Griechenland: Weil ein 58-jähriger Familienvater seinen Töchtern nach Berlin folgen wollte, drohen ihm 100 Jahre Haft

For trying to follow his daughters to Berlin, H. Sabetara from Iran will stand trial in Thessaloniki, Greece, on 26 September. The court date has already been postponed three times since May 2022 and the 58-year-old father of two has been in prison without a trial since September 2021. His daughters had previously been able to leave Iran with the help of a student visa. As this route was blocked for him, Sabetara paid a smuggler who left him and other passengers alone at the border between Turkey and northern Greece. Because Sabetara drove a car inland, he was arrested for smuggling. For this, he faces 100 years in prison.

Sprache(n): Griechisch / ελληνικά
Herausgeber: borderline-europe

Publikationen

alle ansehen


Eine Koalition, um Migrant*innen und Geflüchete vor Gewalt an den Grenzen zu "schützen"

In den letzten Tagen sind die Verletzungen der Rechte von Migrant*innen und Geflüchteten, die über Griechenland Zugang zum EU-Territorium suchen, auf ein neues Extrem zugespitzt worden. Die Voraussetzungen für eine solche Eskalation sind seit langem im Entstehen. Im Jahr 2015 führte die EU den "Hotspot"-Ansatz ein und zwang Italien und Griechenland, die an ihren Küsten ankommenden Migrant*innen und Geflüchtete zu sortieren. Im März 2016 unterzeichnete die EU ein Abkommen mit der Türkei, das eine Zeitlang die Eindämmung der Übergänge erlaubte. Doch die beiden Entwicklungen verwandelten die ägäischen Inseln in Freiluftgefängnisse und verschärften eine humanitäre Katastrophe an den Grenzen Griechenlands.
Sprache(n): Englisch / English

Die Torwächter der Europäischen Union: Der Sudan nach El-Bashir

Vor fünf Jahren veranstaltete borderline-europe eine erste Externalisierungskonferenz in Berlin. Wir haben die Verträge, Abkommen und Kontrollmechanismen unter die Lupe genommen, die zur Abschottung der EU-Grenzen geschaffen wurden. 2012 wurde die Europäische Union mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Zehn Jahre später ertrinken immer noch Menschen im Mittelmeer und verdursten beim Durchqueren der Wüsten - weil es immer noch keine sicheren Fluchtwege gibt. Unter der Herrschaft von Diktator Omar El-Bashir hat der Sudan eine entscheidende Rolle bei der Sicherung der nach Afrika ausgelagerten Grenzen gespielt. Das Land ist zu Europas Torwächter für Geflüchtete und Migrant*innen aus Ostafrika und anderen Teilen der Welt geworden. Mit der Revolution von 2019 keimte im Sudan die Hoffnung auf eine neue demokratische Regierung auf. Der Staatsstreich von 2021 hat diese Hoffnung zunichte gemacht. Wie ist die Lage heute? Diese Broschüre ist das Ergebnis einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Africa Center for Justice and Peace Studies in Karthoum. Sie erörtert, wie die Situation heute ist und welche Folgen der Gegenputsch für Flüchtende hat. Eine Aufzeichnung unserer fünften Externalisierungskonferenz, auf der die Veranstaltung stattfand, könnt ihr auch hier nachsehen: https://www.youtube.com/watch?v=_u1MiUZVdAE&ab_channel=BorderlineEurope-MenschenrechteohneGrenzene.V.
Sprache(n): Englisch / English

Griechenland: Weil ein 58-jähriger Familienvater seinen Töchtern nach Berlin folgen wollte, drohen ihm 100 Jahre Haft

Weil er versucht hatte, seinen Töchtern nach Berlin zu folgen, steht H. Sabetara aus dem Iran am 26.9. im griechischen Thessaloniki vor Gericht. Drei Mal wurde der Gerichtstermin bereits seit Mai 2022 verschoben, seit September 2021 sitzt der 58-jährige Familienvater ohne Prozess im Gefängnis. Seine Töchter hatten zuvor mithilfe eines Studierendenvisums den Iran verlassen können. Da ihm dieser Weg versperrt war, bezahlte er einen Schmuggler. Dieser ließ ihn und weitere Mitreisende an der Landesgrenze zwischen der Türkei und Nordgriechenland allein zurück. Weil Sabetara ein Auto Richtung Landesinnere fuhr, wurde er wegen Schmuggel verhaftet. Ihm drohen 100 Jahre Haft.
Sprache(n): Griechisch / ελληνικά