09.12.2018 - 15:00 Uhr
Hermannplatz, Neukölln, Berlin

„Todesursache: Flucht“ – gegen die tödliche Gleichgültigkeit

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In den vergangenen 25 Jahren sind mehr als 35.000 Menschen auf der Flucht nach und in Europa ums Leben gekommen.
35.000 Menschen, 35.000 Geschichten, 35.000 Tote, die die Europäische Union als Preis für ihre tödliche Abschottungspolitik in Kauf nimmt.

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte 2018 kommt die Liste der Toten nun in Buchform heraus. Dokumentiert sind nur die belegten Fälle, die meisten Toten sind namenlos verzeichnet. Überlebende der Flucht haben den Herausgeberinnen einige Namen ihrer Toten genannt, andere sind recherchiert. Die Liste wurde durch Porträts und Fotos der Menschen ergänzt.

Das Buch „Todesursache: Flucht. Eine unvollständige Liste“ ist ein Denkmal für die Toten und eine Hommage an die Lebenden – an die Familien, die einen ihrer Liebsten verloren haben und an die, die überlebt haben. Das Buch soll aufrütteln und Bewusstsein dafür schaffen, dass hinter jeder Zahl ein Mensch steht. Das Sterben muss aufhören!

Für uns ist der Internationale Tag der Menschenrechte kein Anlass zum Feiern. Am 09. Dezember, einem Tag vor dem Internationalen Tag der Menschenrechte, möchten wir gemeinsam der Toten gedenken und ein Zeichen gegen die menschenverachtende Grenzpolitik der Europäischen Union setzen.

Am 09. Dezember, einem Tag vor dem Internationalen Tag der Menschenrechte, laden borderline-europe, IPPNW, Gangway e.V., Seebrücke Berlin, Corasol und die Herausgeberinnen zu einer Veranstaltung auf dem Hermannplatz ein. Dort möchten wir der Toten gedenken und ein politisches Zeichen gegen die menschenverachtende Grenzpolitik der Europäischen Union setzen.

Wir werden gemeinsam Namen, Todesdatum und -ursache derer, die 2018 dem Grenzregime zum Opfer fielen, verlesen und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte symbolisch zu Grabe tragen. Die Kundgebungsteilnehmer*innen werden dazu eingeladen, vorgefertigte Karten mit den Namen von Todesopfern an das Bundesministerium des Inneren zu verschicken.

Kommt zahlreich und lasst uns zeigen: Uns ist nicht egal, was in unserem Namen an Europas Außengrenzen passiert. Wir schauen nicht weg. Wir werden nicht schweigend zusehen, wie die Liste wächst, Tag um Tag.

+++ Einleitende Worte von Bernd Mesociv von PRO ASYL +++
+++ Das Buch "Todesursache: Flucht" wird erhältlich sein +++


Weitere Informationen zum Buch:
https://flucht.hirnkost.de


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Over the past 25 years, more than 35,000 people have died fleeing to and in Europe.
35,000 people, 35,000 stories, 35,000 dead, which the European Union accepts as a price for its deadly border policy.

On the International Human Rights Day 2018, the list of the dead will be published as a book. Listed are only the documented cases, most of the dead are unnamed. Survivors have provided the editors with some names of their dead, others have been researched. The list was supplemented by portraits and photos.
The book "Cause of death: flight. An incomplete list" is a memorial to the dead and a homage to the living - to the families who have lost one of their loved ones and to those who have survived. The book wants to shake up and create awareness that behind every number stands a human being. The dying must stop!

For us, International Human Rights Day is no reason to celebrate. On the 9th of December, one day before the International Human Rights Day, we want to commemorate the dead together and take a stand against the inhuman border policy of the European Union.

Together, we will read names and symbolically bury the Universal Declaration of Human Rights.

Come and let us show that we do care about what happens on our external borders in our name. We do not look away. We will not watch in silence as the list grows, day after day.

+++ Introductory words by Bernd Mesociv PRO ASYL +++
+++ The book "Cause of death: flight" will be available +++