Rezensionen zu "Ende einer Rettungsfahrt"
Elias Bierdel: Ende einer Rettungsfahrt

Elias Bierdel

Ende einer Rettungsfahrt
Das Flüchtlingsdrama der Cap Anamur

mit einem Vorwort von Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und über 100 bislang unveröffentlichten Fotos und Dokumenten
Verlag Ralf Liebe, 232 Seiten, EUR 19,80
ISBN-13: 978-3935221658

Presseecho:

Süddeutsche Zeitung, Nr. 190, 20.08.2007

Der Fall Cap Anamur - Elias Bierdels Rechtfertigung

Von den deutschen Medien konsequent ignoriert, schleppt sich auf Sizilien seit Monaten der Prozess dahin. Die Mühlen der italienischen Justiz mahlen langsam. Zumindest publizistisch ist es Elias Bierdel indes gelungen, sich glänzend zu verteidigen und in einem bei allem Engagement dennoch sehr sachlichen Buch den Verlauf der Affäre zu schildern.

Von Florian Sendtner
Gegenwind, Ausgabe März 2007

Der blinde Fleck Europas

Erbaulich ist dieses Buch nicht - lesenswert aber unbedingt. Elias Bierdel lenkt den Blick auf den "Blinden Fleck" Europas. Am Fall der "Cap Anamur" hat er detailliert beschrieben, was vor den Küsten Italiens und Spaniens vor sich geht. Und ihm gelingt es, an dieser Geschichte zu verdeutlichen, dass es sich bei den Ertrinkenden an der "blauen Grenze" keineswegs um seltene Einzelfälle handelt, sondern um den dramatischen Alltag.

Der Standard, Wien: Panorama, 21.03.2007

Ende einer Rettungsfahrt

In seinem Buch erzählt Elias Bierdel nun die ganze Geschichte der "Cap Anamur" aus seiner Sicht – vom Umbau im Lübecker Hafen bis zur Beschlagnahme in Porto Empedocle auf Sizilien. Der Autor will damit an tausende Flüchtlinge erinnern, die bisher beim Versuch, von Afrika nach Europa zu gelangen, den Tod gefunden haben.

amnesty journal, Januar 2007

Rettung verboten
Die letzte Fahrt des Flüchtlingsschiffs Cap Anamur.

Bierdel schildert in beeindruckender Weise, welchen Druck die damalige italienische Regierung auf die Besatzung des Schiffes und die Flüchtlinge mit Hubschraubern und Schnellbooten ausübte. Sie wollte ein Exempel auf Kosten der Bootsflüchtlinge statuieren: Wer sich anmaßt, Flüchtlingen in Seenot zu helfen, muss mit Strafen rechnen. [..] Unabhängig davon macht das Buch vor allem eines deutlich: Die Notwendigkeit eines neuen – nicht auf Abwehr gerichteten – Konzepts für die Aufnahme und Behandlung von Mitgranten und Flüchtlingen an den EU-Außengrenzen, das mit menschenrechtlichen Standards vereinbar ist.

Von Julia Duchrow
Das Parlament: Das politische Buch, Ausgabe 10/2007

Eine Schifffahrt in Justizias Arme

Tagebuchartig aufbereitet und mit bisher unveröffentlichten Bildern und Dokumenten illustriert, liest sich das Buch auch als Klageschrift gegen die Fallstricke und Absurditäten des europäischen Asylrechts. Mit "Das Ende einer Rettungsfahrt" setzt Bierdel vorerst einen Schlusspunkt unter eine Rettungsaktion, deren Ende vor Gericht für die einen die Quittung für eine "medienwirksame Inszenierung" einer Tragödie und für die anderen schlichtweg ein "Skandal" in einer verfehlten europäischen Flüchtlingspolitik ist.

Von Sebastian Hille
zenith, Zeitschrift für den Orient, 25.01.2007

Unerwünschte Lebensrettung

Bierdel ist um Präzision bemüht. Die Genauigkeit seiner Darstellung stellt den Vorwurf des kommerziellen Menschenhandels in seiner ganzen Absurdität bloß. Eines wird in diesem Buch deutlich: Bierdels Empörung ist echt – ihm ging es nicht um persönliche Profilierung, sondern darum, dass wir bei dem tausendfachen, anonymen Sterben auf dem Mittelmeer nicht wegsehen dürfen. Seine offen ausgesprochene Wut entspringt einer tiefen Moral. Dass gerade dies ihn in einem manchmal zynischen Medienwesen angreifbar macht, ist traurig. Denn solche wütende Stimmen sind selten geworden. Leider!

Von Moritz Behrendt
Österreichischer Rundfunk, Ö1, 11.12.2006

Vom Umgang mit Flüchtlingen
Cap Anamur: Politischer Sprengstoff bis heute

Recherchiert wurde bei den Augenzeugen wenig bis gar nicht. Alle großen Medien inklusive den wichtigen deutschen Qualitätszeitungen verließen sich auf die Darstellungen der deutschen und italienischen Behörden. Diese verbreiteten damals Unwahrheiten über die Rettungsaktion, um Bierdel und später auch Hilbert zu diskreditieren. Im Buch "Ende einer Rettungsfahrt" findet man einige dieser Unwahrheiten rekonstruiert und widerlegt.

Von Teresa Arrieta
taz, 14.11.2006

Das Logbuch der Cap Anamur

In zwei Wochen wird der Fall "Cap Anamur" in Sizilien neu aufgerollt. Angeklagt ist auch Elias Bierdel, Chef der gleichnamigen Kölner Hilfsorganisation. Nun hat er seine Sicht der Dinge in ein Buch gepackt.

Von Arno Kleinebeckel
Kölner Stadt-Anzeiger, 13.11.2006

Tod an den Grenzen Europas

Der Ex-"Cap Anamur"-Vorsitzende Bierdel beklagt eine Politik des Wegsehens. Bei aller Subjektivität ist das Buch eine erschütternde und ernstzunehmende Darstellung vom Schicksal afrikanischer Flüchtlinge.

Von Arno Kleinebeckel
junge Welt, 04.10.2006

Beihilfe zur Einwanderung

Flüchtlinge vor Kanonenbooten: Elias Bierdel gibt einen Erlebnisbericht über die Irrfahrt der Cap Anamur.

Von Helene Hecke
Kieler Nachrichten, 02.10.2006

Das heikelste Kapitel europäischer Migrationspolitik

Die "Cap Anamur" und das "Ende einer Rettungsfahrt" im Mittelmeer

Von Eckhard Plambeck