Quotes
Tonio Borg, Innenminister Maltas, 2007

"Ich finde es unglaublich, dass wir vor den Toren Europas eine so tragische Situation erleben und nicht genug dagegen getan wird."


 

Alpha Oumar Konaré, Präsident der Afrikanischen Union, 2007

"Diese jungen Leute, die wir heute vor den Stacheldrahtzäunen und Mauern stehen sehen, das sind keine Diebe, keine Banditen."


 

Franz Kamphaus, ehem. Bischof von Limburg, 2007

"Wir haben die gemeinsame Verpflichtung, nicht an einer Festung Europa zu bauen, sondern die Grenzen durchlässiger zu machen ­ auf Afrika und andere Kontinente hin."


 

Henning Mankell, 2007

"Überall in Europa werden Krankenschwestern aus Afrika beschäftigt, die in Afrika fehlen. Früher haben sich die Europäer in Afrika das Gold geholt, heute sind es die Krankenschwestern: Wir sind immer noch Räuber!"


 

Antonio Guterres, UN-Flüchtlingshochkommissar, 2006

"Es gibt zu viele Opfer, die bei dem Versuch sterben, von Somalia nach Jemen zu kommen, von Libyen nach Lampedusa, von Senegal auf die Kanarischen Insel oder von Marokko nach Gibraltar. Zu viele Tote! Es gibt praktisch jeden Tag Tote. Wenn die Menschen ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um zu überleben, dann ist das eine Art Alarmsignal, das die internationale Gemeinschaft dazu bringen müsste sich zu fragen: „Warum geschieht das? Wie können wir diese verzweifelte Situation ändern?"


 

Navid Kermani, 2005

"Wer von Menschen wie von einer Seuche spricht, hat Europa verraten, indem er es zu schützen vorgibt."


 

Horst Köhler, Bundespräsident, 2006

"Ob wir unser Wohlergehen in Europa langfristig sichern können, hängt auch vom Wohlergehen Afrikas ab... Die Bootsflüchtlinge zeigen: Armut braucht zum Reisen keinen Pass."


 

Umberto Bossi, Minister der Regierung Berlusconi, 2003

"Schießt die kleinen Boote doch ab, bevor sie in italienische Gewässer gelangen!"


 

Henning Mankell, 2007

"Die Hauptstadt von Europa ist Lampedusa, wo jeden Morgen tote afrikanische Flüchtlinge an Land treiben. Da zeigt sich das wahre, unmenschliche Gesicht dieses privilegierten Kontinents. Ich hasse dieses Europa!"


 

Michael Braun, taz, 2006

"Hauptzweck der Abschottungspolitik ist und bleibt es, die Elendsflüchtlinge aus Europa draußen zu halten. Europäische Solidarität könnte sich auf noblere Weise bewähren als in einer gemeinsamen Abwehrstrategie, die den Tod im Mittelmeer zum Alltag werden lässt. Es ist höchste Zeit, dass Europa über sichere Wege der Einwanderung nachdenkt."


 

Heinrich Böll, Der Spiegel, 1981

"Ich bin der Meinung, daß man Menschenleben retten soll, wo man sie retten kann. Und keine Institution, die Leben zu retten vermag, darf auf offener See Selektion betreiben. Das hieße ja, Menschen willkürlich zum Tode zu verurteilen."


 

Jean-Paul Sartre, 1979

"Wir müssen eine wertvolle Gesellschaft wiederfinden, in der man für die anderen und sich selbst leben kann. Man kann zu dieser wertvollen menschlichen Gesellschaft nur kommen in einer Aktion, in der Aktivität eines jeden, einer moralischen Aktion übrigens, denn die Aktivität für die anderen ist immer eine moralische Tat."


 

Horst Köhler, Bundespräsident, 2006

"Ich möchte einfach nicht auf Dauer erleben, dass afrikanische junge Menschen über das Wasser Mittelmeer kommen und ertrinken. Wir müssen helfen, im eigenen Interesse, dass sie zu Hause bleiben können, dort Arbeit finden."


 

Rupert Neudeck, "Radikale Humanität", 1986

"Wenn man einmal die Winke und Rufe von Halbverhungerten, von der Sonne Verbrannten, Ausgetrockneten im Südchinesischen Meer gesehen und gehört hat, weiß, daß es diese Menschen in schrecklicher Not weiter gibt – und nichts tut, wird man schuldig."


 

Helmut Schmidt, Bundeskanzler, 1980

"Viele Menschen (...) die auf dem Meere aufgefischt werden in irgendwelchen kleinen, lächerlichen Booten, in denen sie zu ertrinken drohen. Das sind Menschen, die Asyl brauchen."


 

Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, 2004

"Wer an schiffbrüchigen Flüchtlingen vorbeifährt und sie ersaufen läßt, ist ein Unmensch. Der Mensch aber, der sie aus dem Meer fischt und an Land bringt, wird verhaftet. Diese teuflisch-absurde Alternative kennzeichnet Geist und Praxis des europäischen Asylrechts."


 

Rupert Neudeck, 2003

"Die Küsten von Gran Canaria, von Teneriffa, von Melilla, Tarifa liegen manchmal schon jetzt voll von Leichen, die bleich geworden sind durch das salzige Meerwasser. Schaut man genauer hin, sind es aber alle Schwarzafrikaner, die da tot angeschwemmt worden sind."


 

Hartmut von Hentig, 1986

"Ich sehe ein großes Schiff im Schutze der Flagge eines großen reichen Landes, und ich sehe die kleinen überladenen, seeuntüchtigen Boote mit verzweifelten Menschen darauf; sie haben außer der großen Hoffnung auf ein Wunder zu wenig Proviant und zu viele Dinge mitgenommen, die ihnen wichtig waren. (...) Eine winzige Chance bleibt: die Cap Anamur."


 

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