Die täglichen Dramen

Artikel aus 10.2008

31.10.2008, Al-Alam

Migranten versuchen Melilla zu erreichen

Örtliche Behörden haben bekanntgegeben, dass am Mittwochmorgen (29.10.2008) 7 Personen festgenommen worden sind, die sich angeschickt hatten, heimlich aus subsaharischen Ländern zu migrieren. Sie hatten versucht, über den Zaun in die Stadt Melilla einzudringen, der diese besetzte Hafenstadt1 umgibt, und zwar auf Höhe der Grenzstation Mariouari. Es handelt sich dabei um zwei Nigerianer sowie jeweils eine Person aus Uganda, Benin, dem Tschad, Kamerun und Sierra Leone. Aus den selben Quellen hieß es, am Mittwoch seien zudem, in zwei unterschiedlichen Aktionen, 6 klandestine Migranten festgenommen worden (ein Algerier und 5 Migranten aus dem subsaharischen Afrika). Angehörige der Hilfstruppen hatten an der Küste von Sidi Houssain (nahe An-Nathour) die fünf Afrikaner festgenommen, während bewaffnete Kräfte den Algerier beim Grenzpunkt Bariou Chinou aufgegriffen hatten. (Übersetzung aus d. Arabischen durch das Antirassismus-Projekt im AStA der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg)

31.10.2008, Der Standard, Wien

Tödliches Warten auf Europa

Anfang Juli brach ein Boot mit 37 nigerianischen Passagieren von Marokko in Richtung Europa auf. Nur dreizehn von ihnen konnten nahe der andalusischen Küste gerettet werden. Die Überlebenden erzählten, dass das Boot wegen eines Motorschadens tagelang orientierungslos auf dem offenen Meer getrieben war. Bald war der Wasservorrat erschöpft. Mit jedem Tag warfen die überlebenden Passagiere neue Leichen über Bord. Vierzehn Migranten verdursteten oder ertranken, unter ihnen auch Evelyn Uyi, genannt Mama Twins. Ein Nachruf.

31.10.2008, Die Welt

Einwanderung von 26 Irakern nach Schweden vereitelt

Der Kieler Zoll hat in der Nacht zum Freitag die illegale Einwanderung von 26 Irakern nach Schweden vereitelt. Die Männer im Alter von 15 bis 34 Jahren waren im Laderaum eines Kleintransporters zusammen gepfercht. Nach Angaben der Bundespolizei konnte das Fahrzeug erst nach mehreren vergeblichen Versuchen auf der Autobahn 7 in Höhe Schleswig gestoppt werden. Der Fahrer (54) wurde festgenommen.

31.10.2008, Telepolis

Das Flüchtlingssterben geht weiter

Seit Jahren wird die EU-Grenzschutzbehörde Frontex ausgebaut, um Flüchtlinge von Europa fernzuhalten. Doch die Behörde räumte nun ihr Scheitern ein, was leicht vorherzusagen war. Es war klar, dass Frontex nur für eine weitere Verlagerung der Routen sorgen würde und wohl noch mehr Menschen auf dem Weg nach Europa ihr Leben verlieren würden. Am Mittwoch kam ein Boot mit 126 Einwandern auf der Ferieninsel Gomera an, darunter waren erneut drei Tote, ohne das es von Frontex oder der Küstenwache entdeckt worden wäre.

31.10.2008, Bundespolizei

Flüchtlinge unter Sitzbank versteckt

Gestern gegen 17.00 Uhr kontrollierten Zollbeamte der Gemeinsamen Fahndungsgruppe Schengen Süd (Polizei/ Zoll/ Bundespolizei) im Fährbahnhof Puttgarden einen schwedischen VW-Bus. Bei der zollrechtlichen Kontrolle entdeckten die Beamten unter der Rücksitzbank einen extra eingerichteten Hohlraum, in dem eingepfercht zwei Männer lagen. Fahrer und Beifahrer, ein Schwede serbischer Herkunft (28) und ein Serbe (17) wurden wegen des Verdachts der Schleusung vorläufig festgenommen.

30.10.2008, Radio Vatikan

Illegale Einwanderung - gemeinsam gegen die Ursache

„Wir müssen vor Vorherrschafts- und Überlegenheitsdenken fliehen.“ Das sagt der Präsident des Päpstlichen Rats für die Migrantenpastoral diese Woche in Rom. Der Andere muss anerkannt werden – ohne nur seinen Beitrag zur Wirtschaft des Landes zu messen, so Kardinal Renato Raffaele Martino. In Italien trifft er den Nerv der Problematik. Mehr als 400 Bootsflüchtlinge hat die italienische Marine allein diese Woche im Mittelmeer aufgegriffen. Der Großteil der Menschen stammt aus Afrika. „Wenn jemand nach Europa flieht, dann hat er einen Anspruch auf menschenwürdige Behandlung. Das gilt überall. Unabhängig aus welchen Gründen er gekommen ist, unabhängig, ob er legal oder illegal gekommen ist. Die Menschenwürde verliert man nicht durch die Flucht."

30.10.2008, Kronen-Zeitung

Illegale Welpen aus dem Tschad "abgeschoben"

Riesenaufregung um zwei illegale Hunde, die zwei "Afrika-Soldaten mit Herz" in einer Militär-Maschine nach Hörsching in Oberösterreich "geschmuggelt" haben: Den beiden Bundesheer-Technikern droht ein Disziplinarverfahren, die Vierbeiner wurden wieder in den Tschad zurückgeflogen! Das empört Hunderte Tierfreunde. Bei der "Krone"-Tierecke liefen die Telefone heiß: "Die Leute sind zwar gegen Schmuggel, aber erbost über den Rückflug. Das ist das Todesurteil für die Hunde", so "Krone"-Tier-Lady Maggie Entenfellner.

29.10.2008, oe24.at

Zwei Leichen auf afrikanischem Flüchtlingsboot

Auf den Kanarischen Inseln sind 125 afrikanische Flüchtlinge gelandet. An Bord des Schiffes seien auch die Leichen von zwei Afrikanern, die die Überfahrt nicht überlebt hätten, teilten die spanischen Rettungsdienste am Mittwoch mit. Drei Insassen des Bootes seien mit schweren Symptomen von Unterkühlung in ein Krankenhaus gebracht worden.

29.10.2008, Die Welt

Griechenland ist das neue Ziel für illegale Migranten

Kamen bis vor wenigen Monaten die meisten Bilder gestrandeter afrikanischer oder asiatischer Flüchtlinge von den Küsten Spaniens und Italiens, hat sich der Strom der Illegalen nicht zuletzt durch die verstärkten Kontrollen der EU-Grenzschutzbehörde Frontex ins östliche Mittelmeer verlagert. Viele kommen aus Kriegsgebieten wie dem Irak und Afghanistan. Doch während im EU-Durchschnitt 20 Prozent der Asylanträge jährlich positiv beschieden werden, ist es in Griechenland weniger als ein Prozent. Nach Schätzungen leben im knapp elf Millionen Einwohner zählenden Griechenland 1,2 Millionen Einwanderer, nur 650 000 von ihnen haben Papiere.

29.10.2008, Die Presse, Wien

Tschetschenen: Flüchtlinge eines vergessenen Kriegs

In Österreich finden vergleichsweise viele Menschen Zuflucht vor einem vergessenen Konflikt am Rande Europas – Tschetschenen in der österreichischen Diaspora. Die Flucht von mehr als einer halben Million Menschen, die ihrer Heimat im Kaukasus den Rücken gekehrt haben, untersucht ein Buch, das am Montag in Wien vorgestellt worden ist. Besonders wird darin beleuchtet, wie sie sich in der neuen Heimat zurechtfinden. Und vor welchen Probleme sie dabei stehen.

28.10.2008, Indymedia

Berlin: Frontex trifft Militär

In Berlin findet am 10. und 11. November im Kongreßzentrum am Alexanderplatz der diesjährige Kongreß zu "Sicherheit und Verteidigung" statt. Der Kongreß ist eine weitere Schnittstelle zwischen "innerer und äußerer Sicherheit". So nimmt es auch nicht Wunder, dass sich die Militärs der "Grenzüberwachung" annehmen. Hierfür wollen sie z.B. den Leiter der "Grenzschutzagentur Frontex", Ilkka Laitinen, aufs Podium setzen, der zusammen mit Militärs und dem Direktor von Hewlett Packard neue Formen von "Border Management" erläutern soll.

27.10.2008, Euronews

EU-Spezialeinheiten für Außengrenzeneinsätze

Pässe kontrollieren, LKW nach Schmuggelware durchsuchen, Verhöre führen. Das sind die Schwerpunkte eines Frontex-Trainings für 50 Grenzposten aus mehreren europäischen Ländern. Die Spezialkräfte sollen Teil des so genannten RABIT-Teams werden – einer europaweiten Einsatzgruppe für Grenzsicherung. Ziel der Frontex-Aktion ist, die Grenzsoldaten in Krisensituationen schnell einzusetzen. Die Übungen fanden im rumänisch-moldawischen Grenzgebiet statt. Dort errichtete Bukarest ein High-Tech-Sicherungssystem, um illegale Einwanderungen in die Europäische Union zu verhindern. (TV-Film)

27.10.2008, Die Zeit

Fast 400 Flüchtlinge auf Lampedusa eingetroffen

Auf der süditalienischen Insel Lampedusa sind in der Nacht zum Montag fast 400 illegale Einwanderer eingetroffen. Ein Schiff der italienischen Marine griff nach Angaben der Küstenwache rund 90 Kilometer südlich der Insel ein Boot mit 260 Menschen an Bord auf. Kurz darauf wurde ein weiteres Boot mit 133 Einwanderern gestoppt.

27.10.2008, Österreichischer Rundfunk

Flüchtlinge in Tirol ohne Rechtsberatung

Diözesanbischof Manfred Scheuer appelliert an Innenministerin Maria Fekter (ÖVP), die Rechtsberatung für Asylwerber in Tirol wieder einzuführen. Das Ministerium hat die Entscheidung getroffen, die Rechtsberatung für Asylwerber in Tirol einzustellen.

27.10.2008, Die Presse, Wien

Jemen: Überfluteter Wüstenstaat

Jemen ist eines der ärmsten Länder der Welt, und seine Regierung hat mit einer Rebellion in mehreren Teilen des Landes zu kämpfen. In den vergangenen Jahren hatten die Behörden auch eine immer größere Zahl somalischer Bootsflüchtlinge zu versorgen, die von Schleppern über den Golf von Aden gebracht und oft vor der Küste ins Wasser geworfen werden.

27.10.2008, Isla Canaria Net

Traurige Schicksale und die illegale Überfahrt ...

Die Beweggründe aufzuführen, warum Menschen die oftmals lebensgefährliche Reise über den Atlanik auf sich nehmen um in einem europäischen Land leben zu können, würde den Rahmen sprengen. Wenn diese Menschen für den Wunsch auf ein Leben in Europa gar ihr Leben riskieren und die Reise ohne irgendwelche Habseligkeiten, in einem Holzboot über den Atlantik antreten, dann kann man in etwa erahnen, wie schlecht die Zustände in den Heimatländern der Immigranten wirklich sein müssen.

27.10.2008, Associated Press

Flüchtlinge versuchen nach Melilla zu gelangen

Etwa 30 nordafrikanische Flüchtlinge haben versucht, durch ein offenes Grenztor in die spanische Exklave Melilla in Marokko zu gelangen. Die Polizei drängte einen Großteil der Gruppe am Montag zurück, einige Flüchtlinge konnten jedoch auf spanisches Hoheitsgebiet vordringen, wie das Innenministerium in Madrid mitteilte. Das Grenztor über den Fluss Mezquita war wegen hoher Wasserstände nach heftigen Regenfällen geöffnet worden.

27.10.2008, Die Presse

Über 400 Migranten auf Lampedusa eingetroffen

Über 400 Migranten sind in der Nacht auf Montag auf Lampedusa eingetroffen. Ein Flüchtlingsboot mit 260 Personen an Bord wurde von der italienischen Küstenwache 50 Seemeilen südlich der Insel gesichtet und in Sicherheit gebracht. Wenig später wurde ein weiteres Boot mit 133 Menschen an Bord gerettet. Am Sonntag waren bereits 150 Migranten auf Lampedusa eingetroffen, am Samstag waren es 130.

26.10.2008, Tagesspiegel

Vor dem Demografie-Drama?

NRW-Integrationsminister Armin Laschet (CDU) im Interview: "De facto gibt es kaum mehr Zuwanderung. Wir haben den niedrigsten Stand von Asylbewerbern seit 30 Jahren, Spätaussiedler kommen so wenige, dass wir die Aufnahmestelle Unna-Massen bald schließen werden, und bei den Hochqualifizierten sind lediglich 111 nach Nordrhein-Westfalen eingewandert. Im Gegenteil: Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zum Auswanderungsland werden und junge Hochschulabsolventen unser Land verlassen."

26.10.2008, Athens News Agency

Illegale Einwanderer vor Lesbos

Insgesamt 80 illegale Einwanderer wurden in den vergangenen 24 Stunden von der greichischen Küstenwache vor der großen Ostägäis-Insel Lesbos aufgegriffen, darunter 13 Minderjährige. Nach Angaben der Behörden wurden alle Bootsinsassen als Flüchtlinge aus Dritt-Welt-Ländern identifiziert. Sie seien von der türkischen Küste aus in See gestochen. (Meldung in englischer Sprache)

25.10.2008, Südtirol Online

14-jähriger fuhr auf Lkw-Achse bis nach Frankreich

Ein 14 Jahre alter Marokkaner ist auf der Achse eines Lastwagens versteckt bis an die französische Grenze gelangt. Zollbeamte entdeckten den Buben nach Medienberichten vom Samstag bei einer Grenzkontrolle in Biarritz nahe der spanisch-französischen Grenze. Der Lastwagen war im marokkanischen Tanger gestartet und hatte auf der spanischen Seite etwa 1.300 Kilometer zurückgelegt. Der 14-Jährige wurde einem Heim übergeben.

25.10.2008, Times of Malta

Weniger Asylbewerber abgeschoben

Eine wachsende Zahl von Migranten wird nicht in ihre Heimatländer abgeschoben, obwohl sie weder den Flüchtlingsstatus-, noch Anspruch auf humanitären Schutz erhalten. In den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der "Illegalen", die nicht ausgeflogen wurden, auf 2.123 angestiegen (bei 11.273 Ankünften). 5.192 wurden deportiert, was allerdings schwieriger wird, je mehr Asylbewerber aus Ländern wie Sierra Leone oder Liberia kommen. (Artikel in englischer Sprache)

25.10.2008, Schwetzinger Zeitung

Kirche an der Seite der Flüchtlinge in Afrika

Der Monat der Weltmission wird jedes Jahr weltweit im Oktober begangen und ist die größte Solidaritätsaktion der katholischen Kirche. Die Spenden und Kollekten sind für katholische Projekte in den ärmsten Diözesen der Welt bestimmt. Das Internationale Katholische Missionswerk missio mit Sitz in Aachen und München unterstützt die katholische Kirche in mehr als 160 Partnerländern in Afrika, Asien und Ozeanien, insbesondere durch die Ausbildung kirchlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

25.10.2008, Neues Deutschland

Teuflischer Pakt der EU

Die europäische Migrations- und Integrationspolitik ist geprägt von selektiver Durchlässigkeit und militärischer Abschottung. Der letzte Woche von EU-Staats- und Regierungschefs beschlossene Pakt zu Einwanderung und Asyl ist da keine Ausnahme. Der Pakt setzt auf gemeinsame Abschiebeflüge für Ausländer ohne gültige Papiere und ihre Erfassung mittels biometrischer Daten wie etwa Fingerabdrücke. Nationalstaatliche Pläne sollen die »freiwillige« Rückkehr fördern.

24.10.2008, Südtirol Online

260 Migranten auf Lampedusa gelandet

Rund 260 Migranten sind am Freitag auf der Insel Lampedsua eingetroffen. Sie wurden von der Küstenwache in Sicherheit gebracht, berichteten italienische Medien. Die Migranten stammen mehrheitlich aus Tunesien. Die Zahl der Migranten, die nach gefährlichen Überfahrten die Insel erreichen, hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007 mehr als verdoppelt. Tausende haben in den vergangenen 15 Jahren die Überfahrt nicht überlebt.

24.10.2008, Oberbayrisches Volksblatt

10 illegale Einwanderer aus dem Irak festgenommen

Die Rosenheimer Schleierfahnder haben innerhalb von zwei Tagen insgesamt 16 Personen festgenommen. Darunter befanden sich zehn illegale Einwanderer aus dem Irak, mehrere Urkundenfälscher und ein mutmaßlicher Schleuser.

24.10.2008, Radio Vatikan

30.000 Irak-Flüchtlinge aufnehmen!

Die EU und Deutschland sollten nicht länger auf Zeit spielen, sondern Flüchtlinge aus dem Irak aufnehmen. Das fordert der Menschenrechts-Beauftragte des Hilfswerks „missio“, Otmar Oehring. Unter den nicht-muslimischen Flüchtlingen aus dem Irak seien circa 70.000 als „besonders verletzlich“ anerkannt, so der Experte. Die EU spricht dagegen von nur 10.000 Menschen, die aufzunehmen seien. Doch diese Angabe sei jenseits aller Realität, meint Oehring. Deutschland müsse mindestens 30.000 Flüchtlinge aufnehmen.

24.10.2008, Times of Malta

Malta: Wieder Leiche im Meer gefunden

Die maltesische Marine hat gestern nach Polizeiangaben einige Meilen vor dem Hafen Comino einen im Meer treibenden, menschlichen Körper geborgen. Touristen hatten die Leiche von Bord einer Yacht entdeckt und gemeldet. Der Leichnam befindet sich im fortgeschrittenen Stadium der Verwesung, er soll heute autopsiert werden. (Meldung in englischer Sprache)

24.10.2008, Der Standard, Wien

Lager Traiskirchen setzt Asylwerber vor die Tür

Seit zwei Wochen klopfen bei Flüchtlingshelfern im Wiener Raum wieder viel mehr obdachlose Asylwerber an - Sie kommen aus dem Lager Traiskirchen, wo 88 Menschen widerrechtlich vor die Tür gesetzt worden sind.

24.10.2008, Ahlener Zeitung

Sensibilisieren für Schicksal der Flüchtlinge

„Immer weniger Flüchtlinge haben die Möglichkeit, Europa zu erreichen. Das wird systematisch unmöglich gemacht. Die Chancen, Asylanträge zu stellen, werden immer geringer.“ Die EU schotte sich immer mehr ab. Sich für dieses Thema stark zu machen, sei „eine ureigene Aufgabe von Christen“, sagt Margret Pernhorst von der Kirchengemeinde St. Felizitas. „Die Menschen hier aufzunehmen, ist Christenpflicht“, bekräftigt sie.

23.10.2008, Ekathimerini, Athen

Europa und die illegale Migration (Kommentar)

Der Zustrom aus den Entwicklungsregionen in den reichen Westen ist hervorgerufen durch das große Wohlstandsgefälle (...) die immer weiter klaffende Schere zwischen reich und arm, verbunden mit den niedrigen Geburtsraten im Westen, führt mit mathematischer Präzision zu wachsenden Flüchtlings-Wellen. Tausende riskieren Alles für ein besseres Leben, gepackt wie Sardinen in Schrottkähne oder auf Lkw-Ladeflächen. (Artikel in englischer Sprache)

23.10.2008, El Pais, Madrid

Acht Babys im Flüchtlingsboot

Die spanische Küstenwache hat gestern ein Boot mit 73 Flüchtlingen aus Afrika aufgegriffen. Unter den Insassen seien acht Babys gewesen, teilten die Rettungskräfte mit. Das kleine Boot wurde den Angaben zufolge nahe der winzigen spanischen Insel Alboran auf halber Strecke zwischen Marokko und dem spanischen Festland aufgespürt. Die Migranten seien zur spanischen Hafenstadt Motril gebracht worden, wo Mitarbeiter des Roten Kreuzes sie untersuchen sollten. (Meldung in spanischer Sprache)

23.10.2008, The National, Dubai

Yemen: Somalische Flüchtlinge geben nicht auf

Die Körper der somalischen Flüchtlinge, die es bis an die Küste Yemens geschafft haben, sind steif vom tagelangen Sitzen mit angezogenen Knien. Alle kennen sie die Gefahren der Überfahrt - die Schläge der Menschenschmuggler, Ersticken unter Deck, über Bord geworfen zu werden - aber die Angst in Somalia zu bleiben war größer: "Wäre ich da geblieben, wäre ich erschossen worden oder verhungert", sagt Ahmed, der die Reise schon dreimal gewagt hat. Jedesmal wurde er deportiert. (Artikel in englischer Sprache)

23.10.2008, WOZ, Zürich

Gestrandet am Ärmelkanal

Für Thomas eine weitere Tagesreise auf einer Odyssee, die vor anderthalb Jahren in Eritrea begann. Der frühere Soldat liess sich in den Sudan schmuggeln. Drei Wochen dauerte die Autofahrt durch die Sahara. Dann kam er in einem kleinen Boot von der libyschen Küste nach Italien. Thomas und seine Frau waren unter den zwanzig Passagieren des Bootes, die Lampedusa erreichten. Die restlichen 117 überlebten die Überfahrt nicht.

23.10.2008, Gießener Allgemeine

Viele junge Flüchtlinge aus Irak und Afghanistan

In Gießen als Standort der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung werden diejenigen Kinder und Jugendlichen untergebracht, die unter 18 Jahre alt sind und ohne Familienangehörige ankommen. Waren es 33 Flüchtlinge im ganzen Jahr 2005 und im Jahr darauf 47, so sind 2007 bereits 91 aufgenommen worden, 70 davon in den ersten neun Monaten. Bis September 2008 wurden nun schon 86 Jugendliche gezählt. Die meisten kommen aus dem Irak und Afghanistan, auch Algerien, Eritrea, Indien oder Pakistan waren vertreten.

22.10.2008, Eifel-Zeitung

Festung Europa – Kein Platz für Flüchtlinge?

Ungeachtet der Warnungen von Menschenrechtsorganisationen hat die EU in den vergangenen Jahren das gesamte Asylrecht verschärft und setzt immer mehr auf polizeiliche Abwehrstrategien gegen die wachsende Zahl von Immigranten – insbesondere aus Afrika-, die unter Lebensgefahr die Flucht an die Küsten Spaniens, Italiens und Griechenlands wagen. Europa entwickelt sich für diese Flüchtlinge allmählich zu einer uneinnehmbaren Festung.

22.10.2008, Bieler Tagblatt

Erneut Flüchtlinge vor spanischer Küste

Die spanische Küstenwache hat gestern ein Boot mit 73 Flüchtlingen aus Afrika aufgegriffen. Unter den Insassen seien acht Babys gewesen, teilten die Rettungskräfte mit. Immer wieder greift die spanische Küstenwache Afrikaner auf, die Armut und Krieg entkommen wollen und auf abenteuerliche Weise versuchen, in viel zu kleinen Booten nach Europa zu gelangen. Viele Flüchtlinge sterben auf der gefährlichen Reise an Hunger oder Durst, viele ertrinken.

21.10.2008, Rheinische Post

Neue Hoffnung für Bootsflüchtlinge

Gastbeitrag von Louis Michel, EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe: "Manche Politiker möchten Sie glauben machen, dass wir die Migrationsproblematik durch schärfere Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der ´Festung Europa` in den Griff bekommen könnten. Ich versichere Ihnen, dass dies leere Versprechungen sind, um die Öffentlichkeit von den schockierenden Bildern Hunderter zu Tode erschöpfter Afrikaner abzulenken, die wie Treibgut an die Strände gespült werden. Jeder EU-Bürger sollte sich vielmehr fragen, ob sich diese Frauen und Männer wirklich so sehr von ihren eigenen Vorfahren unterscheiden, die auch alles, was sie liebten, einst hinter sich ließen in der Hoffnung auf ein neues, besseres Leben auf einem anderen Kontinent."

21.10.2008, Der Standard, Wien

"Gros der Asylwerber kommt nicht über Seeweg"

UNHCR- Sprecher Roland Schönbauer kritisiert den Kampf der EU-Staaten gegen die illegale Einwanderung der "Bootsflüchtlinge". Bei den gefährlichen Überfahrten in oft seeuntauglichen Booten kommt es immer wieder zu Unglücken. Von Migranten auf dem Weg nach Spanien gelten bisher 120 Menschen als tot oder vermisst, in Italien gab es bis Oktober 509 belegte Fälle von Toten oder Vermissten. "Wir wissen, dass diese Menschen nicht die einzigen sind, die im Mittelmeer den Tod gefunden haben. Ich würde schätzen, dass es wohl auch dieses Jahr wieder mehrere tausend Tote gegeben hat, wenn man alle Länder des Mittelmeeres zusammen nimmt", so Schönbauer.

20.10.2008, Österreichischer Rundfunk

Onlinespiel thematisiert Flucht und Migration

Die Nachrichten sind voll von Meldungen über Flüchtlinge, die auf dem Weg nach Europa gescheitert sind, ertrunken im Mittelmeer, abgefangen an einer der Grenzen. Wie sich Menschen tatsächlich auf der Flucht fühlen, davon kann man gelegentlich lesen oder in Filmen über dieses Schicksal erfahren. Jetzt hat man auch die Möglichkeit, diese Erfahrung selber zu machen - in einem Computerspiel. Es wurde von der Salzburger Künstlergruppe gold extra entwickelt.

20.10.2008, konkret

Piraterie im Auftrag der EU

Im Blick auf die Ideale der europäischen Zivilisation sind vor allem jene Einsätze erwähnenswert, bei denen Frontex-Schiffe Flüchtlingsboote stoppen und den Insassen von ihrem Benzin und ihren Lebensmitteln so viel wegnehmen, also stehlen, daß der verbleibende Vorrat nur noch für die Rückfahrt an die afrikanische Küste reicht. Bei diesen Akten der Piraterie, die sich auch in internationalen Gewässern vollziehen, taten sich nach Angaben des Leiters der Einsatzzentrale der italienischen Militärpolizei in Rom, Francesco Saverio Manozzi, hiesige Beamte hervor. In einem ARD-Radiofeature wurde Manozzi mit der Feststellung zitiert, daß insbesondere die deutschen Verbände die "harte Linie praktizieren".

20.10.2008, Tiroler Tageszeitung

Nikolaus Geyrhalter stellte neuen Film vor

Am Sonntagabend feierte Nikolaus Geyrhalters („Unser täglich Brot“) neuer Film „7915 km“ im Rahmen der Viennale seine Europa-Premiere. Im ausverkauften Gartenbaukino gab es für die sozialkritische Dokumentation minutenlangen Beifall. Der Film endet mit einem Flüchtlingsboot auf einem Suchmonitor. Dem voll besetzten Boot nähert sich langsam die Küstenwache und zwingt es, abzulenken. Und dann Schwarzbild. Den Rest kennt man aus den Nachrichten.

20.10.2008, Süddeutsche Zeitung

Mexiko: Eine Nacht als Flüchtling

Bizarre Freizeitattraktion: In Mexiko simuliert ein Dorf für Touristen die Flucht in die USA. Die Veranstalter kennen alle Tricks - aus eigener Erfahrung. "Die Idee der Nachtwanderung entstand, weil wir das selbst erlebt und durchlitten haben. Wir machen das, weil wir wissen, wie das funktioniert“, erklärt Luis García Bravo. Der 42-Jährige überquerte die Grenze 1987 zum ersten Mal. Jetzt spielt er für die Touristen den Schlepper.

20.10.2008, Focus Online

Flüchtlingsboot vor Griechenland gesunken

Auf dem Weg nach Griechenland ist auf dem Butrintisee in Albanien ein überfülltes Flüchtlingsboot gesunken. Dabei kamen nach Polizeiangaben am Sonntagabend eine Frau und ihr drei Monate altes Baby ums Leben. Die anderen elf Menschen an Bord wurden gerettet, unter ihnen der Ehemann der ertrunkenen Frau. In der Nähe wurde ein zweites Boot mit weiteren 13 Flüchtlingen aufgegriffen.

20.10.2008, Tirol Online

Schlepperalarm - auch Kinder betroffen

Eine routinemäßige Fahrzeugkontrolle wurde einem 29-jährigen gebürtigen Iraker, der in Deutschland wohnt, zum Verhängnis. Die Polizeibeamten aus Imst staunten nicht schlecht, als sie das Auto durchsuchten. Insgesamt sechs illegale Iraker waren in dem Pkw versteckt - teils im Kofferraum, teils hinter den Sitzen im Fond des Autos. Unter den Illegalen befanden sich auch Kinder. Es stellte sich heraus, dass der 29-Jährige von jedem Iraker 4000 Dollar kassiert hatte, um sie über Italien nach Deutschland zu schleppen.

20.10.2008, Associated Press

Flüchtlingsboot auf See in Albanien gesunken

Ein überfülltes Boot mit bis zu 20 Flüchtlingen an Bord ist am Sonntag auf einem See im Süden Albaniens gesunken. Dabei kamen nach Polizeiangaben eine Frau und ihr drei Monate altes Baby ums Leben. Mehrere weitere Menschen würden noch vermisst. Acht Menschen, unter ihnen der Ehemann der ertrunkenen Frau, wurden den Angaben zufolge gerettet. Sie wollten laut Polizei auf dem Butrintsee illegal die Grenze zum benachbarten Griechenland überqueren.

20.10.2008, Der Tagesspiegel

Klimawandel: „50 bis 60 Staaten verschwinden“

„Wir müssen damit rechnen, dass in den kommenden 100 Jahren 50 bis 60 souveräne Staaten von der Landkarte verschwinden werden, weil der Meeresspiegel steigt“, sagt Koko Warner. Sie ist bei der UN-Universität in Bonn Abteilungsleiterin Umwelt und Migration. Bis 2050 könnten mehr als 200 Millionen Menschen auf der Flucht vor den Folgen des Klimawandels sein. „Migration ist ein komplexer Vorgang“, sagt Koko Warner. Es ist schwierig, „Klimaflüchtlinge“ von anderen Migranten abzugrenzen. Deshalb sprechen die Forscher von „umweltbezogenen Migranten“, um keine völkerrechtlichen Probleme aufzuwerfen. Denn „die Menschen brauchen Hilfe“, sagt Warner.

19.10.2008, Der Spiegel

Protest gegen Abschiebung: Frau verbrennt sich selbst

Es war eine Verzweiflungstat: In Le Mans hat sich eine 60-Jährige angezündet und ist an den schweren Verletzungen gestorben. Mit der Aktion wollte die Französin dagegen protestieren, dass ihrem Lebensgefährte die Abschiebung nach Armenien droht.

19.10.2008, Kanaren Nachrichten

Erneut Toter an Bord eines Flüchtlingsbootes

Erneut hat die Überfahrt nach Europa ein Menschenleben gefordert- Im Hafen von Arguineguin erreichte ein Cayuco mit 93 afrikanischen Einwanderern die Kanareninsel Gran Canaria, unter ihnen der leblose Körper eines jungen Afrikaners und 5 weitere Männer, welche sofort mit Hypothermie-Symptomen ins Krankenhaus, bzw. mit Knochenbrüchen in ein nahegelegenes Gesundheitszentrum gebracht werden mussten. Erst am vergangenen Mittwoch gab es auf der Kanareninsel Teneriffa einen toten Bootsflüchtling zu beklagen.

19.10.2008, tagesschau

Flüchtlingsleben am "Ziel der Träume"

Menschen aus aller Welt sind hier gerne gesehen, zumindest die meisten - Lampedusa lebt schließlich vom Tourismus. Urlauber kommen auch weiterhin, bekannt ist die Insel aber inzwischen vor allem für die illegalen Einwanderer, die in Booten angespült werden. Sie bringen die Auffangeinrichtungen der Insel an den Rand ihrer Kapazität. Schon 23.000 kamen in diesem Jahr - und es werden mehr.

18.10.2008, n-tv

London: Einwanderer unerwünscht

Großbritannien will wegen der Konjunkturschwäche die Einwanderung einschränken. "Es war in der Vergangenheit zu einfach, ins Land zu kommen, und es wird schwieriger werden", sagte Immigrationsminister Phil Woolas der "Times".

18.10.2008, Heidenheimer Zeitung

Italien rudert bei Einwanderungsrecht zurück

Immer mehr Flüchtlinge erreichen Italien über das Mittelmeer. Derweil ringt die Regierung um ein neues Einwanderungsgesetz. Auf Druck der EU musste die Regierung Verschärfungen zurücknehmen. Innerhalb eines Tages kamen allein in dieser Woche 800 Flüchtlinge im Auffanglager der Insel an. Bei einem wachsenden Teil der Ankömmlinge handelt es sich nicht mehr wie in vergangenen Jahren um Wirtschaftsmigranten sondern um Flüchtlinge.

17.10.2008, Swissinfo.ch

UNHCR: Immer mehr somalische Bootsflüchtlinge

Die Zahl der somalischen Bootsflüchtlinge, die über den Golf von Aden nach Jemen zu gelangen versuchen, ist in diesem Jahr so hoch wie nie zuvor. Bis Ende September erreichten mehr als 33 000 Flüchtlinge die jemenitische Küste. Mindestens 230 Menschen starben auf der Überfahrt, fast 400 werden vermisst, wie das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Nairobi mitteilte.

17.10.2008, Bieler Tagblatt

Mehr Menschen flüchten in Industrieländer

Die Asylgesuche in 44 Industrieländern sind im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gestiegen. Die Iraker liegen dabei deutlich an der Spitze der insgesamt 165 100 Anfragen um Asyl.

17.10.2008, dpa

Polizei verhindert Schleusung von sechs Irakern

Die Polizei hat auf der Autobahn A7 bei Schleswig die Schleusung von sechs Irakern verhindert. Eine Streife habe die zwei Männer, eine Frau und drei Kleinkinder in der Nacht zu Freitag bei der Kontrolle eines Mietwagens aufgegriffen, teilte die Bundespolizei Kiel mit.

17.10.2008, Kanaren Nachrichten

Bootsflüchtling bezahlt Reise mit dem Leben

69 Bootsflüchtlinge erreichen den Süden der Kanareninsel Teneriffa, einer der Immigranten verstarb am Morgen im Krankenhaus. Das Cayuco wurde an einem Strand im Gemeindegebiet San Miguel de Abona von der Polizei und Mitarbeitern des spanischen Roten Kreuz in Empfang genommen. Vier Bootsinsassen mussten sofort in ein Gesundheitszentrum gebracht werden. Die Männer wiesen starke Symptome der Austrocknung, sowie Unterkühlung auf.

17.10.2008, Die Presse, Wien

Lampedusa: 1000 Flüchtlinge in zwei Tagen

In nur zwei Tagen sind wieder über 1000 Flüchtlinge auf der italienischen Insel Lampedusa gelandet. Italiens Innenminister Maroni fordert eine gesamteuropäische Initiative, um die Flüchtlingswelle zu stoppen. "Es gibt keinen anderen Weg als diplomatische Aktionen, um die Flüchtlingswelle zu stoppen", sagte Maroni. Kommende Woche wird der Minister nach Malta reisen, um das Vorgehen der Hilfsaktionen in den internationalen Gewässern klarer zu definieren.

16.10.2008, Basler Zeitung

Hunderte Einwanderer auf Lesbos erkrankt

Auf der griechischen Insel Lesbos sind hunderte Einwanderer in einem Aufnahmelager durch verunreinigtes Trinkwasser schwer erkrankt. Grund sind offenbar veraltete Wasserpumpen und nicht ordentlich funktionierende Toiletten. «Sie befinden sich in einem schlechten Zustand, können aber nicht in Spitäler gebracht werden, da sie zu viele sind und ihre Verfassung zu schlecht ist», sagte ein Polizeivertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Die Ärzte seien daher zur Notfallversorgung ins Lager geeilt. In dem Lager auf der ostägäischen Insel werden rund 600 Immigranten festgehalten, die illegal in das Land reisen wollten. Der Grossteil von ihnen kommt aus den kriegsgeplagten Ländern Somalia und Afghanistan.

16.10.2008, Wiebadener Kurier

Nach der Schwangerschaft ab durch den Tunnel

Afrikanische Flüchtlinge warten in Calais auf eine Chance für die illegale Einreise nach Großbritannien. Für ein paar Hundert Euro helfen Mittelsleute den Migranten, sich in einen Lastwagen zu schmuggeln, der durch den Eurotunnel nach Großbritannien fährt. Trotz der Spürhunde und sensiblen Messgeräte, die Herzschläge oder menschlichen Atem entdecken, schaffen es immer wieder illegale Einwanderer über die Grenze.

16.10.2008, Borkener Zeitung

Flüchtlingslager in Griechenland "unmenschlich“

Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ schlägt Alarm: In Griechenland – mitten im Touristenparadies – leben Flüchtlinge unter inhumanen Bedingungen. Die meisten Aufnahmelager auf den Inseln in der Ostägäis seien restlos überfüllt. Besonders eklatant ist die Lage auf der Insel Lesbos: Rund 800 Migranten befänden sich dort in einem Lager, das nur für 400 ausgelegt sei, beklagt Yiorgos Karayiannis von „Ärzte ohne Grenzen“. Seit Anfang Juni 2008 betreut die Organisation dort ein Projekt, um den Menschen medizinisch zu helfen.

16.10.2008, Junge Welt

EU-Pakt zur Abschottung

Mit dem Pakt wollen die EU-Minister auch geopolitisch in die Offensive gehen. Durch Partnerschaften für eine »temporäre Migration« mit Kap Verde, Moldawien und bald auch mit Senegal und Georgien soll der Einfluß der EU in diesen Gebieten massiv ausgedehnt werden. Gleichzeitig soll die Abwehr von Migranten und Flüchtlingen so weit wie möglich in die Herkunftsländer verlagert werden. Über den Hebel der Entwicklungspolitik sollen Staaten außerhalb der EU für die Abschottungs- und Auslesepolitik der EU dienstbar gemacht werden.

16.10.2008, stern

Flüchtlinge können weitergereicht werden

Jedes Jahr wagen Tausende Asylsuchende den gefährlichen Weg über Mittelmeer und Atlantik nach Europa. Mit ihrem Pakt zu Einwanderung und Asyl entlastet die EU jetzt die von davon betroffenen Länder. Flüchtlinge können künftig von den Ankunftsstaaten an Drittländer umverteilt werden.

16.10.2008, Radio MegaWelle

Frontex erklärt ihre Arbeit für gescheitert

Die EU-Grenzagentur Frontex hat ihre Arbeit für gescheitert erklärt. Ungeachtet dessen plant die Europäische Union eine weitere Verstärkung der Frontexeinheiten. Der neue Einwanderungspakt der französischen EU-Ratspräsidentschaft, der gestern formell beschlossen wurde, wertet die Grenzagentur zu einer Behörde der Koordination aller Kontrollen der EU-Außengrenzen auf und verspricht ihr mehr Ressourcen. In der Praxis bedeuten solche Beschlüsse eine Zunahme von Abschiebungen.

16.10.2008, Süddeutsche Zeitung

EU-Staaten wollen Flüchtlinge verteilen

Beim Umgang mit Asylbewerbern haben die Länder im Süden Europas mehr Solidarität der anderen EU-Staaten gefordert. Nun sollen die Flüchtlingsströme besser verteilt werden. Die 27 EU-Staaten peilen erstmals eine Verteilung von Asylbewerbern von einem Mitgliedsland ins andere an. Auf einer "freiwilligen und koordinierten Basis" sollten schutzbedürftige Flüchtlinge zwischen den Mitgliedstaaten weitergereicht werden können, heißt es in der jüngsten Version des EU-Pakts zu Einwanderung und Asyl. Die Staats- und Regierungschefs sollen das Papier bei ihrem Treffen in Brüssel heute beschließen.

16.10.2008, taz

Frontex: Kein Rezept gegen Afrikas Migranten

Die Patrouillen der EU-Grenzagentur Frontex, die seit zwei Jahren die Migrationsrouten auf hoher See zwischen Afrika und Europa überwachen, haben am Zustrom von Bootsflüchtlingen nichts geändert. Kein Geringerer als Frontex-Chef Illka Latinen selbst erklärte die Frontex-Arbeit am 20. September für gescheitert. Die Patrouillen zögen vielmehr Flüchtlingsboote an, sagte er, denn Schleuser leiteten nun bewusst die Boote in Richtung der europäischen Patrouillen um, damit die Migranten von den Küstenbewachern gerettet werden können. Ungeachtet dessen plant die EU eine weitere Stärkung von Frontex. Der neue Einwanderungspakt der französischen EU-Ratspräsidentschaft, der heute auf einem EU-Gipfel formell beschlossen werden soll, wertet die Grenzagentur zu einer Behörde der Koordination aller Kontrollen der EU-Außengrenzen auf und verspricht ihr mehr Ressourcen.

15.10.2008, Eifel Zeitung

Festung Europa – Kein Platz für Flüchtlinge?

Ungeachtet der Warnungen von Menschenrechtsorganisationen hat die EU in den vergangenen Jahren das gesamte Asylrecht verschärft und setzt immer mehr auf polizeiliche Abwehrstrategien gegen die wachsende Zahl von Immigranten – insbesondere aus Afrika-, die unter Lebensgefahr die Flucht an die Küsten Spaniens, Italiens und Griechenlands wagen. Europa entwickelt sich für diese Flüchtlinge allmählich zu einer uneinnehmbaren Festung. Nachdem allein im vergangenen Jahr über 2000 Menschen umkamen bei dem Versuch, illegal über das Mittelmeer in die EU einzureisen, ist das Bild Europas als Zufluchtort vor Krieg und Unterdrückung endgültig zerstört.

15.10.2008, Österreichischer Rundfunk

Kofi Annan: Klimawandel und Armut nicht vergessen

(...) Klimawandel, Hunger, Armut, Krankheit - alles große Anliegen des langjährigen UNO-Generalsekretärs. Manche Politiker würden die Finanzkrise jetzt gerne als Ausrede benützen, und sagen, "wir haben für die Rettung der Banken so viel Geld ausgegeben, für anderes gibt es keines mehr ". Kofi Annan warnt: "Wenn wir den Kampf gegen den Klimawandel oder die Armut nicht fortsetzen, nützt uns auch die Rettung der Banken nichts für eine bessere Welt. Wir haben erlebt, was die steigenden Lebensmittelpreise bewirkt haben: Hungerrevolten in 50 Ländern. Sie waren zum Glück schnell vorbei. Aber derlei könnte ganze Länder und Regionen destabilisieren."

15.10.2008, Rheinische Post

Zahl der Asylbewerber steigt wieder

Die Zahl der Asylbewerber ist im September gegenüber dem Vormonat deutlich angestiegen. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden 1965 Asyl-Erstanträge gestellt, wie das Bundesinnenministerium gestern bekanntgab. Hiermit sei die Zahl der Asylbewerber im Vergleich zu 2007 um 10,9 Prozent gestiegen. Grund dafür soll der erhöhte Anteil irakischer Flüchtlinge sein. Von Januar bis September 2008 erhielten fast 5000 Personen den Status eines Flüchtlings im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention.

15.10.2008, Frankfurter Rundschau

Ein paar Löcher in der Mauer

Eigentlich sollte es der Höhepunkt des EU-Gipfels werden und ein Triumph für den amtierenden Ratsvorsitzenden, Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy. Doch nun werden die Staats- und Regierungschefs bei ihrem heutigen Treffen in Brüssel den "Pakt zu Einwanderung und Asyl" eher geschäftsmäßig und ohne allzu großes Pathos annehmen. Die Finanzkrise dominiert die Tagesordnung.

15.10.2008, Berliner Morgenpost

Afrikanische Flüchtlinge aus Boot geworfen

Während ihres Fluchtversuchs nach Europa sind 13 Afrikaner nach Angaben der Justiz von anderen Mitreisenden getötet worden. Die Bootsflüchtlinge, die zu einer Gruppe von 59 Menschen aus Nigeria, Niger und Ghana gehörten, seien aus dem Boot geworfen worden und im Meer ums Leben gekommen, teilte jetzt die Staatsanwaltschaft im sizilianischen Syrakus mit.

14.10.2008, Südkurier

Polizei kommt Schleuser auf die Schliche

Am Sonntagnachmittag versuchte ein 34jähriger in Deutschland wohnhafter Nigerianer in Begleitung seiner 46jährigen deutschen Ehefrau einen 28jährigen Landsmann über den Grenzübergang Weil-Autobahn in die Bundesrepublik einzuschleusen. Die weiteren Ermittlungen ergaben, daß der 28jährige Nigerianer als Bootsflüchtling illegal über die Insel Lampedusa nach Italien eingereist ist.

14.10.2008, n-tv

Flüchtlinge über Bord geworfen

Horror auf einem Flüchtlingsboot: Fünf Nigerianer sollen während der Überfahrt von Libyen nach Sizilien 13 von insgesamt 72 Immigranten über Bord geworfen haben. Die Flüchtlinge seien "von bösen Geistern besessen gewesen", erklärten die Täter nach Angaben der römischen Zeitung "La Repubblica".

14.10.2008, Radio MegaWelle

24 Immigranten auf Gran Canaria

24 Illegale Immigranten, unter ihnen 16 Minderjährige und ein Baby. Das ist die Bilanz vom Montag in Arguineguin auf Gran Canaria. Das Cayuco ist gegen 7.00 Uhr morgens vor der Küste von der Küstenwache geortet worden. Zwei Stunden später waren die Afrikaner im Hafen. Alle sind in einem guten gesundheitlichen Zustand. Die Mutter wurde mit ihrem wenige Monate alten Kind und deren Schwesten ins Krankenhaus zur Beobachtung gebracht.

14.10.2008, Der Tagesspiegel

Europa setzt Regeln für Migration

Die Außengrenzen der EU sollen künftig noch stärker kontrolliert werden. Die Grünen üben heftige Kritik am Ziel des "Europa des Asyls". Während der Pakt bei Menschenrechten und Schutz von Migranten sehr weich bleibe, werde er, wenn es um Repression geht, viel konkreter, sagt der Europapolitiker Manuel Sarrazin. Beim Punkt Zusammenarbeit mit den Herkunftsstaaten der Migranten werde die Frage, ob sie die Menschenrechte achteten, nicht einmal erwähnt. Sarrazin und sein Bundestagskollege Josef Winkler, migrationspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, beklagten zudem die ungeklärte Rolle und die schwachen Möglichkeiten demokratischer Kontrolle der EU-Grenzschutzbehörde Frontex, die zum Beispiel Aktionen gegen Flüchtlingsboote im Mittelmeer koordiniert. „Fragen wir im Bundestag nach, sagt die Regierung, das sei Sache Europas“, sagte Winkler. „Fragen unsere Europaparlamentarier nach, heißt es, die Aktionen von Frontex würden mit nationalem Personal abgewickelt, und das sei Sache der Mitgliedsländer.“

13.10.2008, Vienna Online

Wien: Fenstersprung statt Abschiebung

Einem 20-jährigen Mann, dem die Abschiebung aus Österreich drohte, entschloss sich lieber zu einem Fluchtversuch, als ihm der Ernst seiner Lage klar wurde. Auf der Flucht riss er einen Polizeibeamten mit sich aus dem Fenster.

13.10.2008, Süddeutsche Zeitung

EU-Asylpolitik: Weiter eine Baustelle

Auch an den Außengrenzen der EU entscheidet sich, ob der Anspruch, Verfolgten Schutz zu gewähren, ernst gemeint ist. In der EU werden zwar immer noch mehr als 60 Prozent der Asylanträge weltweit gestellt. 220 000 waren es im Jahr 2007, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Vier Asyl-Richtlinien sind in Kraft, die Mindeststandards setzen. Aber immer noch kann es Flüchtlingen aus dem Irak oder aus Somalia passieren, dass sie in der EU in einem Land anerkannt, aus einem anderen aber abgeschoben werden.

13.10.2008, Ibbenbürener Volkszeitung

„Migration ist ein Menschenrecht“

„Migration ist ein Menschenrecht“, betont Paul Ruzoka nachdrücklich. Jeder Mensch dürfe selbst bestimmen, wo er lebe wolle, sagt der Erzbischof aus Tansania. Doch er weiß sehr gut, dass die etwa eine Million Menschen, die in sein Heimatland kamen, nicht aus freien Stücken dort sind. Bürgerkriege, grausame ethnische Konflikte, Hunger und Vertreibung sorgten für unvorstellbar große Wanderungsströme. Migranten, Flüchtlinge, die in ihrer Heimat um ihr Leben fürchteten.

13.10.2008, kleine Zeitung

13 Migranten lebend ins Meer geworfen

Die sizilianische Polizei hat fünf afrikanische Menschenhändler wegen Mordes festgenommen. Sie werden beschuldigt, im September bei einer Überfahrt von Libyen nach Sizilien 13 Migranten lebend ins Wasser gestoßen zu haben. Diese seien dann ertrunken. Die fünf Nigerianer steuerten ein Flüchtlingsboot mit 71 Personen an Bord, darunter Frauen und Kinder. Auf Sizilien trafen nur 58 Menschen ein.

13.10.2008, Hamburger Morgenpost

Flüchtlinge in Auto gepfercht

Sie hatten kein Essen und kaum Getränke. Zusammengepfercht wie Tiere hockten die elf Iraker auf der Ladefläche des Transporters. Unter erbärmlichen Zuständen sollten sie nach Skandinavien geschleust werden. Ihre Reise in die Freiheit endete Sonnabend an der A7 auf dem Rastplatz "Harburger Berge".

13.10.2008, ZDF "Heute"

Hunderte Flüchtlinge vor Gran Canaria und Lampedusa

Vor den Küsten der italienischen Insel Lampedusa und der spanischen Insel Gran Canaria sind am Sonntag mehr als 400 unerwünschte Flüchtlinge aufgegriffen worden. Italien und Spanien sind oft Ziel von Flüchtlingen aus Afrika. Ein Boot mit 341 Flüchtlingen wurde laut italienischer Küstenwache in der Nacht in den Hafen von Lampedusa eskortiert. An Bord waren 246 Männer, 67 Frauen und 26 Kinder. Vor Gran Canaria fing der spanische Zivilschutz ein Boot mit 72 afrikanischen Flüchtlingen ab und brachte sie in den Süden der Insel. Dort war am Freitag ein Boot mit mehr als 50 Menschen angekommen.

12.10.2008, Welt Online

Flüchtlinge ins haiverseuchte Meer geworfen

Schmuggler haben rund 100 afrikanische Bootsflüchtlinge auf hoher See über Bord gezwungen. Nur wenige schafften es, sich schwimmend in einem Meer voller Haie bis ans Land zu retten. 30 Flüchtlinge sind nach UN-Angaben ertrunken, bis zu 70 werden noch vermisst.

11.10.2008, Aschaffenburg 24

Schleuser auf Autobahn 7 gestoppt

Die Polizei hat am Samstag auf der Autobahn 7 bei Winsen (Kreis Harburg) die illegale Schleusung von Flüchtlingen verhindert. Nach Polizeiangaben handelte es sich um 11 Iraker, die vermutlich nach Skandinavien gebracht werden sollten. Die Männer im Alter von 15 bis 32 Jahren wiesen einen schlechten gesundheitlichen Zustand auf. Einer von ihnen brach beim Verlassen des Fahrzeugs zusammen und musste notärztlich versorgt werden. Alle Fahrzeuginsassen wurden vorläufig festgenommen.

11.10.2008, OberÖsterreich Nachrichten

Menschenhändler verdienen am Flüchtlingssturm

21.000 Flüchtlinge hat Italiens Innenministerium seit Anfang 2008 auf Lampedusa gezählt. Die Zahl der Migranten hat sich damit gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007 mehr als verdoppelt. Sechs Pattrouillen-Schiffe der Küstenwache vor Lampedusa kommen täglich mehreren Flüchtlingsbooten zur Hilfe. Aliporta: „An Bord unserer Schiffe leisten Ärzte und Krankenpfleger den meist erschöpften Migranten Erste Hilfe. Die Menschen sind nach den langen Fahrten am Ende ihrer Kräfte. Oft können nur noch Leichen geborgen werden.“

11.10.2008, Die Presse, Wien

100 Flüchtlinge vor Jemen über Bord gegangen

100 somalische Flüchtlinge wurden von ihren Schleppern vor der jemenitischen Küste gezwungen, über Bord zu gehen. Überlebende der Überfahrt berichteten, dass das Boot am Montag mit etwa 150 Passagieren an Bord den somalischen Hafen Marera verließ. Drei Tage später hatte das Schiff den Golf von Aden überquert. Immer mehr Somalier wollen vor dem Bürgerkrieg in den Jemen fliehen. Seit Jahresbeginn weisen Hilfsorganisationen immer vehementer darauf hin, dass der somalische Bürgerkrieg zur größten Katastrophe auf dem afrikanischen Kontinent ausartet: Die UN-Flüchtlings-Agentur geht von über einer Million Binnenflüchtlinge aus.

11.10.2008, Der Standard, Wien

217 Migranten unweit von Lampedusa gerettet

Eine Gruppe von 217 Flüchtlingen, die sich an Bord eines Fischerbootes befanden, ist am Freitag von der italienischen Küstenwache südlich der Insel Lampedusa gerettet worden. Fünf Personen der Migrantengruppe, mehrheitlich Nordafrikaner, mussten ärztlich behandelt werden. Sie wurden im Auffanglager der Insel untergebracht.

10.10.2008, tagesschau.de

Flüchtlinge mussten über Bord springen

Im Golf von Aden werden nach Angaben des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) 100 Menschen vermisst, die sich an Bord eines Flüchtlingsschiffs befanden. Menschenschmuggler hätten sie gezwungen, über Bord zu springen. Das UNHCR befürchtet, dass sie ertrunken sind.

10.10.2008, Wiener Zeitung

Calais: Europas vergessene Flüchtlinge

Eine Existenz im rechtlichen Niemandsland, keine Lobby, kaum Hilfe: "Illegale auf der Durchreise" bilden die Unterschicht der Flüchtlinge. Da die Einreise nach England immer schwieriger wird, stranden Tausende in den Hafenstädten an der Kanalküste.

10.10.2008, taz

"Frontex": Der Film zum Prozess

Eine besondere Folge von "Aktenzeichen XY - ungelöst" kursiert auf DVD derzeit in der linken Szene: Unbekannte haben die ZDF-Sendung nachgeahmt, indem sie eine Originalfolge gekonnt mit eigenen Beiträgen bestückt haben. Bei den "Kriminellen" handelt es sich unter anderem um die Einsatztruppe zur Abschottung der EU-Außengrenzen "Frontex", die für den Tod von Zehntausenden von Flüchtlingen verantwortlich sei.

10.10.2008, Hamburger Abendblatt

200 Millionen Klima-Flüchtlinge?

Der Meeresspiegel könnte in 100 Jahren um einen Meter ansteigen - und die Süßwasserressourcen gefährden. Wie drastisch die Folgen sein können, zeigt die Einschätzung der Uno, dass bis zur Mitte des Jahrhunderts 200 Millionen Menschen durch die Folgen der Erderwärmung aus ihrer Heimat vertrieben werden. "Alle Anzeichen sprechen dafür, dass wir vor einem globalen Problem gigantischen Ausmaßes stehen", sagte der Chef des Uno-Umweltinstituts in Bonn, Janos Bogardi, gestern in Barcelona.

10.10.2008, Der Standard, Wien

"Unser Blut ist rot wie eures"

In Italien häufen sich rassistische Angriffe gegen Migranten, die Regierung spricht dennoch nur von Einzelfällen. Die Lega Nord will unterdessen einen Ausweis für Migranten nach dem Muster des Punkteführerscheins. Seit illegale Einwanderer 18 Monaten festgehalten werden dürfen, sind alle Auffanglager Italiens hoffnungslos überfüllt. Nun sollen zehn weitere eröffnet werden.

09.10.2008, Kurier, Wien

Flüchtlingsverzweiflung auf Lampedusa

Am Mittwochvormittag wurde ein Boot mit 40 Personen an Bord, darunter sieben Frauen, gerettet. Das Boot war sieben Seemeilen südlich von Lampedusa in Not geraten. Fünf weitere Migranten, die sich an Teilen eines gesunkenen Bootes hielten, konnten in Sicherheit gebracht werden.

09.10.2008, Radio MegaWelle

Kanaren fordern mehr Umterstützung aus Madrid

Die Kanarischen Inseln haben absolute Priorität bei der Unterstützung der Immigration von Minderjährigen. Brüssel hat uns versprochen mit der Regierung in Madrid zu sprechen, damit wir die Unterstützung erhalten, die notwendig ist, um den Kindern und Jugendlichen angemessen zu helfen. In den kommenden Tagen wird es auch Gespräche mit den Verantwortlichen der Grenzschutzagentur FRONTEX geben. Der Einsatz an den Grenzen zum afrikanischen Kontinent soll ausgeweitet und verstärkt werden.

09.10.2008, Financial Times Deutschland

UN-Konferenz berät über Klimawandel-Flüchtlinge

Immer mehr Menschen werden weltweit durch die Folgen des Klimawandels zur Flucht aus ihren Heimatregionen gezwungen. Experten schätzen, dass im Jahr 2050 etwa 200 Millionen Menschen allein wegen Umweltproblemen auf der Flucht sein werden. Durch Klimawandel verursachte Migration könne zu einem großflächigen Phänomen werden.

09.10.2008, Die Presse, Wien

Lampedusa: Wieder 460 Flüchtlinge eingetroffen

Fast 2000 Flüchtlinge wurden in den vergangenen zwei Tagen auf der süditalienischen Insel aufgegriffen. Hunderte werden mit einer Luftbrücke nach Sizilien geflogen, um Lampedusa zu entlasten.

08.10.2008, Die Welt

EU will Afrikaner von Einwanderung abschrecken

Die EU eröffnet im westafrikanischen Mali ein Beratungsbüro, das illegale Schleusungen verhindern helfen soll. Vor allem liegt der EU daran, auf die Gefahren einer illegalen Einwanderung hinzuweisen. Hunderte von Menschen sterben beim Versuch, in die EU zu gelangen; sie verdursten in der Wüste oder riskieren ihr Leben auf kaum seetüchtigen Schiffen. Die dramatischen Bilder von überfüllten Flüchtlingsbooten und von Leichen an den Stränden der Kanaren hätten Entwicklungskommissar Michel vor drei Jahren aktiv werden lassen, erinnert sich ein Mitarbeiter.

08.10.2008, Deutscher Bundestag

Grüne fordern Änderungen bei Migrationspolitik

Beim Umgang mit Bootsflüchtlingen an den EU-Außengrenzen soll sichergestellt werden, so die Grünen, dass auf Hoher See aufgegriffene Flüchtlinge einen Zurückweisungsschutz im Rahmen internationaler Konventionen erhalten und in das flaggeführende bzw. nächstgelegene Mitgliedsland gebracht werden. Dort soll dann festgestellt werden, wer schutzbedürftig ist und wer rückgeführt werden soll. Bei der Flüchtlingspolitik soll sich die Bundesregierung an "einer solidarischen innereuropäischen Verteilung von Asylsuchenden aktiv beteiligen und sich für eine faire Aufteilung der finanziellen Kosten zwischen den Mitgliedstaaten einsetzen.

08.10.2008, ORF

Mehr als 800 Flüchtlinge in Italien gelandet

An den Küsten Italiens sind gestern mehr als 800 Bootsflüchtlinge angekommen. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, wurden die illegalen Einwanderer vor den Inseln Lampedusa und Sizilien aufgegriffen. Allein 149 Menschen, darunter 61 Frauen und 41 Kinder, wurden demnach bereits im Morgengrauen von einem Flüchtlingsboot gerettet und ins Aufnahmezentrum auf der Insel Lampedusa gebracht.

07.10.2008, Unità

67 Flüchtlinge in LKW - alle abgeschoben

67 Flüchtlinge, versteckt in einem LKW, der Äpfel transportierte, wurden im Hafen von Ancona entdeckt. Sie gaben an, Kurden aus dem Irak zu sein, doch anscheinend handelt es sich um Afghanen, die aus Griechenland kamen. Sie wurden umgehend mit der Fähre, auf der sie gekommen waren, wieder zurückgeschoben. (Artikel in italien. Sprache)

07.10.2008, dpa

Schleusung von neun Afghanen entdeckt

Die Polizei hat am Montag im Fährhafen Puttgarden vermutlich die Schleusung von neun jungen Afghanen nach Dänemark verhindert. Die Beamten entdeckten die Männer im Alter zwischen 15 und 27 Jahren im Innenraum eines Wagens, wie die Bundespolizei in Flensburg mitteilte. Sie seien alle ohne Ausweise unterwegs gewesen, lediglich der Fahrer habe afghanische Papiere bei sich gehabt. Die Fahrt der zehnköpfigen Gruppe endete vorerst auf der Dienststelle.

07.10.2008, Der Westen

Bundespolizei fasst 149 illegal Eingereiste

Die Bundespolizei hat 149 Ausländer gefasst, die unerlaubt nach Deutschland eingereist sind oder sich sonst illegal im Land aufhalten. Im Rahmen eines europaweiten Einsatzes wurden außerdem 183 Diebstähle, 167 Fälle erschlichener Leistungen («Schwarzfahrer»), 221 Sachbeschädigungen wie Graffiti-Schmierereien und 65 Körperverletzungen angezeigt. Insgesamt waren rund 11.100 Mitarbeiter der Bundespolizei beteiligt. Schleuser seien allerdings nicht gefasst worden, sagte ein Sprecher.

07.10.2008, DCRS Online

Politiker will eigenes Kind abschieben lassen !

Galt früher noch der Spruch, Blut ist dicker als Wasser und bezeichnete den Zusammenhalt von Verwandten, so zählt heute offenbar nur noch der Egoismus. Ein CDU-Politiker aus Hamburg-Altona hat offenbar versucht seine Affäre samt der gemeinsamen Tochter in den afrikanischen Kongo abschieben zu lassen, um sich ungestört einer neuen Beziehung widmen zu können.

07.10.2008, Der Standard, Wien

"Illegale Zuwanderung nützt der Wirtschaft"

"Auch illegale Immigration ist nicht unbedingt schlecht für die Volkswirtschaft." Davon ist Christian Dustmann, europaweit anerkannter Experte für Migrationsökonomie am University College in London, überzeugt. Zuwanderung wirke sich prinzipiell positiv auf die Volkswirtschaft aus, sagte Dustmann am Montag in einer Pressekonferenz in der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU).

07.10.2008, Allgemeine Zeitung

Schon 15 Paten für Flüchtlinge

Zum Fest der Begegnung im Bonhoeffer-Haus stellte Marie Weber vom Arbeitskreis Asyl die Kampagne "Save me" (Rette mich) vor, mit der man für die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland werben will. 100 Paten für Menschen auf der Flucht werden gesucht, 15 Menschen aus der Stadt und dem Kreisgebiet haben schon eine feste Zusage gegeben. Diese positive Resonanz auf den ersten Aufruf für die Aktion "Save me" in Bad Kreuznach sei eine ermutigende Erfahrung, freute sich Marie Weber.

06.10.2008, Radio MegaWelle

Immer mehr minderjährige Immigranten

Die Zahl der illegalen Immigranten aus Afrika ist auf den Kanaren in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen, dafür haben die Cayucos immer mehr Minderjährige an Bord. Die Behörden gehen davon aus, das die Kinder ganz bewußt von den Eltern auf die lebensgefährliche Überfahrt geschickt werden. Inzwischen gelangten jährlich etwa 700 Minderjährige auf die Inselgruppe, doppelt so viele wie früher.

06.10.2008, Gießener Anzeiger

"Noch gut Platz für eine Menge Flüchtlinge"

"Bei der schlimmsten Flüchtlingskatastrophe in diesem Jahr vor der Küste Spaniens kamen 15 Afrikaner ums Leben, darunter neun Kleinkinder. Die Opfer seien vermutlich verhungert und verdurstet, hieß es." Mit einem erschütternden Beispiel für die Folgen der europäischen Abschottung gegen Flüchtlinge eröffnete Pfarrer Hermann Wilhelmy von der Evangelischen Flüchtlingsseelsorge die erste Gießener Flüchtlingsnacht.

05.10.2008, Neue Zürcher Zeitung

Schweiz: Weitere Verschärfungen im Asylrecht

Mit einigen Vorschlägen zur Verschärfung des Asylrechts hat die Justizministerin bereits für Furore gesorgt. Die Vorlage, die sie in die Ämterkonsultation geschickt hat, zeigt jetzt, wo und wie sie genau vorgehen will. «... die Attraktivität der Schweiz als Zielland von Asylsuchenden ist zu senken», heisst es im Entwurf der bundesrätlichen Botschaft.

04.10.2008, Idsteiner Zeitung

Kampagne zur Ansiedlung von Flüchtlingen

Ist Idstein bereit, Flüchtlinge aufzunehmen? Unter dem Titel "Save me Idstein - Eine Stadt sagt Ja" fand im Rahmen der interkulturellen Woche eine Veranstaltung statt, die sich mit den Problemen von Flüchtlingen auseinandersetzte. In diesem Zusammenhang wurde durch Andrea Kothen eine neue Kampagne der Organisation "Pro Asyl" vorgestellt.

03.10.2008, Bundespolizei

Hamburg: Iraner versteckte sich auf Zugtoilette

Bundespolizisten haben einen iranischen Staatsangehörigen am Gleis 14 des Hamburger Hauptbahnhofes vorläufig festgenommen. Zuvor hatte ein 55jähriger Zugbegleiter des Euro Night 490 auf der Fahrt von Wien nach Hamburg die Bundespolizei über einen "Schwarzfahrer" informiert. Der Mann hatte sich von Regensburg bis Hamburg auf der Zugtoilette versteckt. Gegenüber eingesetzten Bundespolizisten konnte der Beschuldigte keine Identitätspapiere vorweisen. Polizeibeamte erstatteten Strafanzeigen wegen Betrug und Verdacht des unerlaubten Aufenthaltes.

03.10.2008, Die Presse, Wien

Griechisches Flüchtlings-Trauerspiel

Europa, das ist für sie eine Verheißung. Wenn die Bootsflüchtlinge, die von der türkischen Küste aus starten, dann in Griechenland – etwa auf der beliebten Ferieninsel Lesbos – an Land gehen, erwarten sie aber wenig paradiesische Zustände. Sie werden zunächst bis zu drei Monate in Lager gesperrt – und zwar offenbar unter erbärmlichen hygienischen Bedingungen.

03.10.2008, Der Standard, Wien

Immer mehr Flüchtlingskinder auf den Kanaren

Immer mehr Kinder gelangen als Bootsflüchtlinge auf die Kanarischen Inseln. Die Aufnahmezentren seien mit derzeit rund 1.200 Buben im Alter von acht bis 17 Jahren völlig überlastet, kritisierten die örtlichen Behörden in Santa Cruz auf Teneriffa. Die spanische Inselgruppe sei nicht in der Lage, mehr als 500 Minderjährige gleichzeitig zu versorgen. Die kanarische Regierung fordert daher, einen Teil der aus verschiedenen afrikanischen Ländern stammenden Kinder auf das spanische Festland zu bringen.

03.10.2008, Der Standard, Wien

Flüchtlinge aus Somalia vor Jemen ertrunken

Vor der jemenitischen Küste sind mindestens 28 Flüchtlinge aus Somalia nach dem Kentern ihres Bootes ertrunken. Wie das jemenitische Innenministerium am Donnerstag mitteilte, hatte die Küstenwache das Flüchtlingsboot gezwungen, vor der Küste der Provinz Shabwa zu ankern. Dort sei es in der stürmischen See gekentert. Von den 51 Insassen, darunter 17 Frauen, hätten nur 23 das Unglück überlebt.

02.10.2008, Die Presse

Wo das Meer nur noch Menschen hergibt

Lampedusa, südlichster Vorposten Europas. Für viele Afrikaner, die in zerbrechlichen Booten übers Meer kommen, ist das Eiland das Tor zu Europa. Und für viele auch ein Grab. (...) Sonst weist nichts drauf hin, welche Szenen sich hier regelmäßig abspielen. Die Urlauber bleiben ungestört – wenn „sie“ nicht grad kommen. „Sie“, die Habenichtse aus Afrika, die ihr Leben riskieren, um das Paradies zu erreichen, dessen Vorposten Lampedusa ist. Geografisch gehört die kaum 20 Quadratkilometer große Insel zu Afrika. Wasser gibt es so wenig wie Bäume. Alles, was die 6000 Bewohner brauchen, kommt aus Sizilien. Man kann das libysche TV empfangen. Bis Libyen sind es 300 Kilometer, nach Tunesien 150.

02.10.2008, Kanaren Nachrichten

100 Bootsflüchtlinge erreichen Surf-Hotspot

Hier, wo normalerweise tagtäglich die Windsurfer unterwegs sind, erreichte gegen 15:30 Uhr am Dienstagnachmittag ein Cayuco mit 100 Bootsflüchtlingen die Kanareninsel Gran Canaria. Die Erstversorgung der Bootsflüchtlinge fand in diesem Fall unter den Augen etlicher 'Zuschauer' statt, etwa 100 Anwohner und auch Windsurfer hatten sich versammelt um die erste Flüchtlingsboot-Ankunft am Surf-Hotspot zu beobachten. Zusammen mit dem Rekord-Flüchtlingsboot vom Dienstag erhöht sich die Ankunft afrikanischer Immigranten innerhalb von 48 Stunden auf 330.

01.10.2008, Bundespolizei

Anzeigen gegen chinesische Reisegruppe

Eine chinesische Reisegruppe wollte ursprünglich schon am Montag den Urlaub in Deutschland beenden und in ihr Heimatland zurückkehren. Gemeinsam mit ihrem Reiseführer fuhren sie zum Flughafen nach Frankfurt. Beim Check-In stellte sich allerdings heraus, dass er offensichtlich die Abflughäfen vertauscht hatte und eigentlich mit seiner Gruppe in Düsseldorf hätte sein müssen. Durch den unfreiwillig verlängerten Aufenthalt war die Gruppe nun nicht mehr im Besitz eines gültigen Visums, so dass die Bundespolizei gegen die 30 Reisenden vor ihrem Abflug nach Peking nun auch noch eine Strafanzeige wegen unerlaubten Aufenthaltes fertigen musste.

01.10.2008, Wochenblatt Online

Größtes Flüchtlingsboot erreicht die Kanaren

Ganze 229 afrikanische Immigranten waren auf dem nur 30 Meter langen Cayuco eingepfercht, das am Dienstag in den frühen Morgenstunden die Küste von Teneriffa erreicht hat. Nie zuvor waren mehr Flüchtlinge auf einem einzigen Cayuco dieser Art an Spaniens Küsten eingetroffen. Laut Daten der Regierung sind seit Anfang 2008 bereits 160 Flüchtlingsboote an Spaniens Küsten eingetroffen. Allein auf den besonders betroffenen Kanarischen Inseln wurden seit Januar laut Angaben der EU-Agentur zur operativen Zusammenarbeit an den Außengrenzen, FRONTEX, 6.878 Immigranten gezählt.