Wenn die Kinder nicht genügend Nahrung bekommen, werden die Arme und Beine so dünn, dass die Knochen zu sehen sind und die Bäuche anschwellen. Die Köpfe wirken überdimensioniert auf den ausgemergelten Körpern, und die Kinder sind zu apathisch, um die Fliegen aus ihren Augenwinkeln zu vertreiben - das klassische Bild des Hungers in Afrika.
Im Rahmen einer euro-afrikanischen Konferenz, die derzeit in der marrokanischen Hauptstadt Rabat stattfindet und an der Vertreter aus 60 Ländern Afrikas und Europas teilnehmen, soll ein Aktionsplan gegen illegale Migration in den Westen verabschiedet werden. Bisherige Maßnahmen zur Eindämmung der Flüchtlingsströme haben kaum etwas bewirkt. Die Lage ist weiterhin prekär.
Rund 17.000 Flüchtlinge strandeten vergangenes Jahr nach lebensbedrohlichen Bootsfahrten an den Küsten Europas. Im Juni haben mehrere europäische Länder Maßnahmen gegen die illegale Einwanderung verabredet. Doch noch immer kommen hunderte der "Boat People" über das Mittelmeer und landen an der Küste der italienischen Insel Lampedusa. Dort erwartet sie ein überfülltes Aufnahmelager und die Rückführung per Flugzeug - manchmal innerhalb einer Stunde. Karl Hoffmann hat Eindrücke auf Lampedusa gesammelt.
Die Aufstockung der Hilfen für Afrika war eines der beiden Schwerpunktthemen, das die britische G-8-Präsidentschaft für den Gipfel gesetzt hatte. In ihrer Vereinbarung für Afrika sah die G-8 am Freitag einen Beitrag, die in den Vereinten Nationen gesetzten Ziele zur Verringerung der Armut auf der Welt zu erreichen. So soll bis 2015 die Zahl der Menschen halbiert werden, die von weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen.
Die Afrikanische Union hat an die reichen Länder appelliert, die Finanzhilfen für ihren Kontinent auszuweiten. In zahlreichen Staaten herrschen Kriege und Konflikte - ein Überblick.
Libyen hat eine Massenbefreiung der inhaftierten Migranten vorgenommen. Nicht nur die 205 inhaftierten Eritreer in Braq wurden entlassen, sondern auch 2800 weitere Flüchtlinge und Migranten. Alle haben eine Aufenthaltserlaubnis für drei Monate erhalten, um sich Arbeit in Libyen zu suchen.
Samstag, 11. September 2010, 20.00 Uhr Arthur, Chemnitz
"Menschenrechte in Seenot"
Vortrag und Diskussion mit Elias Bierdel. Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Sachsen. Ort: Arthur e.V., Hohe Straße 33, 09112 Chemnitz
Dienstag, 14. September 2010, 20.00 Uhr Korschenbroich
"Stoppt das Sterben an den EU-Außengrenzen!"
Elias Bierdel in der Reihe "Zeitgespräche" der Evang. Kirchengemeinde in Verbindung mit der Eine-Welt-Initiative Korschenbroich. Ort: Gemeindezetrum Korschenbroich, Freiheitsstr. 13
Ukraine. Flüchtlinge auf dem Weg nach Westeuropa werden immer häufiger von der ukrainischen Grenzpolizei gefasst und inhaftiert. Die Fotografin Dörthe Hagenguth reiste mithilfe eines VG-Bilkunst-Stipendiums mehrfach in die ukrainischen Karpaten und dokumentiert die Situation mit Bildern und Interviews in einer Slideshow.
Dankesrede von Elias Bierdel zur Verleihung des Ute Bock-Preis für Zivilcourage
Elias Bierdel erhielt im Januar 2010 den Ute-Bock-Preis für seine Organisation Borderline Europe – Menschenrechte ohne Grenzen, mit der er auf das Massensterben an den europäischen Außengrenzen aufmerksam macht.
Mohammed Yussif war einer der 37 Geretteten von der "Cap Anamur". Im April 2006 starb er mit zwanzig weiteren Flüchtlingen bei einem erneuten Versuch nach Europa zu gelangen, als ihr Boot im Sturm vor Lampedusa kenterte.