur Verfügung zu stellen, die als Obdachlose in der griechischen Hauptstadt leben. (Artikel in englischer Sprache)

06.03.2009, WAZ

Erfolgreichem Studenten droht die Abschiebung

Breshanday Barlas ist der erste Stipendiat der Duisburg-Essener Universitäts-Stiftung. Mit 15 kam der gebürtige Afghane ins Ruhrgebiet. Ein Vorbild an Integration und Talent – dennoch droht ihm Abschiebung. Barlas ist in Deutschland nur geduldet, da er illegal eingereist ist. Nun hat ihn das Amt aufgefordert, nach Afghanistan zu reisen und sich dort bei der Botschaft zu melden. „Auch ein Studium schützt nicht davor, abgeschoben zu werden.”

06.03.2009, Die Welt

Flensburg: Schleuser zu Haftstrafen verurteilt

Für den menschenunwürdigen Transport von Flüchtlingen sind zwei Schleuser vom Landgericht Flensburg am Donnerstag zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die beiden Männer hatten 56 Iraker und einen Afghanen in zwei Kleinlastern von Mailand bis nach Schuby gebracht, wo sie von der Polizei erwischt wurden.

05.03.2009, Berliner Kurier

Abschiebung: Tschetschene flüchtet in Gotteshaus

Kirchenasyl. Das klingt nach Schutz vor schlimmer Bedrohung. Das klingt nach Mittelalter. Und doch verstecken sich zurzeit acht Flüchtlinge in Berliner Kirchen. Um einen von ihnen bangt eine Friedrichshainer Gemeinde ganz besonders. Schon fünf Mal wollten Polizisten den jungen Tschetschenen abholen, der sich aus Angst vor der Abschiebung seit 12. Februar in der Samariter-Kirche versteckt. Jede Nacht schlafen Mitglieder der Gemeinde im Gotteshaus, schützen den 26-Jährigen Tag und Nacht mit ihrer Anwesenheit.

05.03.2009, Kathimerini, Athen

Griechenland: Migranten im Gebirge gerettet

Drei illegale Einwanderer aus Albanien konnten gestern im Nordwesten Griechenlands aus Bergnot gerettet werden. Nach Angaben der Behörden in Florina hatte sich das Trio in den Wäldern verirrt und rief per Handy um Hilfe. Die Suche wurde durch Schneefälle und dicken Nebel erschwert. Die drei Männer wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht. (Artikel in englischer Sprache)

05.03.2009, Times of Malta

Malta will Strafen für Schleuser verschärfen

Die maltesische Regierung erwägt, die Strafen für die "Beihilfe zur illegalen Einreise" zu verschärfen. Die bisherige Höchststrafe für Schlepper beträgt auf Malta 5 Jahre Haft. Angesichts der beispiellosen Flüchtlingswelle dieses Winter erscheine diese Strafandrohung "unangemessen", hieß es. Ein Sprecher der rechtsgerichteten "Azzjoni Nazzjonali" forderte lebenslange Haftstrafen für jeden, der illegale Migranten auf die Insel bringe. (Artikel in englischer Sprache)

05.03.2009, Südtirol.Online

Italien: Festnahmen wegen Menschenhandels

Die Polizei hat 13 Personen wegen Menschenhandels festgenommen. Sie werden beschuldigt, Migranten illegal von Libyen nach Italien geschleust zu haben. Die Festnahmen erfolgten auf Sizilien, in Kalabrien und in der Lombardei. Nachdem Bandenmitglieder die Menschen nach Italien geschleust hatte, halfen sie den Ausländern zur Flucht aus den Auffanglagern und nutzten sie als billige Arbeitskraft aus. Mehrere Migranten wurden gekidnappt und nach der Zahlung von Lösegeld seitens der Angehörigen frei gelassen.

05.03.2009, Süddeutsche Zeitung

Aufnahme von Irak-Flüchtlingen: Modell mit Zukunft

In Damaskus und im niedersächsischen Friedland wird in Kürze ein Experiment zu besichtigen sein. Irakische Flüchtlinge werden sich in der syrischen Hauptstadt in ein Flugzeug drängen und noch am selben Tag im Aufnahmelager Friedland ankommen. Erstmals seit langem nimmt Deutschland wieder direkt Verfolgte aus einem Krisengebiet auf, das hatte es zuletzt vor 30 Jahren bei den Bootsflüchtlingen aus dem kommunistischen Vietnam gegeben.

04.03.2009, IslaCanaria.Net

Flüchtlingstragödie vor Lanzarote: Radar funktionierte

17 Tage nach der Flüchtlingstragödie vor der Küste der Ferieninsel Lanzarote, bei der am vergangenen 15. Februar mindestens 26 Menschen ums Leben kamen, hat die Guardia Civil einen Bericht über die angebliche Fehlfunktion des S.I.V.E. Systems (Sistema Integral de Vigilancia Exterior) veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Patera im Vorfeld des Unglücks entgegen ersten Vermutungen sehr wohl vom Radar zur Überwachung der Aussengrenzen erfasst wurde.

04.03.2009, Corriere della sera

Lampedusa wackelt, Boote fahren nach Sizilien

Der Autor schreibt, dass KEINE Flüchtlinge mehr nach Lampedusa kommen, sondern in Sizilien landen. Also ganz entgegen gesetzt dem Bürgermeister der Insel. Da dort aber gerade erst wieder 300 angelandet sind scheint derzeit beides zu stimmen. Völlig unklar ist die Politik - versucht man, die Boote Richtung Sizilien zu "lenken"? Versuchen die Flüchtlinge, die Insel zu umfahren weil sie wissen, dass Lampedusa ein Abschiebelager ist? Auf jeden Fall kommen mehr in Sizilien an als im Vergleich zum letzten Jahr: bis März 2008 kamen 1650, 2009 waren es 2121. (Artikel in ital. Sprache)

04.03.2009, ANSA

Lampedusa: Es kommen weiter Flüchtlinge

"Das epochale Phänomen der illegalen Immigration ist nicht beendet. Die Boote kommen weiterhin, wie es zu erwarten war, denn das ist der kürzeste Weg. Die Regierungslinie, die Migranten aufs Festland zu bringen anstatt sie auf Lampedusa zu belassen, funktioniert nur, wenn es nicht stürmt." Der lampedusanische Bürgermeister Dino de Rubéis äußert sich klar gegen ein Abschiebungslager, nachdem das jetzige schon wieder überfüllt ist (Artikel in ital. Sprache)

04.03.2009, Kathimerini, Athen

Patras: Afghanischer Flüchtling verprügelt

Wütende afghanische Einwanderer haben am späten Montagabend im Hafen von Patras Müllcontainer in Brand gesetzt. Zuvor war es zu einem Handgemenge mit einem Lkw-Fahrer gekommen, der einen Landsmann mißhandelt haben soll. Die Protestierer gaben an, der Flüchtling sei geschlagen worden, nachdem er versuchte, unbemerkt auf die Ladefläche des Lkw zu gelangen, der zur Überfahrt nach Italien bereit stand. (Meldung in englischer sprache)

04.03.2009, Süddeutsche Zeitung

Einwanderer attackieren Polizei in Patras

In der griechischen Hafenstadt Patras ist es in der Nacht zum Dienstag zu Zusammenstößen zwischen Einwanderern und der Polizei gekommen. Dabei wurden nach Rundfunkangaben mindestens vier Menschen verletzt. Auslöser der Ausschreitungen war, dass ein Afghane sich beim Versuch verletzte, auf einen fahrenden Lastwagen zu springen. Er wollte im Lastwagen auf eine Fähre nach Italien kommen. Nach dem Zwischenfall attackierten Landsleute des Verletzten den Fahrer mit Steinen.

04.03.2009, T-Online

Sizilien: 300 Flüchtlinge in nur wenigen Stunden

Ein Boot mit 120 Nordafrikanern wurde in der Nacht zu Mittwoch von einem Schiff der italienischen Marine im Mittelmeer entdeckt und abgeschleppt, teilte die Küstenwache mit. 86 Flüchtlinge wurden auf die Insel Lampedusa gebracht, die übrigen 34 brachten die Behörden auf Sizilien unter. Ein zweites Boot mit 171 überwiegend aus Nigeria stammenden Flüchtlingen, darunter ein Baby, landete am Morgen. Da das Auffanglager überbelegt ist, mussten die Neuankömmlinge am Hafen auf die Verlegung in ein anderes Lager warten.

03.03.2009, Reuters

Libyen ratifiziert Vertrag mit Italien

Der libysche Kongress hat den Freundschaftspakt mit Italien über 5 Milliarden Dollar Entschädigung für die Kolonialzeit unterzeichnet. Dafür war Berlusconi nach Sirte gereist, wo er vor dem libyschen Parlament sprach und sich mit Ghaddafi traf. Ein Hauptbestandteil des Freundschaftspaktes ist der Kampf gegen die illegale Migration.

03.03.2009, Mugak/El páis

Radar hatte Unglücksboot von Lanzarote gesehen

Auf den Radarschirmen der Guardia Civil auf Lanzarote wurde das Boot, das am 15. Februar nur 20 Meter vor der Küste Schiffbruch erlitt, dreimal erfasst. Bei diesem Schiffbruch starben 25 Migranten, 16 von ihnen Minderjährige. (Artikel in spanischer Sprache)

03.03.2009, Residents against racism

Irland: Sammelabschiebung nach Nigeria

Mehr als 30 NigerianerInnen wurden letzte Woche per Charterflug von Irland nach Lagos deportiert. Bei der Landung in Dublin waren schon 45 Migranten aus Großbritannien und sieben aus der Schweiz und Deutschland an Bord, die dann alle abgeschoben wurden. Der Irische Flüchtlingsrat hatte beantragt, dass eine der Abgeschobenen zurückgeholt wird, damit sie sich um ihre kleinen Söhne kümmern könne, die irische Staatsbürger sind. Die Mutter war nach Ablehnung des Asylantrags abgeschoben worden. (Artikel in englischer Sprache)

03.03.2009, Migreurop

Flüchtlinge in Málaga drohen mit Hungerstreik

Die Häftlinge des Abschiebungsgewahrsams Capuchinos (Málaga) klagen die unmenschlichen Bedingungen im Lager an und drohen mit einem Hungerstreik. Die Koordinatorin der Vereinigung CIM - Immigranten aus Málaga - hat einen Brief mit 42 Unterschriften der Inhaftierten erhalten, in der diese die unwürdigen Zustände kritisieren: Geld wurde ihnen gestohlen, sie werden von den Polizisten rassistisch beleidigt. (Protestbrief in spanischer Sprache)

03.03.2009, Kathimerini, Athen

Griechenland: Zusammenstöße im Hafen Patras

Afghanische Einwanderer haben gestern im zentralen Hafen von Patras einen Lkw-Fahrer angegriffen, den sie beschuldigten, einen Landsmann verletzt zu haben. Bei den anschließenden Zusammenstößen wurde ein Passant verletzt und mehrere Fahrzeuge beschädigt. (Artikel in englischer Sprache)

03.03.2009, Times of Malta

Malta: Erneuter Ausbruch aus Lager Safi

Sechs tunesische Migranten sind in der vergangenen Nacht aus dem Flüchtlingslager Safi entkommen. Dem Vernehmen nach konnten vier von ihnen rasch wieder eingefangen werden - drei vom Lagerpersonal, ein weiterer von der Armee. Die Männer gehörten zu einer Gruppe von 70 Tunesiern, die Anfang Februar eingetroffen waren. Sie sollen in ihre Heimat abgeschoben werden. (Artikel in englischer Sprache)

03.03.2009, dpa

Schweden Ziel der meisten geschleusten Flüchtlinge

Eine liberale Ausländerpolitik lässt Schweden aus Sicht der Bundespolizei zum Ziel Nummer eins für geschleuste Flüchtlinge werden. «Die Geschleusten berichten, dass sie dort schneller anerkannt werden», sagte Matthias Menge von der Bundespolizei in Bad Bramstedt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Zudem seien oft bereits Angehörige in dem Land und die finanzielle Unterstützung sei besser als beispielsweise in Deutschland.

02.03.2009, IslaCanaria.Net

Teneriffa: Kapitän eines Flüchtlingsbootes verurteilt

Das Provinzgericht Santa Cruz verurteilt den Bootsführer eines Flüchtlingsbootes wegen fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten. In der Urteilsbegründung hiess es: “Der Angeklagte hat den Tod der Bootsinsassen in Kauf genommen, als er sich mit einem seeuntüchtigen Holzboot mit 80 Personen an Bord auf den offenen Atlantik gewagt hat. Der Angeklagte musste ausserdem wissen, dass die Vorräte an Trinkwasser und Nahrung nicht für die Fahrt ausreichen würden”.

02.03.2009, Hamburger Abendblatt

Grüne fordern mehr Schutz für Flüchtlinge

Anlässlich des jetzt in Brüssel zu Ende gegangenen Treffens der europäischen Innen- und Justizminister zu Asyl- und Flüchtlingsfragen fordert der GAL-Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin mehr Schutz für Flüchtlinge, einheitliche Standards und eine Angleichung der Asylverfahren in der EU. "Auch Deutschland darf sich in der Asyl- und der Einwanderungspolitik nicht aus der Verantwortung stehlen. Wir müssen Wege der legalen Migration in die EU ermöglichen und dürfen die Verantwortung nicht auf Drittstaaten abwälzen".

01.03.2009, Kathimerini, Athen

Griechenland: Flüchtlingskrise trifft kleine Insel

Die Behörden der kleinen Ägäis-Insel Agathonisi warnen vor einer kritischen Lage, nachdem Dutzende illegale Einwanderer wegen starken Sturms auf dem Eiland festsitzen. Während der Wind mit Stärke 8 bläst, steigen die Spannungen, denn weder Fähren noch Versorgungsschiffe können den Hafen anlaufen - und die Versorgung droht zusammenzubrechen. Nach Auskunft des Bürgermeisters übersteigt die Zahl der Flüchtlinge mit 75 derzeit die der einheimischen Bevölkerung. (Artikel in englischer Sprache)

01.03.2009, drs.ch

Wieder Flüchtlingsdrama vor Jemens Küste

Vor der jemenitischen Küste sind bei einer erneuten Flüchtlingstragödie 45 Menschen aus Somalia und Äthiopien mit einem Schleuserboot gekentert und ertrunken. Das 60 Seemeilen vor der Hafenstadt Mukalla im Südosten Jemens gekenterte Boot sollte die Flüchtlinge von Somalia aus über den Golf von Aden bringen, teilte Jemens Innenministerium mit. Erst vor einer Woche hatte sich ein Unglück mit einem Schleuserboot vor der jemenitischen Küste ereignet. Sechs Menschen ertranken, elf weitere werden vermisst und sind wahrscheinlich ebenfalls ums Leben gekommen.